Wanderung am 08. Oktober 2017            Zum Hölzernen Mann

               
Die skurrile Holzfigur 'Hölzerner Mann' unbekannter Herkunft steht neben einer Schutzhütte im Swister Busch. Ihr genauer Standort ist ein Waldstück auf dem Ville-Rücken nördlich der Ortschaft Swisttal-Heimerzheim.
Wir fuhren mit dem Linienbus 845 nach Heimerzheim. Über den Swistbach-Uferweg verließen wir die Ortschaft. Den Swistbach überquert, wanderten wir über eine sehr alte Kastanienallee zur Burg Kriegshoven hinauf. Der Privatebesitz ist für uns gesperrt und wir schlichen uns auf den Hof, um einen Blick auf das hübsche barocke Herrenhaus zu werfen.
Wir wanderten an der Burg vorbei. Der Anstieg lohnte sich. Weite Ackerflächen taten sich vor uns auf. Mittendrin erkannten wir den Wülfinghof, ein großes bäuerliches Anwesen.
Der Weg führte uns entlang der Waldgrenze und ging in einen schmalen, kurvenreichen Waldpfad über. Die vielen Schlammlöcher auf dem Weg erforderten von uns einige akrobatische Übungen. Aber die Sonne zeigte sich wider Erwarten und versöhnte uns.
Nun trafen wir auf den Karl-Kaufmann-Weg, der uns an der Ortschaft Metternich vorbei in den Swister Busch leitete. Lichte Stellen im Wald ermöglichten uns einen Blick vom westlichen Villerücken aus in das ausladende Swistbachtal. Hovenerhof und Swisterhof mit ihren zahlreichen Pferdekoppeln lagen vor uns.
Zur Mittagszeit erreichten wir die  Schutzhütte 'Hölzerner Mann'. Neugierig betrachteten wir die Holzfigur. Die Holzwerkzeuge und der Spruch auf dem Hut erklärten uns die Bewandnis der Figur:
          Nun steh ich hier aus Holz gemacht
          und wünsch dir einen guten Tag.
          Ich wünsch dir auch viel Glück im Leben,
          drum schenke mir das Holzerleben.
          Besuchst du mich zur Weihnachtszeit
          beglück ich dich zur Maienzeit.
Die Holzfigur ist ein Denkmal für einen Waldarbeiter, umgangssprachlich auch Holzer genannt. Diese "niederen" Arbeiter wurden bis Ende des 19. Jahrh. von den Förstern tageweise angeheuert. Sie arbeiteten im Winter als Waldarbeiter und im Sommer als Zimmerer.
Wir setzten unseren Weg durch den Herbstwald fort. Alle Sorten Pilze wecken unsere Aufmerksamkeit, sogar der seltene Tintenfisch-Pilz mit seinen Hexeneiern.
Wir durchwanderten riesige abgeerntete Ackerflächen und sahen schon von Weitem den Rösberger Wasserturm vor uns. Er versorgte lange Zeit die Gemeinde Rösberg mit Frischwasser. Aufgrund seines Alters (aus dem Jahr 1919) gilt er als technisches Kulturdenkmal. Heute ist er bewohnt, und wir beneiden die Mieter um den Ausblick auf die Kölner Bucht.
Ein Hofladen bot seine Ware an, und wir deckten uns für nächste Woche mit Gemüse ein.
Ein gemütliches kleines Hofkaffee in einem romantischen Vierkanthof verleitete uns zur Einkehr. Witterungsbedingt saßen wir geschützt im Wintergarten und ließen es uns schmecken.
Nun hatten uns die Regenwolken doch noch eingeholt. Im Nieselregen stiegen wir den östlichen Hang des Villerücken hinab zur Ortschaft Merten. Wir durchquerten die Ortschaft, gelangten zur Haltestelle der Linie 18 und traten die Heimfahrt an.

Gisela Schneider