Radlergruppe: Tour nach Remagen am 6. Juli 2017               

Traditionsgemäß - bestes Wetter

Wir treffen uns um10.00 Uhr am Chinaschiff in Beuel. 9 Personen treten kräftig in die Pedale, überqueren die Südbrücke und fahren linksrheinisch zügig bis Rolandseck. Dort wollen wir den Bahnhof besichtigen.

Der Bahnhof Rolandseck ist ein bauliches Kleinod und wurde zum Besuch König Friedrich Wilhelms erbaut. Die Bonn-Cölner Einbahngesellschaft hat extra zu diesem Anlass die linksrheinische Bahnstrecke bis Rolandseck erweitert.

Der Bahnhof wurde auch mit Festsälen ausgestattet, und die aristokratische Gesellschaft nutzte die Räumlichkeiten für Konzertbesuche und Bälle. Die Preußischen Könige und Kaiser, der Reichskanzler Bismarck, die englische Königin Victoria - alle nutzen auch den Bahnhof, um von dort auf die Dampfschiffe umzusteigen und eine romantische Rheinfahrt zu unternehmen. (Die Verlängerung der Bahnstrecke nach Süden war durchaus gegen den Willen der Bonner Geschäftswelt. die den Start zur beliebten Rheintour der Betuchten nicht aus der Hand geben wollte.)
Wir staunten über die Ausstattung und mit besonderer Heiterkeit erfreuten uns die Bahnhofstoiletten. Der englische Künstler Stephen McKennce hatte sie mit humorvollen Sprüchen und Bildern der Kunstgeschichte ausgemalt.
So lugt aus einem Oberlicht der Damentoilette der Vater Rhein.

Vergnügt radelten wir weiter nach Remagen. Dort stärkten wir uns in einem Lokal am Rheinufer, um weiter zu unserem Ziel der Brücke von Remagen zu gelangen.

Vor der Ruine des Brückenturms erwartete und schon Herr Kürten. Er ist der alte Bürgermeister von Remagen und der Initiator des Friedensmuseums im Brückenturm. Trotz seiner 88 Jahre führt er uns lebhaft und mit viel Freude durch die Turmräume.

Er erzählt uns von der Idee und den schwierigen Anfängen. Das ist 30 Jahre her.  Dann von seiner Freude, als nach dem Bekanntwerden des Museums immer mehr alte amerkanische Soldaten kamen. Sie erzählten ihre Geschichten, brachten Bilder und Erinnerungsstücke mit. So füllten sich die Räume. 

Heute kann man als Andenken ein Stück Brückenziegel, eingeschweißt in Kunststoff kaufen. 5700 Personen haben schon davon Gebrauch gemacht. - Es trägt maßgeblich zur Unterhaltung des Gebäudes bei. Ausgestellt sind Fotos von der Brücke im Originalzustand, Bilder von der Zerstörung, Fotos von der Zivilbevölkerung, Gebrauchsgegenstände der Soldaten, Dokumente, aber auch Listen über die Verluste in den beiden Weltkriegen.  Kästen mit Info über die heutigen Kriege.  - Es ist ein Museum, das zum Nachdenken anregt.

Wir konnten Herrn Kürten nur zu seinem Museum gratulieren.

Er sprach uns noch auf des Internierungslager der Amerikaner zwischen Kripp und Remagen an. Dort haben deutsche Soldaten als Kriegsgefangene der Amerikaner unter schrecklichsten Umständen einige Monate verbringen müssen. Manche haben das nicht überlebt. - Jetzt wurde eine Kapelle aufgestellt, die eine schwarze Madonna aus Erde beherbergt. Die Madonna wurde von einem deutschen Gefangenen während der Internierung geschaffen.

Nachdenklich taten wir den Heimweg an. In Remagen verließen drei Radler die Gruppe, um mit dem Bötchen zurück zu fahren. Die anderen radelte bis zum Biergarten in Mehlem, gönnte sich noch ein Erfrischungsgetränk bevor wir uns auf den Heimweg machten. 

  

Die nächste Radtour führt nach Brohl, mit dem Brohltalbähnchen nach Engelen und durch die Eifel zurück.

 

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Eure Trude Kutsch