Kunst - und Kulturlandschaft Streuobst in Alfter. - Wanderung am 16. Febr. 2020

 

Westlich von Bonn, von der Rheinebene hinauf bis auf die Höhe des Vorgebirges erstreckt sich die Gemeinde Alfter. Ihre heutige Größe entstand bei der Gebietsreform im Jahr 1969 durch die Zusammenlegung der Ortschaften Alfter, Gielsdorf, Oedekoven, Impekoven, Nettekoven und Witterschlick.


Durch dieses Gebiet schlängelt sich der Themen-Wanderweg 'Kunst- und Kulturlandschaft Streuobst in Alfter', der die Sehenswürdigkeit dieser Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen, Weiden, Pferdekoppeln und Ausläufern des Kottenforstes hervorhebt.
Info-Tafeln vermitteln das Wissen um den traditionellen Obstanbau in Alfter und die Wichtigkeit der Streuobstwiesen für Flora und Fauna. Der Pfad wird durch künstlerische Elemente aus verschiedenen Materialien begleitet, die von Bildhauern der 'Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft' angefertigt wurden.
Für die heutige Wanderung fuhren wir vom Busbhf. Bonn aus mit der Linie 845 nach Nettekoven. Von hier aus führte uns der kürzeste Zuweg zum Startpunkt des Themenwanderweges.

Die Wegemarkierung 'gelbe Birne auf weißem Grund' zeigte uns den Weg durch das Landschaftsschutzgebiet. Als Winterwanderung begrüßten wir den ebenen Asphaltweg durch Impekovens Randbebauung. Zunehmend prägt sich die Landschaft mit Viehweiden, Ostplantagen und Obsthöfen, in denen im Herbst die Ernte vermarktet wird.
In leichtem Anstieg wanderten wir auf die Anhöhe 'Goldberg' - für uns der höchste Punkt der Wandertour. Nun ändert sich die Landschaft. Parzellen mit kahlen, bizarr wirkenden Obstbäumen wechseln sich mit von Hecken eingegrenzten Pferdekoppeln ab. Einige Pferde grasten auf ihren Weiden. Auch wir freuten uns über das herrliche Wanderwetter mit Sonnenschein und erfrischenden Windböen.

Als erste Sehenswürdigkeit betrachteten wir den Wasserturm in Gielsdorf. Bis in die 1970er Jahre wurden die Gielsdorfer Bürger aus diesem Turm mit Trinkwasser versorgt.  Nun führte uns der Weg in den Kottenforst, und wir genossen den weichen Waldboden auf unserem Weg.
Die Schutzhütte 'Sängerkreuz' bot sich für die Mittagsrast an. Gestärkt zogen wir weiter. In der Gemarkung 'auf dem Rott' in Oedekoven steht eine hübsche kleine Kapelle aus dunklem Lavastein. Wir lasen: Ein Alfterer Bürger erbaute die 'Judas-Thaddäus-Kapelle' aus Dankbarkeit für Gebetserhörung.

Den 'Ruheplatz Lohhecke' an der 'Olsdorfer Bahn' hat der Heimatverein Alfter erneuert. Nach dem 'Probesitzen' legten wir einen Abstecher zum 'Johanneshof' ein. Das Gebäude ist der ehem. Besitz des Johanniter-Ordens und wird heute von der 'Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft' genutzt. In dem zugehörigen Skulpturen - Park stellen die Studenten ihre Werke aus. Wir nahmen uns die Zeit für das Betrachten der Steinskulpturen und erfreuten uns gleichzeitig an dem weiten Ausblick über das Rheintal.
Auf der 'Alfterer Hufebahn' prägen riesige Brombeerbüsche die Landschaft. Das 'Herrenhaus Buchholz' ließen wir am Wegesrand liegen und wanderten bergab in Richtung Alfterer Ortskern. Zum Abschluss gönnten wir uns einen kleinen Abstecher zu dem 'Aussichtspunkt Böhlingen' mit einer kleinen Rast und einem weiten Blick über die Rheinebene bis zum Siebengebirge.
Im Alfterer Ortskern endet der Themen-Wanderweg. Hier, in der Ortsmitte fanden wir ein Kaffee, in dem wir sehr freundlich bedient wurden. An der naheliegenden Bushaltestelle hatte uns der Bus wegen des Karnevalszuges 'draufgesetzt'. So wanderten wir den Berg hinab zu der Stadtbahn Linie 18 und erreichten Bonn in kurzer Zeit.
Gisela Schneider