Brohlbachtal mit Bausenberg - Wanderung am 15. Sept. 2019

Für die heutige Wanderung im Brohltal nutzten wir die gute Verbindung von DB und Bus aus. Wir fuhren mit der Ahrtalbahn nach Ahrweiler und stiegen in den Bus der Linie 800 um. 
Die Busfahrt war ein kleines Erlebnis. Von der Höhe in Ramersbach aus hatten wir einen weiten Ausblick auf die Region 'Mittleres Brohltal'. Zahlreiche bewaldete Hügelketten wechselten mit abgeernteten Kornfeldern ab, die in der Herbstsonne goldgelb erschienen. Der Fahrweg durch das schmale Vinxtbachtal führte nach Königsfeld und wieder hinauf durch Dedenbach nach Niederzissen - Bächelsberg. 
Hier, an der nördlichsten Grenze von Niederzissen stiegen wir aus und sahen vor uns schon die bewaldete Bergkuppe des Bausenberg. Der Themenwanderweg 'Eifelleiter' leitete uns auf kürzestem Weg zu dem Einstiegspunkt des Naturschutzgebietes Bausenberg. 
Die Erklärung auf einer Schautafel machte uns auf den Aufstieg neugierig. Wir lasen: "Der Bausenberg, Deutschlands schönster und besterhaltener Vulkan vom Typ Schlackenkegel, stellt unter den vielfältigen Eifelvulkanen mit seinem in der Unversehrtheit einmaligen Ringwall mit Hufeisenkrater wohl ein Unikum dar. Er war vor etwa 150 000 Jahren über einen Zeitraum von wenigen Wochen aktiv und gehört mit zur jüngsten Generation von Basaltvulkanen in der Osteifel. Der Lavastrom durchbrach den Ringwall und ergoss sich bis ins Vinxtbachtal nach Gönnersdorf."
Ein bequemer breiter Waldweg führte uns zu der Krone des Ringwalls hinauf. In einer Schneise, eigentlich als Startrampe für Gleitschirmflieger gedacht, machten wir eine kurze Rast und freuten uns über den weiten Ausblick. Zu unseren Füßen erkannten wir die Ortschaft Niederzissen, das Ziel unserer heutigen Wanderung. 
Der Weg wurde schmaler und die herumliegenden Schlackebrocken immer größer. Schließlich, in 339,8 m Höhe führte uns die Route M (Geo-Route-Mittleres Brohltal) über die Ringkrone, an deren Rand sich die schwarz verbrannten Schweißschlacken aufgebaut haben.
Über einen Trampelpfad ging es nun hinab in den Kraterbereich, der schon seit mehr als 100 Jahren besiedelt ist. In dem eingezäunten Areal tummelte sich ein Rudel zahmer Rehe. 
Der Weg entlang des Zauns brachte uns wieder zu dem Ausgangspunkt unseres Rundweges. 
Wir vertrauten uns wieder der Wanderroute 'Eifelleiter' an und gelangten zum 'Rodder Maar'. Wir kannten das Maar schon von einer anderen Wanderung her, hatten aber wiederum Spaß an dem munteren Treiben der Wasservögel. Ein riesiger blühender Seerosenteppich hatte die Wasserfläche überzogen. 
Unser weiterer Weg führte über die offene Maarheide mit Blick auf die Burg Olbrück. Im Vorbeigehen beobachteten wir die Gäste des 'Maarhof', die eifrig die Swingolf-Anlage ausprobierten.
Nun wanderten wir von der Höhe hinab und trafen in der Ortschaft Holzwiesen auf den Brohlbach-Uferweg. Burg Olbrück auf ihrem Vulkankegel und der noch höhere Perlekopf standen hoch und bedrohlich über uns. 
Der bequeme schattige Weg führte uns an einem Campingplatz vorbei nach Oberzissen. Wir durchquerten einen Viadukt der Touristen - Attraktionen ' Vulkan-Express' (die Schmalspurbahn wurde im 19.Jahrh. für den Transport des Tuffstein ins Rheintal gebaut) und gelangten zu der Sauerquelle in Oberzissen. Als Sauerbrunnen bezeichnet man Mineralquellen, die bevorzugt in Gebieten mit vulkanischen Aktivitäten auftreten. Vom gelösten Eisen rotgefärbt, sprudelt das Wasser unter einem Mühlstein hervor. 
Begleitet  von dem plätschernden Brohlbach durchwanderten wir eine Auenlandschaft mit Schwarzerlen und Weiden.Das letzte Wegstück führte uns als Dorfstrasse am Info-Zentrum Vulkanpark vorbei nach Niederzissen. 
Die Zeit bis zu unserer Heimfahrt nutzten wir für unsere Schlussrast. Nach dem heißen Tag schmeckte uns das Wasser fast besser als der Kaffee.                     
Anschließend fuhren wir mit dem Bus der Linie 810 nach Sinzig und hatten dort Anschluss an den Zug der DB nach Bonn.
Gisela Schneider