Kapellenwanderweg - Oberpleis 14. April 2019

Im Jahr 2012 wurde in der Königswinterer Bergregion ein Kapellenwanderweg eingeweiht. Der ca. 43 km lange Wanderweg verbindet 12 Kapellen in 5 Pfarrgemeinden.Ein großer Teil der Kapellen war renoviert und unter Denkmalschutz gestellt worden.

Bei unserer heutigen Wanderung ließen wir uns mit dem Wegezeichen des Kapellenwanderweges kreuz und quer durch das Pleiser Hügelland und an 5 Kapellen vorbei führen. 
Wir fuhren mit dem Bus der Linie 537 in den Rhein- Sieg-Kreis und starteten unsere Wanderung in dem Königswinterer Ortsteil Bellinghausen. Der "Zweikreuzenweg" führte uns auf den Ortsteil Hartenberg zu. In mühelosem Anstieg wanderten wir an Apfelbaum-Plantagen vorbei zu dem gleichnamigen Hügel hinauf. Trotz der winterlichen Kälte strecken sich schon die ersten Apfelblüten der Sonne entgegen. 
Schon von Weitem sahen wir auf dem Kamm die bekannte,  denkmalgeschützte 100 Jahre alte Winterlinde stehen und in ihrem Schutz eine kleine Kapelle - auch Heiligenhäuschen genannt. Beides steht auf einem ehemaligen Handelsweg,  der von Siegburg aus zum Kloster Heisterbach führte. Aus Dankbarkeit nach einer überstandenen Viehseuche errichteten Einheimische auf dem Platz einer Schutzhütte für Fuhrleute das Heiligenhäuschen und pflanzten die Linde. 
Das klare Wetter ermöglichte uns einen Blick über das Pleiser Hügelland bis nach Siegburg. Rückwärts gerichtet bemerkten wir den Oelberg im Siebengebirge und zu unseren Füssen das dicht bewaldete Tal des Teufelsarschbach. Der Wind blies uns ziemlich kalt um die Ohren,  und wir strebten eilig hangabwärts in das Pleisbachtal hinab.
Unser nächstes Ziel war die Antoniuskapelle in Wahlfeld. Der ursprüngliche Bau wurde wahrscheinlich in der 2. Hälfte des 19. Jahrh. gebaut und erlangt seinen Seltenheitswert durch den Fachwerk-Baustil. 
Nun wanderten wir gemütlich nach Uthweiler,  überquerten den Pleisbach und gelangten zu einer weiteren Kapelle. Die kleine Andachtskapelle St.Michael aus dem Jahr 1880 wurde im Jahr 1967 zur Pfarrkirche St. Michael erweitert. Wir spazierten durch die Ortschaft Uthweiler. Die vielen reich blühenden Vorgärten begeisterten uns, und wir versuchten mühsam die Blumen zu bestimmen. Anschließend durchstreiften wir auf einem Feldweg und in großem Bogen brachliegendes Ackerland. Der unverstellte Rundblick über das Pleiser Hügelland entschädigte uns für das anstrengende Auf und Ab unseres Weges.
In Pleiserhohn sahen wir die prachtvollste der Kapellen. Die St. Anna-Kapelle wurde im Jahr 1885 errichtet.  Der weißverputzte Bau ist mit neuromanischen Schmuckformen und einer dreiseitigen Apsis verziert. 
Nun führte uns der Kapellenwanderweg hangabwärts in das Eisbachtal. Wir durchstreiften das kleine Naturschutzgebiet mit dem plätschernden Bach und stiegen zu dem Ortsteil Eisbach hinauf. Hier besichtigten wir die Marienkapelle. Die daneben stehenden Bänke verleiteten uns zu einem kurzen Sonnenbad. 
Die Kapelle in Pützstück 'schenkten wir uns'. Sie liegt an einer unbefestigten Durchgangsstraße. 
Nun hatten wir es nicht mehr weit nach Oberpleis. Wir durchquerten die Frohnhardt und stießen auf einen Waldweg, der wieder hinab in das Pleisbachtal führte. Wir überquerten den Pleisbach und schlossen unsere Wanderung an der ehem.  Probsteikirche und heutigen Pfarrkirche St .Pankratius ab. Wir statteten der Pfarrkirche einen kurzen Besuch ab, um den sehenswerten Mittelschrein aus dem 12. Jahrh. betrachten zu können. 
Mit einer gemütlichen Kaffeerunde  schlossen wir unsere Wanderung ab und fuhren anschließend wieder mit dem Bus der Linie 537 nach Bonn zurück.