Durch den Lohmarer Stadtwald - Wanderung am 13. Oktober 2019

Die Stadt Lohmar ist in ein riesiges, altes Waldgebiet eingebettet. Für die Ortschaft namensgebend waren fränkische Einwanderer. "Loh" bedeutet Wald und  "Mar" bedeutet Wasser und Sumpf. Neben vielen Gewässern und Tümpeln durchfliessen Jabach, Auelsbach, Pferdsbach und Holzbach einen dichten Mischwald. Entlang der Bachläufe laden bequeme Wege zum Wandern ein - so auch uns.
Auf dem Höhenrücken zwischen Jabach und Auelsbach befindet sich der Bestand eines sehr alten Buchenwaldes. Aus Naturschutzgründen wurde dieses Areal im Jahr 2009 unter Bann gesetzt (d. h. dass der Wald sich selbst überlassen wird) und mit dem Namen "Biotop Altbuchenwald Ingerberg" versehen.

Wir starteten unsere Wanderung am Lohmarer Stadthaus. Über die 'Clara Fey Str.' und die 'Buchbitze' gedachten wir auf den Ingerberg zu wandern. Schon von weitem bemerkten wir die abgestorbenen Fichten am Berghang und hatten das Einsehen, dass wir unsere Wanderroute wegen des gesperrten Weges abändern mussten. Dafür konnten wir einen Blick in einen Vorgarten mit einer hübschen Pilzkolonie werfen. Über einen kleinen Umweg und einem leichten Anstieg erreichten wir trotzdem das Plateau. Zahlreiche Hinweisschilder machten uns auf das "Naturschutzgegiet Ingerberg" aufmerksam.
Nun setzten wir unseren Weg wie geplant fort und wanderten auf bequemem breiten Weg durch die Waldparzelle "Ingerbergskeller" in Richtung Algert fort. Mehrere Schautafeln mit Denkanstößen gehören zu dem "Besinnungsweg Lohmar", der unseren Weg nutzte.
Auf dem Wirtschaftsweg durch saftig grüne Rübenfelder erfreuten wir uns erst einmal an der ersehnten Herbstsonne - langsam schob sie sich durch die Wolken. Dann gewarten wir den Rundblick über die Nachbargemeinden Weegen, Algert und Inger. Im Hintergrund erblickten wir die Erhebungen der südl. Wahner Heide. Unmittelbar vor uns steht der Fernmeldeturm in Schreck ( in der Nähe der Wahnbachtalsperre ) und auf einer Anhöhe majestätisch die im romanischen Stil erbaute kath. Pfarrkirche "St. Mariä Geburt" in Birk. Die Pfarrkirche ist durch ein Gnadenbild aus dem Jahr 1490 bekannt.
Mehrere Bildstöcke und Wegkreuze erklären sich durch die Pilgerwege zu der Kirche. So auch das "Arma Christ Kreuz" in Algert. Das Kreuz wurde im 18. Jahrh. von einem unbekannten Handwerker angefertigt. Die hübsch colorierten Verzierungen dieser Art Kreuze stellen die Leidenssymbole Jesu aus der Passionsgeschichte dar. So erkennt man
- den Sündenfall,
- den Geldbeutel des Judas,
- das Schwert des Petrus und
- das Salbengefäss der Magdalena.
Wir setzten unseren Weg fort und näherten uns dem Pferdsbach. Bei diesem Weg handelt es sich um einen seit Jahrhunderten befahrenen Hohlweg, der von Inger kommend über Algert nach Lohmar führt. Ehemals mühsam in Handarbeit angelegt, ist er heute fast verlandet. Für uns aber wandergerecht und idyllisch!
Mit einer kleinen Holzbrücke querten wir die Sauren Wiesen des Auelsbach. Hier nutzte ein Teil der Gruppe die Möglichkeit, die Wanderung abzukürzen und wanderte nach Lohmar zurück. Der andere Teil der Gruppe orientierte sich in Richtung Holzbach. Den Weg entlang des tiefen Kerbtals mieden wir. Es ist die Trainingsstrecke der Mountenbiker. In respektvollen Abstand wanderten wir quer durch den Wald und gelangten in ein Gelände mit frischem Holzeinschlag. Es half  nichts, wir mussten den von den forstwirtschaftlichen Fahrzeugen ramponierten Weg nutzen, um auf den "Erlebnisweg Sieg" zu stoßen. Wir folgten dem Weg nur kurz und zweigten in einen bachbegleiteten Weg ab. Eine kleine Lichtung mit Weiher, Bänken und reichlich Sonnenschein verleitete uns zu einer zusätzlichen Rast.
Nun zog es uns nach langer Zeit wieder einmal zu den Fischteichen, die an der Grenze des Siegburger Staatsforst liegen und vom Rothenbach gespeist werden.
Jetzt, im Herbst, waren die Teiche z.Teil schon abgefischt und trocken gelegt. Die Wasservögel begnügten sich mit den restlichen kleinen Wasserzonen, und es hatte sich auf den trockenen Teichsohlen ein eigener bunter Winterbewuchs gebildet.
Wir umrundeten die Teiche auf unserem bekannten Weg.
Eine Unterquerung der B 56 führte uns in den Stadtteil Siegburg-Stallberg. Wir durchstreiften das Wohngebiet und fanden in einem Einkaufszentrum das Kaffee für unsere Schlussrast.
Wegen der guten Busverbindung und des Anschluss an die Linie 66 gelangten wir schnell nach Hause.

Gisela Schneider