Wanderung am 10. Februar 2019 - Wahner Heide im Winter -

Heute hatte sich wieder einmal ein regnerischer Tag angesagt, aber wir ließen uns nicht vom Wandern abhalten. Wir waren auf die karge Winterlandschaft der Wahner Heide gespannt.
Wir starteten unsere Wanderung am Bahnhof Troisdorf und durchquerten auf kürzestem Weg die Troisdorfer Innenstadt. An der Burg Wissem, einer in der karolingischen Zeit erbauten Hofanlage einer Wasserburg erreichten wir das Waldgebiet mit dem idyllischen Hirschpark. Das Rothirschrudel hatte sich in sein Gehege zurückgezogen. Es herrschte Winterruhe.
Kleine Holztäfelchen an den Bäumen geben den Wegen Namen. Wir wählten die Route Wilhelm Stricker Weg - Brunnenkellerweg. An einer Gabelung hatten wir wiederum die Wahl zwischen Leyenweiherweg und einem naturbelassenen wurzelreichen Weg über den Heimbach. Wir entschieden uns für den zweiten, interessanteren Weg und trafen auf den 'Stellweg'.
Der Weg führte uns an dem Arreal 'Fliegenbergheide' vorbei. Die trockenen, dunkel-braunen Büschel der Besenheide bildeten einen Kontrast zu dem weißen, sandigen Untergrund. Wir durchquerten den Parkplatz 'Fliegenberg' und gelangten auf den 'Eisenweg', eine alte Handelsverbindung vom Siegerland an den Rhein. Der Name, der schon seit dem Jahr 1589 bezeugt ist, lässt auf den Transport von geschürftem Eisenerz schließen.
Große Schilder mit der Aufschrift "Rote Zone" entlang des verwilderten und mit Kiefern überwachsenen 'Moltkeberg' verstanden wir als Warnung. Die hohe Belastung mit Kampfmitteln durch die ehemalige militärische Nutzung der Wahner Heide verbietet das Betreten dieser Zone.
Ein uraltes umgestürztes Baumgerippe an der Mündung des 'Eichelhäherweg' diente uns als Ablage bei unserer Mittagsrast. Bei dem nieseligen Wetter waren wir in der Wahner Heide ziemlich alleine. Bei Sonnenschein wäre die vor uns liegende zerfurchte und mit Gräsern bewachsene Dünenlandschaft mit Spaziergängern und Hunden belebt. Wir machten uns keinen Reim auf die Furchen in dem Sand.
Schnell bewältigten wir den hier ziemlich schlammigen Grund und freuten uns über den festen Pfad, der uns durch ein Eichenwäldchen  auf den Planitzweg führte. Dieser Weg, auch ' Marienbrunsheiderweg' genannt,  wurde während der militärischen Nutzung der Wahner Heide als Transportweg angelegt.
Wir folgten diesem Weg. Die im Sommer saftig-grünen Feuchtwiesen mit den weißen Birkenstämmen entlang der Marienbrunsheide waren verdorrt und maisgelb - aber auch hübsch anzusehen.
Wir umrundeten den 'Sallbachhügel'. Diesen Bereich nutzen Bundeswehr und GSG9 für Fahrübungen mit Panzern und Geländewagen. Aha, daher die Furchen in den Sanddünen!
Große Warnschilder weisen auf einen Schießstand hin und verbieten das Verlassen des Weges.
Der Pingenweg (Hinweis auf oberirdischen Erzabbau) führte uns wieder auf den ' Eisenweg' und kurz darauf auf den 'Stellweg'. Der Wegweiser "Heidekönig" ließ uns auf eine Einkehr hoffen. 'Heidekönig' ist ein uriges Wandererlokal neben dem Gasthaus 'Telegraphenberg'. Auf Anordnung des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm II. wurde auf dem Gebäude des heute noblen Gasthaus 'Telegraphenberg' eine optische Telegraphenanlage errichtet. Die gesamte Anlage übermittelte über 61 Stationen hinweg Nachrichten von Berlin nach Koblenz.
Wir hatten unsere Einkehr im 'Heidekönig' mit Bullerofen und pelzbehangenen Bänken geplant.Es war leider alles besetzt. Auf der Terrasse mit Heizstrahler ließ es sich auch gut aushalten. Kaffee, Kuchen und Suppe schmecken uns, und die Selbstbedienung machte uns nichts aus.
Gestärkt traten wir die 2,5 km lange Wegstrecke zum Troisdorfer Bahnhof an. Wir überquerten die Landstraße K20, auch 'Mauspfad' genannt. Sie ist eine alte Landstraße, die vom Taunus an den Niederrhein führt und somit verkehrsreich und laut ist.
Wir wanderten auf die '5-Wege- Kreuzung' zu. Das Kreuz aus den 1950er Jahren verbindet die Passionswege von Siegburg und Troisdorf zu der schon im Jahr 1833 aufgegebenen Eremitage in der Wahner Heide.
Wir hatten noch Lust zu einem Abstecher in einen kleinen idyllischen Waldpark. Mehrere Volieren am Rande einer kleinen Teichanlage mit allerlei Wasservögeln empfanden wir als kleines Paradies.Es war ein schöner Abschluss für unsere Wanderung. Schnell durchquerten wir die Troisdorfer Randbezirke, um die S-Bahnen Troisdorf-Siegburg und Siegburg-Bonn zu erreichen.

Gisela Schneider