Zu den Lohrsdorfer Orchideenwiesen - Wanderung am 9. Juni 2019

Lohrsdorfer ist der östlichste Ortsbezirk der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ortschaft liegt linksseitig der Ahr am Fuß des 'Gimmiger Berg' und ist durch den Rotweinwanderweg mit der Ortschaft Bad Bodendorf verbunden. Unsere heutige Wanderung führte von Remagen aus über die 'Ahrplatte' zu den Wiesenhängen des 'Lohrsdorfer Kopf'. Wir hatten einen wunderschönen Sonnentag mit klarer Sicht und frischer Luft erwischt. 
Schon vor dem Aufstieg, beim Verlassen des Zuges im Remagener Bahnhof erblickten wir die Wallfahrtskirche St. Apollinaris auf dem gleichnamigen Berg. Sie steht oben auf historischem Boden, der schon den Römern zu religiösen Zwecken diente. Mitte des 19. Jahrh. erbaute  Graf Franz von Fürstenberg- Stammheim die Kirche auf den Mauerresten einer alten Abtei. Die neugotische Kirche gilt als Hauptwerk der deutschen Romantik und als Gesamtkunstwerk des 19. Jahrh. -Die berühmten Nazarenerbilder im Innenraum der Kirche konnten wir wegen der Feiertagsmesse leider nur flüchtig betrachten. Stattdessen sahen wir uns auf dem Kirchvorplatz die Familiengruft des Grafen von Fürstenberg-Stammheim an. Ebenfalls aus dem 19.Jahrh. stammt oberhalb der Kirche das 3.80 m hohe Standbild des Franz von Assisi mit der segnenden Hand. 
Vor dem nächsten Aufstieg erfreuten wir uns an dem Weitblick über die Rheinschleife mit Siebengebirge und Rolandsbogen. Nun wanderten wir durch den 'Blankerts Hohlweg' zur 'Ahrplatte' hinauf. 'Auf Kirres' nennt sich die Gegend. Wir trafen auf den Rheinsteig, der uns über das Plateau mit Getreidefeldern, Wiesen und Pferdekoppeln führte. Kapellenhof, Fronhof, Hubertushof und Büschmarhof steht auf den Namensschildern der bäuerlichen Anwesen. Wir warfen noch einen kurzen Blick auf die 'Erpeler Ley' auf der gegenüber liegenden Rheinseite und tauchten in ein großes zusammenhängendes Waldgebiet ein. Der 'Remagener Weg' führte uns in stetem Auf und Ab abwechlungsreich zur 'Dreifaltigkeits Kapelle' oberhalb Bad Bodendorf. Die renovierte Anlage bot viel Platz für eine ausgiebige Rast. 
Den AFH-Weg (Aachen - Frankfurter Heerweg) durch die Golfanlage 'Köhlerhof' kannten wir schon von einer anderen Wanderung her. Hübsch anzusehen waren große Flächen blauer Lupinen auf dem sattgrünen Rasen der Golfanlage. Schnell zweigten wir vom Weg ab und wanderten über den 186,5 m hohen 'Lohrsdorfer Kopf' zu den Orchideenwiesen hinab. 
Bis ins Jahr 1996 waren die Lohrsdorfer Streuobstwiesen sich selbst über-lassen. Die zunehmende Verbuschung gefährdete die außergewöhnliche Pflanzen- und Tierwelt, die sich hier auf einem Sonnenhang mit Kalkmagerrasen angesiedelt hatte. Erst die gezielte Beweidung durch Schafe und Ziegen gab den Pflanzen und Tieren ihren Lebensraum zurück. Schautafeln halten Erklärungen zu dem interessanten Landschaftsraum bereit. Die Orchideen waren in ihrer Blüte schon sehr fortgeschritten. Aber wir erkannten in dem dichten Gras Purpurknabenkraut, die weiße Waldhyazinthe und eine Menge andere hübsche Wiesenblumen. 
Wir wanderten auf dem Rotweinwanderweg weiter in Richtung Bad Bodendorf. 
Kleine Waldparzellen wechselten mit Gras bewachsenen Freiflächen ab, die Weitblicke über das Ahrtal zuließen. 
Vor Bad Bodendorf verließen wir den Wanderweg und tauschten die Dorfstraße gegen einen schmalen Wiesenweg ein. Ein 'Blick von oben' auf die Ortschaft mit ihren schmucken Fachwerkhäusern und der St. Sebastianuskirche war uns gegönnt. 
In einem hübschen Kaffee hielten wir unsere Schlussrast und fuhren mit der Ahrtalbahn nach Hause. 
Gisela Schneider