August 2017: Zwei Radtouren - einmal Brohltalbähnchen/Engeln abwärts, einmal in den Rheingau

Am 9.8.  fuhren wir mit  dem historischen VULKANEXPRESS in das Brohltal. Die Gruppe traf sich um 9.00 Uhr am  Bahnhof Brohl-Lützing. Trotz der Ferien waren 8 Personen gekommen.
Der Vulkan- Express ist eine historische Schmalspurbahn. Sie wird von  der Interessengemeinschaft Brohltal- Schmahlspureisenbahn e.V. betrieben und ist in den historischen Farben grün-gelb gestrichen. Im alten Bahnhof konnten wir die Karten erwerben. Zu bewundern waren die alten Geräte für die Fahrkarten und natürlich trugen die Fahrbegleiter ihre historischen Uniformen. Der Zug war gut besetzt mit Familien, die mit Kindern und Großeltern einen Ausflug in die Eifel starteten.
Um 9.30 starten wir pünktlich in Richtung Oberzissen. Die Dampflok strengte sich mächtig an, um die ersten Meter der 18 km langen Strecke zurückzulegen. Die Kinder hätten am liebsten auf den kleinen Balkonen außen zwischen den Waggons gestanden, was aber nicht erlaubt ist. Damit die Strecke auch kulinarisch nicht langweilig wurde, kam bald das Getränke- und Speisewägelchen durch die Reihen und versorgte uns mit dem Nötigen.


So konnten wir die vorbeiziehende Eifel-Landschaft ganz entspannt genießen. Das enge Brohltal weitet sich in Oberzissen. Hier war ein längerer Aufenthalt, denn die Damplok wurde gegen eine Diesellok getauscht, um die  nächste steilere Etappe zu schaffen. In Engeln angekommen wurde uns die Höhe sehr bewusst. Wir waren ohne Mühe auf 465 m aufgestiegen und konnten nun einen herrlichen Rundblick über Die Eifel genießen.


Von Engeln aus, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir wählten die Genusstour durch das Brohl- und Vinxgstbachtal: vorbei an der Burg Olbrück abwärts bis Niederzissen. Die Aussicht war großartig und wir  hielten immer mal an, um die Landschaft  anzuschauen. In Niederzissen wechselten wir vom Brohltal ins Vinxsttal. Zwischen den beiden Tälern liegt ein Höhenrücken von ca 100 hm. Der wollte geschafft werden. Der Rest durch Waldorf, Gönnersdorf nach Breisig wurde für die Meisten zur Genusstour

Für einen Mitfahrer wurde die Fahrt allerdings zur  Fitness-Strecke. Bei der Abfahrt in Engeln stellen wir fest, das  das Gangschaltungskabel beschädigt war und Otmar nur im 1. Gang fahren konnte – sehr mühsam. Aber er hielt mit Unterstützung von Helmut tapfer durch.
Nach einem Mittagessen in Bad Breisig fuhren wir am Rhein zurück zum Bahnhof Brohl-Lützing. Dort standen unsere Autos. Es war trotz der Schwierigkeiten eine sehr schöne Fahrt und das Wetter hat uns nicht im Stich gelassen.
Ich würde sagen: wiederholenswert.

Trude Kutsch


Rheingau

14 Tage später, am 16.08.2017 starten wir zu einer neuen Tour. Diesmal besuchten wir den Rheingau.
Wir waren eine kleine Truppe, die sich am Mittwoch Morgen in Oberkassel am Rheinufer traf. Wir hatten uns für den Bahnhof Bonn Mehlem als Abfahrtsort entschieden. Dort  braucht man nur eine Treppe bis zum Bahnsteig, und mit unseren E-Bikes ist das eine große Erleichterung. Zu dritt fuhren wir ohne Umsteigen bis Bingen Hbf. Dort konnten wir ebenerdig aussteigen und weiter zum  Hotel am Nahe Eck fahren. Wir waren mit weiteren Teilnehmern und einer Bingener Freundin verabredet.
Margret teilte uns mit, dass sie schon zu unserem Hotel in Östrich-Winkel vorgefahren war. Unser Freundin stand schon bereit, aber auf den Rest warteten wir vergebens. So fuhren wir mit einer halben Stunde Verspätung zu 4 Personen los. Direkt hinter dem Gartenschaugelände brachte uns die Fähre nach Rüdesheim. Auf der Fähre hatten wir die ersten Eindrücke vom Rheingau: linksrheinisch grüßt der Rochusberg. rechtsrheinisch das Niederwald-Denkmal. Wir sahen die Kirche der Hildegard von Bingen hoch über Rüdesheim. - Die Fahrt ging viel zu schnell und in Rüdesheim angekommen,fanden wir den R3, einen Radweg entlang des Rheins in Richtung Wiesbaden.
Wir unterbrachen die Fahrt in Östrich-Winkel, wo Margret  in unserm Hotel schon auf uns wartete. Schnell das Gepäck auf den Zimmern deponiert und schon zurück zum Rheínufer - auf der einen Seite den Fluss, auf der anderen Seite die Weinberge mit berühmten Schlössern wie Schloss Johannisberg, Schloss Vollrads und vor uns Eltville. In der Wein- und Rosenstadt besuchten wir die Burg mit dem wunderschönen Burggraben. Der ist bekannt für seine Rosenbeete und Kletterrosen an den Burgmauern. Wir staunten über die gesunden Pflanzen und konnten gar nicht genug von dem Rosenduft bekommen.
Jetzt hatten wir uns eine Kaffeepause verdient. In dem schönen Städtchen war schnell ein Lokal gefunden und es wurde geschlemmt. - Dann kam die Weiterfahrt  mit dem Anstieg über Kiedrich nach Kloster-Eberbach. Unsere Kathrin, die als einzige kein E-Bike fuhr, musste mächtig in die Pedale treten.
Das Kloster ist eine Zisterzienserabtei, errichtet  von 1145 bis 1186. Es verfügt über eine großzügige Gartenanlage, wo wir über 10 Lüderitz-Figuren zählten. Sie gehörten zu einer Ausstellung „Blickwinkel“. Dann ging es mit einem Audioguide an die Klosterbesichtigung. Es war gerade das Rheingauer Musikfestival und wir hatten das große Glück, einer Probe des Deutschen Jugendorchesters in der Kirche zuhören zu dürfen. Auch im Weinbau hat das Kloster eine alte Tradition: Über 800 Jahre wird dort Wein angebaut, heute in den modernen Kellereien der „Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach“ weiter geführt.
Jetzt bekamen wir mächtig Durst. Unsere Bingener Freundin verabschiedete sich und fuhr über Rüdesheim zurück nach Bingen. Wir fuhren den Berg runter nach Hallgarten, an der European Business Uni vorbei nach Östrich. Wir kamen pünktlich zum Abendessen. Bei leckerem Essen, einem Gläschen Sekt des Weingutes Schoenleber ließen wir den Tag Revue passieren und waren sehr angetan.
Da wir nun alles Bahnreisende waren, änderten wir unseren Plan für den nächsten Tag: Statt der Fahrt bis Bacharach und zurück nach Bingen werden wir dem Mittelrhein so lange folgen, bis wir in unseren Zug steigen können. Gesagt, getan: zurück nach Rüdesheim, mit der Fähre nach Bingen und weiter den Rhein abwärts,.vorbei am Binger Loch, der Engstelle im Rheín, dem Mäuseturm, der Burg Rheinstein auf einem  Radweg zwischen  Fluss und Bahn bis Bacharach. In diesem schönen Rheinstädtchen machten wir die Mittagsrast. Renate hatte kurz vorher den Ort besucht und konnte uns alles Wissenswerte zeigen. Gestärkt mit tollem selbst gebackenem Kuchen nahmen wir den Rest der Strecke in Angriff. Der Radweg führte jetzt neben der Autostraße her. Um die Sehenswürdigkeiten zu bewundern, hielten wir immer wieder an: der Loreleyfelsen, die Ampelanlage zur Regulierung der Schifffahrt, die Pfalz bei Kaub. Zu sehen gab es genug.
Wir entschieden uns für Boppard als Einstiegs-Bahnhof. Durch großes Glück erfuhren wir von einer Rampe, die direkt auf den Bahnsteig führt. So blieb uns die Schleppei der Räder erspart.
Nach einem Eisbecher nahmen wir Abschied vom Rheintal und fuhren zurück nach Mehlem. Von dort mit der Fähre nach Königswinter. Wir hatten an diesem Tag eine Stecke von 63 km zurückgelegt.
Wir freuten uns über unser Wetterglück, die angenehme Reisegruppe und sausten nach Hause.

Mit freundlichen Radlergrüßen

Trude Kutsch