Wanderung am 14. Oktober 2018 - Durch das Kasbachtal

Das Kasbachtal liegt auf der rechten Rheinseite zwischen den Hängen von Siebengebirge und Westerwald. Jahrhundertelang hatte der Kasbach für den gleichnamigen Ort große wirtschaftliche Bedeutung. Ehe er in den Rhein mündet,  trieb er Mühlen jeglicher Art an.
Bekannter ist die Bahnstrecke, die das Tal einspurig durchläuft. Der Bau der Strecke diente in erster Linie der Abfuhr von Basalt aus den zahlreichen Steinbrüchen auf der 'Linzer Höhe' und Eisenerz aus den Gruben in Flamersfeld / Westerwald.
Nachdem die Steinbrüche geschlossen und der Güterverkehr eingestellt wurde, übernahm im Jahr 1999 die ' Eifelbahn-Verkehrsgesellschaft' die Steilstrecke von Linz nach Kalenborn. Mit Nostalgie-Schienenbussen - liebevoll auch 'Rote Brummer' genannt - bestreitet sie seitdem Touristenverkehr.
Wir fuhren mit der DB nach Linz. Ungeduldig warteten wir auf dem Bahnsteig auf den roten Triebwagen der Nostalgiebahn. Die Fahrkartenabfertigung erfolgte in der Bahn, und los ging es über das erste Viadukt. Es ist das höchste im Kasbachtal und das Markenzeichen der Bahn. Mit bis zu 5,7% Steigung fuhren wir über 9 km das Tal hinauf und hatten nach 20 Min. und 300 Höhenmetern die Ortschaft Kalenborn erreicht.
Das gelbe Wegezeichen des Rheinsteig-Zubringers wies uns den Wanderweg. Stets begleiteten uns der plätschernde Bach und die Bahnschienen. Abwechslungsreich gestaltete sich die Umgebung mit urwüchsigem Wald, hellen Lichtungen, steilen Abstiegen oder ebenen breiten Wegen. Der Kasbach wechselte öfter die Wegseite, einmal auf gleicher Höhe zum Weg - ein andermal tief unten im Tal,  sodass wir ihn auf Holzbrücken überqueren mussten.
Bald führte uns der inzwischen bequeme Weg entlang schroffer Felsen und Basaltbrocken auf einen reich beschilderten Bienenlehrweg. Der Wegweiser 'Alte Brauerei' übernahm anschließend die Führung. 
Die 'Alte Brauerei' auf dem St. Servatiusberg hat ihre Wurzeln im 17. Jahrh. als Kloster. Bis ins Jahr 2006 nutzte die 'Steffens - Brauerei' das Anwesen. Die heute im nostalgischen Stil geführte Brauereischänke mit Museumsladen, kleiner Oldtimerausstellung und einem Bahnhaltepunkt wurden im Jahr 1999 für die Touristen eröffnet. 
Wir gönnten uns eine ausgiebige Rast. Leider waren im Brauereigarten alle Plätze belegt.
Wir hatten noch ein Stück Weg vor uns und folgten der Straße talabwärts durch die Ortschaft Kasbach. 
Der erste Ausblick auf den Rhein war uns vergönnt. Der Rheinsteig führte uns durch das mächtige Viadukt,  das wir auf der Hinfahrt überquert hatten.
Ein Trampelpfad führte uns gemächlich zu der Ortschaft Ockenfels hinauf. Wir wechselten auf den Rheinhöhenweg und überquerten das Plateau. Das sonnige klare Oktoberwetter ermöglichte uns einen weiten Ausblick über Rheintal und Eifel. Im Gegenlicht erkannten wir über den Baumkronen des Schlossparks die Burg Ockenfels. 
Der Abstieg nach Linz gelang uns über einen schmalen Waldweg. Schon von Weitem machten wir die St.Marienkirche auf dem Linzer Marktplatz aus. 
Der Weg durch die hübsche historische Altstadt bildete einen guten Abschluss für unsere Wanderung. 
Nach einer kurzen Trinkpause waren wir bereit, unsere Heimfahrt nach Bonn anzutreten.
G.Schneider