Wanderung am 10. Dez. 2017: zur Ahrmündung

Die Ahrmündung liegt in der Ebene 'Goldene Meile' zwischen den Stadtgebieten Sinzig und Remagen-Kripp. Sie gilt als das einzige verbliebene bzw. renaturierte Mündungsgebiet in den Rhein. 
Wir fuhren mit der Ahrtalbahn nach Bad Bodendorf. Zügig durchquerten wir das Wohngebiet und gelangten auf unsere Wanderroute. Alte Streuobstwiesen in den weiten Ahrauen säumten unseren Weg zu der Kriegsgräberehrenstätte Bad Bodendorf. Nahezu alle Opfer starben 1945 in dem Gefangenenlager 'Goldene Meile '.
Es hatte inzwischen angefangen zu schneien, und wir freuten uns auf eine schöne Winterwanderung. 
Am Ahrufer durchquerten wir die Anlage 'Schwanenteich'. Der von einem Verein betriebene kleine Zoo beherbergt mehrere hundert Tiere. Alle Arten Vögel laufen frei herum oder befinden sich in Volieren. Esel, Ziegen und Pferde vervollständigen das Paradies für tierliebende Kinder.
Nun, auf dem asphaltierten Ahrtalwanderweg, wanderten wir an der Randbebauung der Stadt Sinzig vorbei. Dennoch konnten wir die Ahr durch das lichte Weidengebüsch beobachten. Mit reißender Geschwindigkeit floss sie an uns vorüber. 
Ein schmaler, kurvenreicher Pfad führte uns in das Vogel- und Naturschutzgebiet. Das Knarren der zertretenen Äste scheuchte Enten und Fischreiher auf, die darauf das Weite suchten.
Schon bald hörten wir das Tuckern der Rheinschiffe. Wir hatten die Ahrmündung erreicht. 
Im Zuge der Ahr-Renaturierung hat sich der Verlauf der Ahrmündung derjenigen aus dem Jahr 1808  angenähert. Stark mäandernd kann der Fluß wieder kurvenreich die Ahrauen durchfließen und sich bei Hochwasser ausbreiten. Der wieder entstandene Lebensraum wird von vielen seltenen Pflanzen und Tieren angenommen. Sogar Eisvögel und Uferschwalben brüten in den steilen Uferabbrüchen. 
Über die hübsche hölzerne Ahrbrücke wanderten wir hinüber nach Kripp. Namensgebend für den Ort war eine Futter-Krippe, an der sich die Pferde der Treidelschiffer stärkten. 
Nun hatte sich sogar die Sonne ein wenig hervorgewagt,  und wir wanderten durch eine herrliche Winterlandschaft. Gesäumt von Schrebergärten,  Baumschulen und Pferdekoppeln,  führte uns ein kleiner Spazierweg durch die ' Goldene Meile ' zu der Kapelle 'Schwarze Madonna '.
Die Gedenkstätte erinnert an das Kriegsgefangenenlager,  in dem im Jahr 1945 mehr als 300 000 deutsche Soldaten unter elenden Bedingungen festgehalten wurden. Die Marienfigur modellierte ein Gefangener aus dem Lehm des Bodens. Später mit Leinöl konserviert,  erhielt sie ihre Schwärze und somit ihren Namen. Auf der Bodenplatte ist eine Mahnung eingraviert :
Frühere Fehler dürfen nicht wiederholt werden. Vergeltung ist keine Liebe, und Hass kein Boden, auf dem Frieden gedeihen kann.
Nachdenklich wanderten wir weiter.
Am Rhein trafen wir auf das Friedensmuseum   'Brücke von Remagen '. In einem Brückenpfeiler der ehem. Ludendorffbrücke wird seit 1980 deren Geschichte und die des Brückenkopfes 1945 und der Kriegsgefangenen dargestellt. 
In Remagens Innenstadt wurden wir mit dem Nikolausmarkt überrascht. Nach unserem gemeinsamen Kaffeetrinken schlossen wir unser Wanderjahr mit einem Rundgang durch das vorweihnachtliche Spektakel ab.
Gisela Schneider