Wanderung am 11. Nov. 2018 Durch die Hangelarer Heide

Auf Bonn's rechter Rheinseite erstreckt sich der größere Teil des Landschaftsprojekts " Grünes C". Heute, an einem milden, trockenen Spätherbsttag, wollten wir die Landschaftsräume mit den Portalen "Hangelarer Heide ","Birlinghovener Wald" und "Pleisbachtal" erkunden. Wir starteten unsere Wanderung in dem kleinen - am Rand des Naturschutzgebiet Siegtal gelegenen- Ortsteil Beuel-Geislar.
Schnell fanden wir auf einer riesigen Freifläche den Anschluss an das Wegenetz "Grünes C".  Durch die aufgehende Wintersaat hatten sich die Felder in einen sattgrünen Teppich verwandelt, eingerahmt von braunen Sommerblumenbüschen mit ihren getrockneten Blütenständen. Wir näherten uns einer Bahntrasse. Auf einer Infotafel erfuhren wir, daß die Fangzäune,  Totholzhecken und Steinanhäufungen längs des Weges zu einer Artenschutzmaßnahme für die seltene, gefährdete Zauneidechse gehören. Die Maßnahme entstand als Verpflichtung seitens der DB im Zuge des Projekts "3-/4-gleisiger Ausbau der Bahnlinie Troisdorf - Beuel - Oberkassel ( S13).
" Richtung Menden" lautete die neue Wegemarkierung auf dem "Grünen C".             
Mit Blick auf den Hangelarer Flugplatz wanderten wir zum Portal "Hangelarer Heide".  Der Rastplatz mit mehreren Bänken eignete sich zur Mittagsrast, und wir hatten Zeit, uns über unsere Umgebung ' schlau zu machen ':Geologisch gesehen gehört die Hangelarer Heide zum Großraum Wahner Heide. Sie zählt im Raum Bonn zu den größten Freiflächen. Ehem. landwirtschaftlich genutzte Felder wechseln mit Magerrasen und Schafweiden ab. Diese kurzgehaltene Grünfläche war wiederum die Voraussetzung für einen preußischen Exerzierplatz,  auf dem sich seit 1909 der Flugplatz Hangelar in der heutigen Form entwickelte.
Ebenfalls wurde auf dem Gelände der Hangelarer Heide Sand, Ton und Kies abgebaut. Die Grube Detag (Deutsche Teer- und Asphaltschotter - Werke) und die Missionarsgrube lieferten das Material zum Autobahnbau in unserer Region. Die Grube Hastag hingegen lieferte den Ton an eine Bonner Tonwarenfabrik. Übriggeblieben sind von den Abbaugebieten nur noch trockene Senken, in denen sich wertvolle Biotope bildeten. 
Unser nächster Wegeabschnitt war eine schmale Robinien-Allee, die uns in leichtem Auf und Ab in Richtung Sankt Augustin führte. Die monumentale Christus-Statue am Wegesrand deutet auf das Styler Kloster hin. Die " Gemeinnützige Gesellschaft für Auswärtige Mission" - kurz Styler Mission genannt - hat hier Ihren Sitz.
Wir überquerten die B56. Die Wegemarkierung hieß fortan "Birlinghovener Wald". Die Umgebung änderte sich nun rasch. Ein riesiger Golfplatz wird von Gebüsch und kleinen Waldparzellen eingesäumt. Senken mit kleinen Tümpeln und wuchernden Büschen bilden den Kontrast zu dem gepflegten Rasen der Golfanlage. 
Wir überquerten die Pleistalstr. und gelangten in den letzten Abschnitt unserer Wanderung. Weite Wiesen mit reichem Korbweiden-Bestand machen die Auenlandchaft des Pleisbachtals aus.
Wir kamen an einer ' Motte' vorbei. Sichtbar ist nur der grasbewachsene, 55 m breite Erdhügel. Wir wissen, daß im Mittelalter auf dem Hügel eine in Holzbauweise errichtete Burg stand. Angehörige 'niederen Adels' siedelten sich damals in der Nähe einer größeren Burg an.Schon von Weitem machten wir den markanten Turm der Burg Niederpleis aus. Das heutige Gebäude wurde auf einer Vorgängerburg aus dem 11. Jahrh. errichtet.  
Mit den ersten Regentropfen erreichten wir unser Wanderziel. In dem Burgrestaurant genossen wir unsere Schlussrast und erfreuten uns an einer kleinen Adventsausstellung. Anschließend ließen wir uns von einem Bus der Linie 529 heimbringen und dachten gerne an die schöne Herbstwanderung zurück.
Gisela Schneider