Weihnachtskrippe Rheinbrohl - Wanderung am 12. Jan. 2020

 

Die Wandergruppe (dieses Mal stark vertreten!) traf sich am Bahnhof Beuel und fuhr mit dem Zug RB 27 nach Bad Hönningen.
Schon beim Verlassen des Bahnhofs erblickten wir Schloss Arenfels. Hoch oben auf einem Felsen des Burgbergs wurde es von der Morgensonne angestrahlt - aber in der Ferne drohten schon die ersten Regenwolken.
Schloss Arenfels - früher auch Arienfels genannt - ist eine Anlage, die auf eine mittelalterliche Wehrburg aus dem 13. Jahrh. zurückgeht. Die Burg wurde nie zerstört, sondern erhielt ihre heutige Gestalt bei dem Umbau zu einem Schloss. In neugotischer Stilrichtungen, heller Ockerfarbe und einem unverwechselbaren hohen Turm mit Kegelhelm ist das Schloss seit jeher Bad Hönningens Wahrzeichen. Es steht unter Denkmalschutz, ist heute Privatbesitz und wird gewerblich als Eventlocation genutzt. 
Wir durchstreifen Bad Hönningens Altstadt mit z. T. sehr schönen Fachwerkhäusern und gelangten an den Fuß des Burgberg. Wir suchten uns einen leichten, ebenen Weg entlang der Rebhänge. Eine Hinweistafel informierte uns über schon im Jahr 1019 erwähnte Weingärten. Nach einem verheerenden Reblausbefall im Jahr 1930 wurden die Weingärten gerodet, und es entstand nach Neuanpflanzungen der größte zusammenhängende Weinberg am Mittelrhein.
In der Ortsgemeinde Oelsberg stießen wir auf Rheinhöhenweg und Rheinsteig und folgten ihren zuverlässigen Markierungen.
Hübsch anzusehen war die kleine 'Fatima-Kapelle' am Wegesrand.
Ein weiteres Schild am Wegesrand verwies auf eine Stelle, auf der im Jahr 1859 im Ort Hönningen das erste Kohlensäurevorkommen entdeckt wurde. Mit dieser Mofette begann die Kohlensäure-Industrie in Bad Hönningen.
Der Hangweg entlang des 212 m hohen Oelsberg bescherte und begeisterte uns mit einem Blick über das Rheintal mit der Ortschaft Bad Breisig und der Burg Rheineck. Zu unseren Füßen bemerkten wir das 'Erlebnismuseum Römerwelt' - und über uns hatten sich die Wolken zusammengezogen.In der Anlage von Gut Arienheller war Zeit für unsere Mittagsrast. 
Anschließend zeigte sich die Umgebung von ihrer ländlichen Seite mit Pferdekoppeln und Weiden. In leichtem Anstieg erwanderten wir den Hangweg entlang des 'Hungerberg'. Wiederum standen wir am Fuß weitreichender junger Rebhänge, die den Berg überzogen. 
Der Ausblick von einem kleinen Unterstand aus gab uns unser Ziel - die Kirche St. Suitbert - in Rheinbrohl frei. 
Der Rheinhöhenweg führte uns durch Rheinbrohls höchstgelegene Wohnbebauung und über die Brückenquerung der B 42 zu der kath. Pfarrkirche. Die Kirche ist dem im Jahr 713 n. Chr. verstorbenen angelsächsischen Missionar Suitbert geweiht. 
Begeistert betrachteten wir die liebevoll und aufwendig  gestaltete Krippenlandschaft aus Baumwurzeln, Grünschnitt und lebenden Pflanzen, in der die 'hl. Familie' und zahlreiche Tiere plaziert waren. Der Fleiß der engagierten Freiwilligen beim Aufbau der Krippe wird seit dem Jahr 1991 mit der Auszeichnung 'Größte künstlerisch gestaltete Wurzelkrippe Europas'  belohnt. 
Bevor wir den Rückweg nach Bad Hönningen antraten, ließen wir uns in einem Kaffee  mit Kuchen und Sonstigem verwöhnen.
Unser Rückweg führte uns durch die weiten Wiesen der Rheinauen, hier 'In der Laach' genannt. Am Wegesrand erblickten wir den nachgebildeten 'Wachturm Nr. 1', der den Grenzverlauf des 'Limes' auf der rechten Rheinseite markiert. Infotafeln erinnerten uns an die geschichtlichen Einzelheiten des Limes. 
Froh, dass uns der Regen verschont hat, bestiegen wir in Bad Hönningen den Zug RB 8 und trennen uns wieder in Beuel.
Gisela Schneider