Wanderung am 12. Febr. 2017: das "Grüne C" in Bonn

Das " Grüne C " ist ein Landschaftsprojekt im Rahmen der Regionale 2010 im Ballungsraum Köln - Bonn. Der durchgehend asphaltierte Weg in Form eines C verbindet die noch vorhandenen Landschaftsräume zwischen sechs links- und rechtsrheinischen Siedlungsgebieten. Ziel ist, die Freiräume dauerhaft zu erhalten und zu schützen. Es sind die linksrheinischen Siedlungsgebiete Bonn, Alfter und Bornheim. Die rechtsrheinischen Siedlungsgebiete betreffen Niederkassel, Troisdorf und St.Augustin.
Das 61 km lange Wegesystem wird mit Link bezeichnet. Portale mit Infotafeln vermitteln Wissenswertes über die einzelnen Landschaftsräume. Eingelassene Bodenplatten sollen die Orientierung erleichtern, und die zahlreichen Sitzgelegenheit versprechen eine gemütliche Wanderung. Heute erwanderten wir die linksrheinische Route.

Zahlreich vertreten,  starteten wir am Eingang "Messdorfer Feld". Die Infotafel belehrte uns, dass auf dem fruchtbaren Ackerland Getreide und Gemüse angebaut wird. Der Weg zum nächsten Portal führte uns an Hecken und wildwachsendem Gehölz vorbei. Die Maler August Macke und Hans Thuar malten seinerzeit die Landschaft "Messdorfer Burgweg". Wir verglichen die Bilder auf der Steele mit dem heutigen Burgweg. Nur noch der Hohlweg,  in den der Burgweg mündet, ist wiederzuerkennen. Weiter ging es durch die Ortschaft Messdorf.
Ein Blick auf Gut Ostler mit der kleinen Kapelle vor der Tür lohnte sich. Der Hof weist eine 1200-jährige Geschichte vor. Ehemals ein Zehnthof - heute ein biologisch-dynamischer Landwirtschaftsbetrieb. Noch bekannter ist der Hof durch sein pädagogisches Freizeitprogramm für Kinder.
Abgedeckte Erdbeerfelder, Spargelwälle und ein Blick auf den Höhenzug des Vorgebirges zeigten uns, dass wir auf die Region Alfter zuwanderten.

Das nächste Portal steht an einer Streuobstwiese. Die Obstplantagen stehen hier im Windschatten des Vorgebirges und profitieren von dem milden Klima. In den Gewächshäusern gedeihen Gemüse und Zierpflanzen. Am Rande einer Dransdorfer Gartenanlage trafen wir auf das Portal " Zehn(t)freiacker ". Der Name weist auf die Steuerlast hin, die die Bauern ehemals erst der Kirche,  danach ihren weltlichen "Herren" schuldeten.


Die überdachte Sitzgelegenheit wählten wir für eine Rast. Jetzt zur Mittagsstunde zeigte sich auch zaghaft die Sonne. Das nächste Wegstück führte uns auf wildwachsendes Gestrüpp zu. Ein Hinweis ließ uns staunen: Hier leben Fasane.
Kleine Waldparzellen,  Obstplantagen und verwilderte Brombeerbüsche säumten den Weg zum Neu-Tannenbusch. Das große Freizeitgelände mit Angelteich und Spielgerärten nennt sich "Grünzug Nord". Der erst im Jahr 2014 eingeweihte Abenteuer-Spielplatz "Rosenfeld" in Buschdorf berücksichtigt auch die Belange der Jugend.

Nun wanderten wir zu dem letzten der linksrheinischen Siedlungsräume, zur "Kieslandschaft Bornheim". Der Weg führte durch ein Sand- und Kiesabbaugebiet. Heute am Sonntag standen die Förderbänder still, und wir wanderten unbehelligt zum Herseler See. Stillgelegt, rekultiviert und unter Naturschutz gestellt hat sich hier eine artenreiche Flora und Fauna gebildet.
Vollgestopft mit viel Wissenswertem steuerten wir unsere Schlussrast in Hersel an. Mit Kaffee und Kuchen versorgt, beendeten wir die Wanderung und traten unseren Heimweg an.
Gisela Schneider