Dezember 2018 - Von Ippendorf zum Derletal

Bei usseligen Wetter trafen wir uns heute für eine Streckenwanderung in das Derletal. Ein wenig Hoffnung hatten wir anfangs, unser Ziel nicht allzu durchfeuchtet zu erreichen. 
Wir fuhren mit dem Bus Linie 600 zu Bonns höher gelegenem Ortsteil Ippendorf hinauf. Hier, entlang der Ortsgrenze, erstreckt sich das Katzenlochbachtal. Dem Naturschutzgebiet Kottenforst zugeordnet,  ist das 7 km lange und 2.6 km breite Tal bis heute noch sehr naturbelassen. Es gibt keine Wege in unmittelbarem Uferbereich , sodass sich die Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere erhalten haben. 
Der 'Höhenweg' führte uns in den Kottenforst.  Unten in dem schmalen Tal erahnten wir in der unberührten Wildnis den Katzenlochbach. Wir können uns gut vorstellen,  dass sich hier Wildkatzen wohlgefühlt haben. Diese sollen bis Mitte des 20. Jahrh. hier gelebt und  dem Tal den Namen gegeben haben. -In leichtem Auf und Ab wanderten in Richtung Villiprott. 
Unsere erste Trinkpause legten wir am Veritas-Kreuz ein. Das Kreuz aus dem Jahr 1750 stiftete der  Kurfürstliche Hofbeamte Graf Veritas. 
Wir tauschten den bequemen Wanderweg gegen einen Waldpfad entlang des Villiper Bachs ein. Beeindruckend der Pfad durch dichten Buchenwald entlang eines Hangabbruchs! Tief unten mäandert der Villiper Bach durch eine Auenlandchaft. Der Bach durchquert den Hirschweiher und setzt seinen Weg durch den Kurfürstenweiher fort, um in den Katzenlochbach zu münden. 
Nun endlich konnten wir einen Blick auf den geheimnisvollen Bach werfen. Unser Waldpfad mündete in den 'Rulandsweg', der uns - wie im Kottenforst üblich - schnurgerade und asphaltiert am Ortsteil Röttgen vorbei und über die 'Reichsstraße' führte. 
Der starke Regen zwang uns, die Mittagsrast unter der Autobahnbrücke abzuhalten. Lieber wäre es uns gewesen, uns am 'Hubertusstein' mit den Sitzgelegenheiten auszuruhen. Der Gedenkstein aus dem Jahr 1973 weist auf das Jubiläum "1000 Jahre Kottenforst" hin. Im Jahr 973 verbriefte Kaiser Otto II. dem Kölner Erzbischof das Jagdrecht im Kottenforst. Auf dem 'Rennweg' durchwanderten wir die ' aturwaldparzelle Probstforst'. Flurnamen wie 'An der Kreyenmaar' oder 'An der  Haschemaar' bezeichnen eine von Wald umschlosse Landschaft aus Weiden, Pferdekoppeln mit Unterständen, sowie Wochenendhäuschen. 
Der Absperrzaun mit der Warnung "Militärischer Bereich Hardthöhe" zeigte uns, dass wir den 'Brüser Berg' und somit den Bonner Stadtwald erreicht hatten.
In dem Taleinschnitt zwischen den beiden Hochflächen Hardthöhe und dem Hardtbergwald  sowie dem alten Ortskern Bonn-Duisdorf liegt das Derletal. Zu gleicher Zeit, als im Sommer 1979 in Bonn der Rheinauenpark für die Bundesgartenschau hergerichtet wurde, entstand aus dem unzugänglichen wildbewachsenen Tal des Heilsbach Bonns zweitgrößtes Naherholungsgebiet - der Derletalpark. Die weitläufige Grünanlage mit Bäumen,  Spiel- und Sportstätten,  Hundfreilaufflächen, Teichen und Schrebergärten ist eine wichtige Freiluftschneise für das Bonner Stadtgebiet. Die jahreszeitlich geprägte Landschaft lag in vollem Umfang vor uns. Kurvenreich bewanderten wir das dichte Wegenetz und spazierten vom Heilsbach begleitet über einen Fußweg in den alten Ortskern von Duisdorf. 
Vom Regen triefend, aber gut gelaunt kehrten wir zu unserer Schlussrast ein.Bei Kaffee und Kuchen wärmten wir uns wieder auf. Durch die weihnachtlich geschmückte Fußgängerzone spazierten wir zu unserer Bushaltestelle und fuhren heim.
Mit Vorfreude auf das nächste Wanderjahr verabschiedeten wir uns voneinander. 
Gisela Schneider