Wanderung am 10. Juni:   Durch den Rheinbacher Wald

Von Beginn der Frühen Neuzeit an bis ins 20. Jahrh.hinein wurde immer wieder versucht, im Rheinbacher Raum Bodenschätze abzubauen. Der Abbau erfolgte oberirdisch in so genannten Pingen und sicherte vielen Rheinbacher Familien den Lebensunterhalt.
Neben dem geringen Vorkommen der Eisenerze bereiteten die zahlreichen Bäche und Tümpel in dem Waldgebiet den Unternehmern Probleme und machten den Abbau unrentabel. Er wurde mit Ende des 1. Weltkriegs eingestellt.
Aus diesem Teil des Rheinbacher Waldes ist ein idyllisches Wandergebiet hervorgegangen. Kreuz und quer durchziehen breite Wege und naturbelassene Pfade den Wald. Kleine Holzstege dienen als Querungshilfen über Rinnsale und Bäche,  die wiederum Teiche und Tümpel speisen. Und überall findet man Spuren, die auf den ehem. Eisenerzabbau hinweisen.

Schon vom Bahnhof Rheinbach aus orientierten wir uns am Wanderweg Nr.5, der uns über kürzeste Strecke durch den Freizeitpark 'Monte Mare' in den Wald führte. Dichter Buchen- Eichenmischwald umgab uns, und spendete uns an dem heute sehr warmen Tag angenehmen Schatten.
Der verrostete Mantel einer 5-Zentner-Sprengbombe weckte unsere Aufmerksamkeit. Die Bombe ist eine von vielen, die im 2. Weltkrieg ein hiesiges Muntionsdepot der Deutschen Wehrmacht treffen sollten.
Unser Wanderweg wurde zeitweise sehr schmal, und es machte Spaß,  über unbefestigten Wegen durch den Wald zu streifen. Der Wegweiser 'Thomasbrunnen' machte uns neugierig. Also wanderten wir durch den 'Thomasbruch'. Die Quelle sprudelt aus Bruchsteinen hervor und fließt in einem ausgehöhlten Baumstamm ab. Sie diente ehem. der Wasserversorgung einer Munitionsfabrik. 
Der weitere Weg führte uns entlang des 292 m hohen Beuelskopf zum 'Frischen Brünnchen'. In Naturstein eingefasst,  staut sich hier der 'Schlebach' zu einem Tümpel. Tische aus alten Mühlsteinen und Bänke machten den Rastplatz für unsere Mittagsrast passend.
Wir folgten dem Bachlauf zum Katharinenweiher und überquerten die L113. Die Idylle des Inselweiher entschädigte uns für den Verkehrslärm der Landstraße. - Ein einladender Platz für ein Gruppenbild -

Die außergewöhnliche Höhe von 29 m und der schnurgrade Wuchs der 180 Jahre alten Prinzessin-Buche beeindruckte uns.
Bald hatten wir die Waldgrenze erreicht. Inmitten weiter Wiesen und Weiden lag die nahe gelegene Ortschaft Merzbach vor uns.
Wir tauchten wieder in den Wald ein und wanderten in leichtem Anstieg zum 'Schwarzen Kreuz' hinauf.Das Holzkreuz aus dem Jahr 1803 erinnert an einen beliebten Pfarrer. Er stürzte an dieser Stelle und verstarb an den Folgen.
Über einen breiten Forstweg wanderten wir von der Höhe hinab und über einen Trampelpfad zu Forsthaus und Forsthausweiher.
Auf dem Areal des heutigen Forsthauses stand ehem. die Schmelze für das gewonnene Eisenerz. Forsthausweiher und Inselweiher sind Stauweiher des Stiefelbachs und wurden für ein 10 m großes Wasserrad angelegt. Der Transportdamm zwischen Inselweiher und Forsthausweiher ist heute noch zu erkennen.  Auf ihm steht eine Lore, gefüllt mit Eisenerzsteinen, und erinnert an die Zeit des Eisenerzabbau.
Zügig durchwanderten wir das Rheinbacher Stadtgebiet und kehrten zu unserer Schlussrast ein. Schnell hatten wir den Bahnhof erreicht und stiegen in die S 23 ein, die uns nach Bonn zurückbrachte.

Gisela Schneider