Wanderung am 11.02.18   Über den Hardtberg zum Bhf. Kottenforst

 Der Hardtberg ist einer der vier Bezirke der Stadt Bonn (Bonn, Beuel, Bad Godesberg, Hardtberg). Benannt ist der Stadtbezirk nach der 155,7 m hohen Anhöhe im Westen des Stadtbezirkes. Verteidigungsministerium und Malteserkrankenhaus haben ihren Platz auf dem Plateau. Durch das dichte Wegenetz in dem angrenzenden Waldstück entstand ein kleines Naherholungsgebiet.
Diesesmal in sehr kleiner Gruppe, fuhren wir mit dem Linienbus 606 auf den Hardtberg bis zur Endhaltestelle 'Malteser- Krankenhaus'. Kühles, trübes Wetter erwartete uns hier oben. Um uns aufzuwärmen, wanderten wir zügig auf einem der vielen Spazierwege durch das Waldbebiet.

Nähe der 'Grillhütte Witterschlick' trafen wir am Waldrand auf das 'Klausenhäuschen'. Diese kleine Kapelle, auch Christ König Kapelle genannt, liegt idyllisch am Hardtbach. Der Name 'Klause' deutet nicht auf eine Einsiedelei hin, sondern auf einen Verschluss zur Wasserregulierung einer früheren Mühle. Der Klausenweg führte uns nun durch ländliches Gebiet. Auf den Wiesen und Plantagen herrschte Winterruhe - nur ein paar muntere Vögel hüpften auf den kahlen Ästen der Obstbäume herum.

Wir querten die Voreifelbahn und durchstreiften die Ortschaft Alfter- Witterschlick. Mit leichtem Anstieg wanderten wir über ein freies Gelände mit dem Flurnamen 'Hinter der Saumaar'. Solche Namen wie auch der Name 'Zum Zuschlag' belegen, dass der Kottenforst ehemals bis an die Grenze der Ortschaften reichte. Die Nutzung des Waldes bis tief in das 19. Jahrh.
zur Eichelmast und dem z.T. illegalen Holzeinschlag setzten dem Waldstück arg zu. Inzwischen gehört der Kottenforst zum Nationalpark Rheinland und wird geschützt.

Über den 'Lüsbachweg' gelangten wir zu den Witterschlicker Tongruben. Ton ist ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Keramik. Sein Abbau begann hier im 19. Jahrh. und wird seit 2001 nur noch im Tagebau ausgeführt. Die Grube 'Schenkenbusch' ist großzügig eingezäunt, so dass hier mit Grünlandbrachen und dichtem Gebüsch schon vor der Schließung der Grube ein Naturschutzgebiet entstanden ist.
Wir umrundeten das Gelände und erfreuten uns an dem Umland mit Feuchtwiesen, Tümpeln und prächtigen Weiden.  Nun streiften wir die Grube 'Emma'. Hier wird der wertvolle Blau-Ton abgebaut, begehrt wegen der feuerfesten Eigenschaft nach dem Brennen.


Über die 'Schmale Allee' wechselten wir auf einen neu geschaffenen Wanderweg. Er ist wegen der Erweiterung der Baugrube für Quarzkies entstanden. Den Ausblick auf das tiefgrüne Wasser kannten wir schon von einer anderen Wanderung, begeisterte uns aber aufs Neue. Der Wanderweg mündete in den 'Jagdweg'. Dieser und ein Stückchen Kreisstraße führten uns zu unserem Ziel, dem Bhf.Kottenforst.
Das Gebäude im Fachwerkstil, weiß verputzt und mit Krüppelwalmdach hat bis heute an seiner Schönheit nichts eingebüßt. Als im Jahr 1881 die Voreifelbahn Bonn- Euskirchen erbaut wurde, errichtete man am Westrand des Kottenforst diese Haltestelle - zur Freude der Königlichen Jagdgesellschaften und heute Zielpunkt für Ausflügler und Wanderer.
Wir kehrten ein und nutzten nach einer gemütlichen Schlussrast den Bahnanschluss für unsere Heimfahrt.

Gisela Schneider