Wanderung am 08.04.18       Kulturlandschaft Botzdorf - Hennesenberg

Das Vorgebirge mit der Stadt Bornheim liegt am Osthang des Ville-Höhenzugs. Auf dem Plateau findet man eine Kulturlandschaft aus Schaf- und Pferdekoppeln,  Streuobstwiesen und Waldparzellen.
Um einer fortschreitenden Zersiedelung der Villehochterasse durch neue Gewerbegebiete und Verkehrswege entgegenzutreten,  wurden mehrere kleine Naturschutzgebiete ausgewiesen. Die ehem. Quarz- und Sandabgrabungen wurden 1996 eingezäunt und Mülldeponien geschlossen. Es bildeten sich Rückzugsräume und Ruhezonen für seltene Tiere und Pflanzen. Zahlreiche Wanderwege verbinden die kleinen Naturschutz-Parzellen.

Wir nutzen diese heute für eine herrliche,  sonnige Frühlingswanderung. Mit der S-Bahn Linie 18 fuhren wir nach Bornheim. Ein schmaler Spazierweg entlang des Roisdorf-Bornheim Bach führte uns in die Innenstadt. Der Aufstieg zum Ville-Plateau blieb uns nicht erspart. Ein Kreuzweg führte uns zum Lindenberg hinauf. Wir verdanken den Weg dem Gelübde eines ansässigen Pfarrers in einer Bombennacht des 2. Weltkrieges.Wir erfreuten uns an dem herrlichen Ausblick über die weite Kölner Bucht. Gemächlich nahmen wir den nächsten und letzten Anstieg durch einen schmalen Hohlweg und bogen in die 'Alferer Hufebahn' ab. Der Weg gilt als Grenzweg zwischen der Stadt Bornheim und der Gemeinde Alfter und im Mittelalter als Pferdekutschenweg.
Ungezähmt wachsende Brombeerhecken säumten unseren Weg, bis er uns durch den tiefen Villewald zum 'Kamelleboom' führte.
Den Platz kannten wir schon von einer anderen Wanderung. Die inzwischen erneuerte Sitzgruppe nutzten wir für unsere Mittagsrast. Passend zu einer Frühlingswanderung war der Waldboden mit einem riesigen weissen Blütenteppich von Buschwindröschen überzogen.
Bald gelangten wir an den Rastplatz 'An der Jakobsbank' - wieder ein reizvoller Ausblick über die Ville. Hier streiften wir die Naturschutzparzellen 'Apfelmaar (hier bedeutet 'maar' eine mit Wasser gefüllte Vertiefung eines Ackers) und das Mühlenbachtal.
Unser Weg führte uns am Hennesenberg vorbei, der mit seinen 161,2 m die höchste Erhebung der Ville darstellt.
Unser nächstes Ziel war das 'Naturschutzgegiet Brenig', in der eine stillgelegte Quarzgrube liegt. Hohes Gebüsch machte sie für uns uneinsehbar.
Der anschließende Panoramaweg machte seinem Namen Ehre - Industrieanlage Hürth, Siebengebirge und Posttower lagen vor uns. Nun wanderten wir den Villerücken durch den Ortsteil Botzdorf hinab. Auf der Wanderkarte als 'ND' markiert, ist es die Ausgrabungsstätte einer römischen 'Villa Rustica' mit Namen 'Villa Fortuna'. Wir nahmen uns Zeit für die Besichtigung. Schautafeln informierten uns:
Ein römisches Landgut (Villa Rustica) ist ein römischer Gutshof, der die städtischen Zentren und Militärlager mit landwirtlichen Produkten versorgt. Die ersten römischen Siedlungsspuren in Botzdorf datieren in die erste Hälfte des 1. Jahrh. n.Chr. .......
Unser Abstieg endete in der Stadt Bornheim. Auf der Königstraße (einer ehem. römischen Handelsstraße)  kehrten wir in einem Eiskaffee ein und ließen uns einen kalten Abschluss schmecken.

Gisela Schneider