Über den Kreuzberg nach Röttgen - Wanderung am 8. Dez. 2019

 

Der 161m hohe Kreuzberg ist ein Ausläufer der Eifel. Er grenzt an die Bonner Stadtteile Poppelsdorf (im Norden), Ippendorf (im Süden) und Lengsdorf (im Südwesten).
Auf der Kuppe des Berges stehen die im barocken Stil erbaute Kreuzbergkirche mit der bekannten 'Hl. Stiege' , die 'Schönstatt - Marienkapelle' und ein internationales Studienhaus.
Schon vor der Errichtung der heutigen Kreuzbergkirche befand sich auf dem Berg nachweislich schon im 15.Jahrh. eine Wallfahrtsstätte mit einem schlichten Kreuz.
Im Jahr 1627 errichtete Kurfürst Ferdin. v. Bayern an dieser Stelle eine Wallfahrtskirche, welche Kurfürst Clemens August in den Jahren 1746 bis 1751 in barockem Stil ausstattete. Der bedeutende Baumeister Balthasar Neumann fügte die 'Hl. Stiege' als Nachbildung der 'Scala Santa' in Rom ein.
Für die heutige Wanderung ließen wir uns von dem Bus der Linie 603 an die südlichste Grenze des Ortsteils Ippendorf bringen. Wir wanderten über einen Hangweg - rechts gepflegte Gärten, und links Weiden und Pferdekoppeln, die unten im Tal an das urwüchsige Naturschutzgebiet des Lengsdorfer Bach grenzen. 
Eine Bank ermunterte unser zu einer kurzen Rast, um den Blick über die Bonner Ortsteile schweifen zu lassen. Ein Riss in der Wolkendecke gab uns den Blick auf den Kölner Dom frei (da in Seitenansicht nur mit einer Turmspitze).
Auf einem malerischen Rundweg um die bewaldete Bergkuppe gelangten wir zu der Kreuzbergkirche. Wir legten eine längere Pause ein, um die sehenswerten barocken Malereien und Skulpturen, sowie die prunkvollen Verzierungen der 'hl. Stiege' betrachten zu können. Ein Blick in die 'Marienkapelle' ließ uns gleichermaßen erstaunen.
Mit einem abschließenden Blick über das Bonner Stadtgebiet setzten wir unsere Wanderung fort. Der 'Stationsweg' führte uns abwärts zum Poppelsdorfer Friedhof. Der Friedhof gehört zu den ältesten bis heute genutzten Begräbnisstätten im Bonner Raum. Neben der landschaftlich reizvollen Hanglage zeichnet er sich durch architektonisch anspruchsvolle Grabmale des 19. Jahrh. aus. Bei einem kleinen Rundgang stießen wir auf eine Vielzahl Gräber verdienter Bonner Bürger und Professoren der hiesigen Alma Mater. So auch des Chemiker Prof. August Kekule von Stranitz (Entdecker der Strukturformel des Benzolrings). Wir fanden auch die Grabstätte der Eheleute Tenten (Gründer der gleichnamigen Stiftung), und unweit davon betrachteten wir das Mauseleum der Fam. Soennecken (Fabrikant von Bürobedarfsmitteln).
Über den 'Kapellenweg' wanderten wir zu dem Ortsteil Lengsdorf hinab. Das ehem. Kloster 'Maria Hilf' mit der 'Marterkapelle' liegt am Wegesrand. Der Legende nach wurden im Jahr 295 n.Chr. in  der Klosterkapelle die röm. Soldaten Cassius und Florentius enthauptet.
Eine Tafel an der Klostermauer erinnert an die unrühmliche Zeit 1941 - 1942, als hier jüdische Bürger eingesperrt und anschließend deportiert wurden. Wir hatten Glück, eine nette Anwohnern erklärte uns die von außen geheimnisvoll anmutende ehem. Klosteranlage. 
Nach den langen Besichtigungen wanderten wir an Lengsdorfs Ortsgrenze entlang. Wiesen und Weiden und schmucke Einfamilienhäuser wechselten miteinander ab. Mit einem 'Blick nach oben' gewahrten wir noch einmal das schneeweiße Gebäude der Kreuzbergkirche.
Wir durchstreiften den 'Kreuzbergpark' mit seinen Sportanlagen und gelangten nach einer kleinen Rast in die Auenwälder und Feuchtwiesen des Lengsdorfer Bachs. Der Lengsdorfer Bach ist ein Teilstück eines 12 km langen Bachs, der im Kottenforst als 'Katzenlochbach' entspringt und im Laufe seines Weges seinen Namen in 'Lengsdorfer- und Endenicher Bach' ändert und in den 'Dransdorfer Bach' fließt.
Beiderseitig des Weges hat der 'Naturschutzkreis Lengsdorfer Bachfreunde' mehrere Streuobstwiesen angelegt. Die zahlreichen Nistkästen in den Bäumen erleichtern unseren heimischen Vögeln das Leben.
Schließlich führte uns der Weg über eine riesige Wiesenfläche auf die Ortschaft Bonn-Ückesdorf zu. Wir überquerten die 'Reichsstraße' und umwanderten in großen Bogen die Röttgener Neubausiedelung. Wiesen -, Feld - und Waldwege wechselten miteinander ab. 
Der Himmel sah inzwischen bedrohlich aus, aber wir schafften es noch 'trockenen Fußes' in unser Kaffee. Zu unserer Genugtuung entlud sich anscheinend ein gewaltiger Wolkenbruch über Röttgen. 
Hier schlossen wir unser Wanderjahr ab und ließen uns von dem Bus der Linie 603 wieder nach Bonn zurückbringen.
Gisela Schneider