Wanderung am 11.Dezembwer 2016         Venusberg - Marienforster Tal

Auf Bonner Stadtgebiet zwischen den Ortsteilen Poppelsdorf, Ippendorf und Venusberg befindet sich ein kleines naturbelassenes Stückchen Erde: das Melbtal. Im Jahr 2013 als Naturschutzgebiet erklärt, hat das kleine waldreiche Tal urwaldähnliches Aussehen angenommen. Ein kleiner Bach, der einmal Melbbach,  ein andermal Engelsbach genannt wird, durchquert das Tal in zahlreichen Mäandern. Die altersschwachen Buchen liegen ungeordnet herum, wie sie gerade gefallen sind - mittlerweile von Kletterpflanzen eingenommen.

Wir fuhren mit dem Bus nach Poppelsdorf. Ein Hangweg brachte uns am Melbbad vorbei zu der Außenstelle des Botanischen Garten der Uni Bonn. Munter plätscherte uns der Engelsbach entgegen. Er entspringt auf dem Venusberg,  versorgt den Poppelsdorfer Schlossweiher und mündet anschließend unterirdisch in den Rhein.
Mit dem Troschelpark betraten wir das Melbtal. Ein Gedenkstein erinnert an Prof. Troschel,  einen ehem. Vorsitzenden des Bonner Verschönerungs Vereins.
In leichtem Auf und Ab wanderten wir über den Melbpfad. Die "Jufferetrepp"  zu einer Schutzhütte hinauf ließen wir am Rande liegen.  Über sie führte früher eine Querverbindungen nach Ippendorf.
Eine Ziegelsteinbrücke wurde im Jahr 1842 errichtet, um den Bewohnern des Gutes Melb den Zugang zu ermöglichen. Wir überquerten die historische Brücke und gelangten in den "urigen" Teil des Melbtals. Holzplanken führten uns über die Bachschleifen und über Treppenstufen bewältigten wir die An- und Abstiege.
Allmählich wurde der Weg breiter, und wir erreichten den Nachtigallenweg. Wir folgten ihm an der Auferstehungskirche vorbei in den dichten Wald mit den "Gespensterbuchen". Wir hatten schon bei anderen Wanderungen vereinzelt diese Kopfbuchen angetroffen.  Aber man erfreut sich immer wieder bei ihrem Anblick. Am Tiergehege konnten wir auch nicht vorbei gehen. Wir mußten uns das muntere Treiben der Wildschweine ansehen.

Nun gelangten wir auf den "Weg der Artenvielfalt". Der Weg soll Kinder auf einer Entdeckungstour durch den Wald führen. Aber auch wir hatten Spaß an dem Klangholz und anderen Aktionen.
Auf dem Plateau des Venusberg umwanderten wir das Annaberger Feld. Am ehem. Forsthaus Venne (heute Niederlassung des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft) trafen wir auf den geologischen Lehrpfad,  der sich bis in die Bad Godesberger Innenstadt zieht.

Schon bald sahen wir das Hinweisschild "Archäologisches Denkmal Ringwall Venne". Begünstigt durch das Kerbtal des Venner Bach wurde der Ringwall im frühen Mittelalter als Schutzwall für eine Fliehburg errichtet. Zu sehen ist nur noch die Aufschüttung.
Nach einer kurzen Rast wanderten wir, begleitet vom Venner Bach, ins Marienforster Tal hinab.
Die Marienforster Promenade erreichten wir über eine Brücke. Begleitet vom ungezähmten Godesberger Bach und vom ruhigen Mühlenbach durchwanderten wir einen Park. Die restaurierte Anlage "Kurfürstlicher Mineralbrunnen Draitsch" gefiel uns.
Nachdem der Chemiker Ferdinand Wurzer Heilkräfte des Quellwassers bescheinigt hatte, weihte der letzte Kurfürst Max Franz im Jahr 1790 die Quelle ein. 1972 endete der Kurbetrieb nach vielen Höhen und Tiefen. Heute kann man sich nur noch an dem Wasser erfreuen. Die Quelle ist erneut als "staatlich anerkannte Heilquelle" zertifiziert worden.

Nach ein paar Schritten erreichten wir Bad Godesberg's Innenstadt. In "unserem" Kaffee hatten wir uns zum Glück angemeldet - es war verkaufsoffener Sonntag und viel Trubel in der Stadt.

Gisela Schneider