Der 100-Weg  -  Bad Münstereifel


Anlässlich der Jubiläumsfeier '100 Jahre Eifelverein Ortsgruppe Bad Münstereifel' wurde im Jahr 1990 der 100-Weg eingeweiht. Der Rundweg erstreckt sich über ca. 16 km als breiter Waldweg in stetem Auf und Ab durch das Muenstereifeler Naturschutzgebiet. Wir kürzten die Wanderung aber auf unsere gewohnte Streckenlänge ab.

Die nordrhein-westfälische Stadt Bad Münstereifel liegt inmitten bewaldeter Berghänge im Tal der Erft. Durch die vollständig erhaltene Stadtmauer und eine Burganlage behält die Ortschaft ihren mittelalterlichen Scharm. Die Innenstadt mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und alten Gassen wurde komplett unter Denkmalschutz gestellt.
Zur Zeit der Jahrhundertwende 1900 fotografierte ein Muenstereifeler Buchdrucker seine Stadt in der Absicht,  Ansichtspostkarten anzufertigen. Unter dem Motto "Münstereifel um 1900" stehen heute Schautafeln mit einer Auswahl der Fotografien an originalen Schauplätzen des Ortes. Sie veranschaulichen dem Betrachter die baulichen Veränderungen in den letzten 100 Jahren. - Seit 1929 ist Bad Münstereifel ein anerkannter Kneipp- Kurort. Zwei Kurparkanlagen und ein Damwildgehege laden zum Betreten ein.

Bei herrlichem Wanderwetter fuhren wir mit der S23 nach Bad Münstereifel und starteten unsere Wanderung außerhalb der Stadtbefestigung am Bahnhof. Durch das 'Werther Tor', eines der vier vollständig erhaltenen Stadttore betraten wir den historischen Stadtkern. Wir erfreuten uns erst einmal an den malerischen Fachwerkhäusern, ehe wir die Erft überquerten und die Treppenstufen zur Burg hinaufstiegen. Die Burg wurde im 13. Jahrh. von Graf Gottfried von Jülich erbaut und befindet sich seit 1984 in Privatbesitz mit Gastronomie und Senfmühle.

Auf der Höhe verließen wir den Stadtkern durch das Johannistor. Der durchgehend mit (100) gezeichnete Weg machte uns die Orientierung leicht. Die Route führte uns durch den 'Queckenwald'. Er gab dem 'Jüdischen Friedhof im Quecken' und der Ringwallanlage 'Alte Burg im Quecken' den Namen. Ausgrabungen zufolge wurde die Burganlage im 9. Jahrh. von den Karolingern errichtet. Das Bruchsteinfundament des Rundturms erinnert noch an die Fliehburg.
Nach der ersten Rast wählten wir einen Feldweg hinauf zu der Ortschaft Rodert, bekannt durch die Jugendherberge und eine Wallfahrtskapelle. Hier, inmitten großer Weideflächen hatten wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Wir blickten über riesige Wälder bis hin zu den Ausläufern der Ahrhöhen.


Über einen schmalen Pfad tauchten wir wieder in den Wald ein und stiegen entlang des Schiesbach zu einem Parkplatz hinab. Dort durchquerten wir das Damwildgehege. Möglichst leise und unauffällig schlichen wir über unseren Weg,  um die Tiere auf der Wiese nicht aufzuschrecken. Aber genüsslich kauend warfen diese nur einen kurzen Blick auf uns. Wir setzten unsere Wanderung durch den Buchenwald am Fuß des 451,3 m hohen 'Haarscheid ' fort und durchquerten das 'Schleyertal'.


Genug vom steten Auf und Ab - wir verließen den 100- Weg. Am Fuß von ' Wehnsberg' und 'Giersberg' durchwanderten wir das 'Schleidbachtal'. Im 'Kurpark Schleid' mit idyllischen Teichanlagen und zahlreichen Bänken schlossen wir gemütlich unsere Wanderung ab.
Bei Kaffee und Kuchen vertrieben wir uns die Zeit bis zu unserer Heimfahrt nach Bonn.

Gisela Schneider