Der Limes-Wanderweg  - Wanderung am 8. Juli 2018            

Der Limes war im 2.-3. Jahrh. eine überwachte Handelsgrenze zwischen dem römischen Reich und germanischen Stammesgebieten. Er reichte von der Donau bis an die Nordsee. Der Rheinland - Pfälzische Abschnitt des Limes ist 75 km lang und beginnt auf der rechten Rheinseite zwischen den heutigen Orten Bad Hönningen und Rheinbrohl. In weitem Bogen führt er durch den Stadtteil Arienheller in den Westerwald und weiter in den Taunus.
Wo keine natürliche Grenze durch Flussläufe zur Verfügung stand, wurden Holzpalisaden mit Wallgräben, Holzwachtürme und Kastelle mit Steinsockeln errichtet. 
Nach dem Rückzug der römischen Truppen aus dem rechtsrheinischen Territorium verfiel die Grenzbefestigung. Heute ist der Limes das größte archäologische Bodendenkmal in Europa und wurde 2005 zum Weltkulturerbe erklärt. Die erhalten gebliebenen Überreste der Wallanlage werden nicht nur geschützt, sondern auch für die Touristen erlebbar gemacht. Der Standort der Holzpalisaden und Wachtürme wurde gekennzeichnet oder gar originalgetreu rekonstruiert. Zahlreiche Infotafeln entlang des Wanderwegs liefern die Erklärung dazu.
Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir mit dem Zug nach Bad Hönningen. Schnellen Fußes durchquerten wir das wenig ansprechende Gewerbegebiet und gelangten auf den Rheinsteig. Der Hangweg entlang des Oelsberg bescherte uns den ersten Ausblick über Bad Hönningen und auf der gegenüber liegenden Rheinseite Bad Breisig mit der Burg Rheineck. 
Im Ortsteil Arienheller starteten wir eine Rundwanderung.  Mit 'FÜR HOLZABFUHR Frei' ist ein einladender Weg durch das Bahlsbachtal gekennzeichnet. Wir nutzen den Weg für einen langen gemütlichen Aufstieg in den Rheinbrohler Hochwald. Selten begegneten uns andere Wanderer auf dem abwechslungsreichen Weg mit dichtem Wald oder Gebüsch  und Wiesen mit allerlei Kraut. Der Bahlsbach plätscherte vor sich hin, wechselte nur ab und zu die Wegseite. Über die letzten 300 m zur Kaisereiche erwartete uns ein ziemlich anspruchsvoller Anstieg. Der Baum wurde im Jahr 1888 gepflanzt,  als Deutschland tragischerweise in dem selben Jahr von 3 Kaisern regiert wurde.
Auf der Höhe hatten wir den Westerwaldsteig erreicht und ruhten uns bei der Mittagsrast an der Wetterschutzkapelle 'Gebildeichshäuschen' aus. Der Name setzt sich aus dem Wortspiel - gebildet aus einer Eiche- zusammen. Bald wechselten wir auf den Limes-Wanderweg. Zahlreiche Tafeln regten uns zum Lesen und die rekonstruierten Palisaden zum Schauen an. Wir stiegen auf den rekonstruierten Wehrturm auf dem Beulenberg und waren von dem Rundumblick gefangen.
Auf dem Dielsberg wurde uns wiederum das Panorama erklärt: im Süden der Fernmeldeturm in Heckenbach-Schöneberg (Eifel), vor uns die Burgruine der Landskrone (Ahrgebirge),  im Norden der 211 m hohe Oelsberg - bedeckt mit Rotfichten - und zu unseren Füßen Bad Breisig und Bad Hönningen. 
Nun wurde der Weg unbefestigt und schmal.  Kurvenreich führte er durch Streuobstwiesen und Weiden hinab durch einen schattigen Hohlweg. Was tat die Kühle nach dem sonnigen Tag gut!
Bald tat sich das Landgut Arienheller vor uns auf, und der Rundweg schloss sich. Über den Rheinsteig wanderten wir hinab nach Rheinbrohl zu unserer Schlussrast. Wir fanden ein Kaffee,  auf dessen Terrasse wir passenderweise die Kopie einer Wachturmrekonstruktion entdeckten.
Die Heimfahrt mit dem Zug nach Beuel gefiel uns nicht sonderlich,  die Klimaanlage funktionierte nicht. Trotzdem ließen wir uns den schönen abwechslungsreichen Tag nicht vermiesen. 
Gisela Schneider