Rund um Schladern - Wanderung am 17. März 2019

Die Ortschaft Schladern liegt im Windecker Ländchen an einer der vielen Flusswindungen,  mit der die Sieg durch das Naturschutzgegiet Siegaue mäandert. 
Der Ort entwickelte sich im 15. Jahrh. aus einem einzelnen Hof und gehört heute zu der Gemeinde Windeck.
Aufschwung erhielt Schladern durch den Ausbau der Bahnlinie Köln - Deutz nach Gießen im Jahr 1857. Die Siegschleifen,  welche die Naturfreunde so begeistern,  bereiteten den Bahnbauern große Probleme. Um die Zahl der notwendigen Brücken zu reduzieren,  wurde in Schladern eine Siegschleife abgetrennt. Der Fluss bekam einen neuen Verlauf, und die heutige Bahntrasse wurde aufgeschüttet. Der Altarm der Sieg birgt inzwischen das Naturschutzgegiet ' Krummauel '.Um das Gefälle der Sieg auszugleichen,  legte man einen Wasserfall von 84 m Breite und 4 m Tiefe (in mehreren Stufen) an.
Um uns das Naturschauspiel ' Schladerner Wasserfall ' anzusehen, fuhren wir von Siegburg aus mit der RB 9 nach Schladern. Schon vom Bahnsteig aus gelangten wir auf einen der ' Erlebniswege Sieg'. Wir wurden zu dem Kulturzentrum ' Kabelmetal' geleitet, das sich in dem alten Fabrikgebäude des ehem. Unternehmens Elmore's des 19. Jahrh. (Kupferröhrenherstellung im Elektrolytverfahren) beheimatet hat.
Von hier aus bot sich ein 'Postkartenblick' auf den Wasserfall an. Von einem anderen, höheren Aussichtspunkt aus beobachteten wir wiederum das ganze Spektakel. Wild sprangen die Wassermassen über die Steine. Der Dauerregen der letzten Tage hat der Sieg riesige Wassermenge zugeführt, sodass der hübsche Sieguferweg überschwemmt war. Enttäuscht suchten wir uns einen Weg durch den Ort und stiegen an seiner Grenze in den Wald hinauf.
Der Abzweig mit dem Hinweisschild ' Burg Windeck' kam uns gelegen. Der bequeme Weg ist ein Naturlehrpfad mit idyllischen Rastplätzen.
Vor uns breitete sich die Ortschaft Schladern aus. Tief unten zu unseren Füßen erkannten wir das Naturschutzgegiet ' Krummauel ' mit dem Altarm der Sieg.
Wir hatten inzwischen die Höhe von 193 m erreicht und erblickten vor uns unser nächstes Ziel: die Ruine der Burg Windeck. Schnell gelangten wir zu der Burgruine, die wir nach der Mittagsrast erkundeten. Auf Schautafeln lasen wir, dass die Burg Windeck wahrscheinlich im 12. Jahrh. als Wehrburg erbaut, im 19. Jahrh. von Französischen Truppen zerstört und nie wieder aufgebaut wurde.
Wieder ein ausgiebiger Blick über das Siegtal. - Ganz zaghaft hatte sich die Sonne herausgewagt, und gab der Landschaft einen freundlichen Anstrich.                                 
Wir wanderten den Burgberg hinab in das 'Museumsdorf Alt-Windeck'. Hübsche Fachwerkhäuser mit Bauerngärten, Bäckerei, Tischlerei und eine Mühle gehören zu dem Museumsdorf. In die alte Dorfschule ist das Heimatmuseum eingezogen. 
Ein kleiner Rundweg durch die Auenlandchaft einer Siegschleife führte uns durch weite Wiesenflächen mit Bauernhöfen, Pferdekoppeln und unwegsamem Gebüsch. Und das Ganze bei vollem Sonnenschein! 
Anschließend trafen wir wieder auf den ' Erlebnisweg Sieg', der uns sogar ein Stück durch die 'Krummauel' führte. 
Wir grüßten noch einmal zur Burgruine hinauf und durchquerten schließlich die Ortschaft Schladern in Richtung Bahnhof. Das hübsche ziegelrote Bahnhofsgebäude war nicht zu verfehlen. Im Jahr 1859 errichtet, wurde es auch wieder im Wilhelminischen Stil restauriert.
In dem Bahnhofskaffee wurden wir sehr freundlich bewirtet, sodass wir zufrieden die Heimfahrt antraten und unseren heutigen Wandertag abschlossen. 
Gisela Schneider