Wanderung am 9. Sept. 2018 - Ahrhöhenweg nach Dernau

An dem heute sehr sonnigen Herbsttag freuten wir uns auf die Wanderung über die Ahrhöhen,  die sich linksseitig des Flusses erstrecken.
Wir starteten unsere Wanderung in Ahrweiler.  Schnell hatten wir den schon bekannten Treppenaufstieg zum Forstberg hinauf geschafft und orientierten uns an der Wegemarkierung des Rotweinwanderweges. 
Der benachbarte 'Birnenwanderweg' ist ein mit begehbaren Holzskulpturen ausgestatteter Rundwanderweg. Wir ließen uns verleiten,  das Objekt 'Fliegendes Dach' zu besteigen und wurden von einem weiten Rundblick bis zum Siebengebirge überrascht. 
Wir folgten weiterhin unserer Wegemarkierung. Sie führte uns zu dem Bahndamm, der durch die Ahrweiler Weinberge verläuft. Wir lasen, daß der Bahndamm zu einer strategischen Bahnlinie durch das Ahrtal gehört, die infolge des 1. Weltkriegs niemals fertiggestellt wurde. Vorgesehen war der Eisenerztransport von Lothringen ins Ruhrgebiet. Das Vorhaben wurde im Jahr 1924 im Rahmen des Versailler Vertrag gestoppt. 
Von den verbliebenen Tunnelstollen werden zwei historisch genutzt - die 'Gedenkstätte Silberberg ' und der 'Regierungsbunker '. Ein weiteres Relikt sind die Brückenpfeiler des ehem. vorgesehenen 'Adenbachviaduktes '.
Die Erinnerungsstätten liegen am Rotweinwanderweg, und wir streiften sie bei unserer Wanderung. 
Vorerst freuten wir uns über den sonnigen Weg durch die Rebhänge. Vollbepackt mit den blauen Trauben standen die Reben in Reih' und Glied. Stellenweise hatte die Lese schon begonnen.
Die St. Urbankapelle (Pabst Urban - Schutzpatron der Winzer)  und eine alte Weinkelter aus dem Jahr 1794 stehen am Weg.
Im Adenbachtal umrundeten wir in großer Schleife die Brückenpfeiler des geplanten Viaduktes. Die als ' Schwurfinger' bezeichneten Brückenpfeiler sind heute ein Kletterpark. 
Wir folgten dem Wegweiser ' Gedenkstätte Silberberg '. In dem Portal des inzwischen geschlossenen Tunnels wird der Ahrweiler Bürger gedacht, die im 2. Weltkrieg in der Tunnelröhre die Bombenangriffe überlebten. 
Auf dem kurzen Weg hinüber zur 'Gedenkstätte  Regierungsbunker ' entspannten wir bei dem Rundumblick über das Ahrtal mit den markanten Bergkuppen ' Landskrone ' und ' Neuenahrer Berg'.
Nach kurzem Anstieg erreichten wir den Stolleneingang des ' Regierungsbunkers'.
19 km des ungenutzten Eisenbahntunnels ziehen sich von Ahrweiler bis Dernau unter den Weinbergen her. Der Stollen wurde im Jahr 1955 - zur Zeit des 'Kalten Krieges' - für die Notfallplanung der Bundesrepublik interessant. Ein Ausweichsitz in einem 17 km langen Bunker sollte der Landesregierung die Möglichkeit bieten, im Ernstfall den Zivilschutz in NRW zu leiten. Mit Ende des ' Kalten Krieges 'wurde die Bunkeranlage überflüssig und ist seit 2007 als ' Museum Dokumentationsstätte Regierungsbunker ' erhalten. -Zahlreiche Besucher warteten auf dem Vorplatz der Anlage auf eine Führung. 
Wir aber wanderten zu den bewaldeten Höhen des Ahrgebirges hinauf. Der kurze,  etwas anstrengende Anstieg wurde wieder mit einem beeindruckenden Ausblick über das Ahrtal belohnt.
Wir verließen den Rotweinwanderweg und fanden einen Pfad zwischen Waldrand und Rebhängen, der wahrscheinlich für die Weinlese benötigt wird. 
Tief unter uns erschienen uns die Autos auf dem Parkplatz des Altenwegshof und den Försterhof winzig klein.
Auf naturbelassenem Waldpfad umrundeten wir den 303 m hohen 'Kratzemich' und wechselten in dem Tal des gleichnamigen Bachs in die 'Weinbaudomäne Marienthal' mit Klosterruine und Kirche. 
Das Dernau Wahrzeichen - der Aussichtsturm auf dem Krausberg - signalisierte uns, daß wir uns unserem Ziel näherten.
Aussichtspunkte auf unserem Weg ließen uns oft verweilen,  und die zahlreichen Schautafeln ließen wir nicht ungelesen stehen.
Es war Zeit, an den Abstieg zu denken. 
Der hohe markante Kirchturm in Dernau half uns bei der Orientierung,  und schnell hatten wir eine passende Einkehr gefunden.
Nach der Schlussrast traten wir zufrieden unsere Heimfahrt nach Bonn an.
Gisela Schneider