Über den Sahrbachweg - Wanderung am 12. Mai 2019 -

Das Sahrbachtal ist eines der schönsten Seitentäler der Ahr. Der Sahrbach entspringt im Flamersheimer Wald (nahe Euskirchen) und mündet nach 15 km im Altenahrer Ortsteil Kreuzberg in die Ahr.
Das großzügige Netz aus naturbelassen Wegen rechtfertigt den Namen "Wanderparadies Sahrbachtal". Wohlklingende Namen der Wege weisen auf lohnenswerte Touristenziele hin (z. B. führt der Galaxienweg zum Radioteleskop Effelsberg). Neben der herrlichen Landschaft birgt das Tal historische und kulturelle Schätze, die Kelten, Römer, Bauern, Bergleute und Köhler hinterlassen haben. 
Wir fuhren an dem heute (zum Glück) sonnigen Frühlingstag mit der Ahrtalbahn nach Kreuzberg. 
Am Fuß eines Felsenkegels, auf dem die Burg Kreuzberg steht, fanden wir den Einstieg in das Sahrbachtal. Schon zu  Beginn begrüßte uns der muntere Fluß, der uns in einem schmalen Flussbett entgegenströmte. Nach den letzten Häusern der Ortschaft gelangten wir auf einen Wiesenweg, der uns später in den Wald führte. Von da an strebt der Sahrbachweg als breiter Hangweg aufwärts am 388 m hohen Kotzhardt vorbei und plötzlich fast übersehbar als schmaler Pfad wieder ins Sahrbachtal hinab. Wir hatten erfahren, dass auf dem Waldpfad ein entwurzelter Baum liegt. Nach dem tagelangen Regen war uns der Weg nicht mehr sicher genug und wir marschierten stattdessen widerwillig eine kurze Strecke die L76  entlang, die die Ortschaften Kirchsahr und Kreuzberg verbindet.Im Bereich eines Campingplatzes trafen wir wieder auf den Sahrbachweg. 
Eine hübsche mit Löwenzahn geschmückte Wiese begrüßte uns auf der Sonnenseite des Sahrbachtals. Der naturbelasse Weg führte uns auf und ab, bachnah und bachfern, durch Buchenwald und über Wiesen. Eine 38 m lange Holzbrücke überspannt eine Feuchtwiese, um seltene Pflanzen und Tiere zu schützen. Ein geschnitztes Holzgesichter waren uns ein Foto wert. 
Schneisen im Wald ließen den Blick auf die gegenüberliegende 'Linder Höhe' zu. Gelbblühende Ginsterbüsche standen am Rand des eifeltypischen Laubwaldes. 
Wir durchwanderten die Ortschaft Burgsahr mit ihren sauberen bäuerlichen Anwesen und einer Burg aus dem Jahr 1364. Ziegen weideten friedlich auf dem Dorfanger. 
Vermutlich seit der Antike bis in die Mitte des 20.Jahrh. wurden im Sahrbachtal Erze gefördert. Der Bergbau war für die Menschen über Jahrhunderte hinweg neben der Landwirtschaft die wichtigste Erwerbstätigkeit. Er hinterließ mehrere Stolleneingänge. In der Ortschaft Binzenbach führt der 'Alte Stollen' 30 m in den 'Ginsterberg'. Er kann von 'ganz Mutigen' erkundet werden. Wir aber wanderten weiter zum 'Gretelstollen'. Dieser Stollen ist verschlossen. Fledermäuse haben hier ihr Winterquartier eingerichtet. Dafür steht eine alte Lore vor dem Eingang und eine Sitzgruppe ließ uns an die Mittagsrast denken. 
Nach unserer Pause kehrten wir um und wanderten den gleichen Weg mit neuer Perspektive bis zum Campingplatz zurück. Begeistert vertieften wir noch einmal die Eindrücke, die der ausnehmend schöne Wanderweg  bei uns hinterlassen hatte. 
Überrascht stellten wir fest, dass das Kaffee auf dem Campingplatz nicht mehr existiert. Kurzerhand ließen wir uns von einem angebotenen Shuttle-Service nach Kreuzberg bringen. Auf einer kleinen Gartenterasse machten wir es uns bis zur Heimfahrt mit der Ahrtalbahn bei Kaffee und Kuchen gemütlich.
Gisela Schneider