Wanderung am 15. Januar 2017         Durch Das Hanfbachtal

Als Winterwanderung über durchgehend befestigte Wege bieten sich das Hanfbachtal und der anschließende Sieghöhenweg an.
Wir hatten unseren Wandertermin wegen Glatteis verschoben. Heute aber ließ das Wetter einen Ausflug zu, und die lange Busfahrt nach Hennef steigerte die Vorfreude auf die Wanderung.


Die Stadt Hennef (auch Stadt der 100 Dörfer genannt) liegt am Zusammenfluss von Hanfbach und Sieg. Der Name "Hennef " entwickelte sich aus " Hanapha ", dem einsteigen Namen des Hanfbachs.
Vom Bahnhof aus wanderten wir in den alten Stadtteil Warth. Dort, Ecke Mühlenweg,  steht das denkmalgeschützte " Drei Giebel Haus ". Bis in das Jahr 1758 befand sich in dem Gebäude die Poststation der Thurn und Taxischen Postlinie Köln - Frankfurt. Heute ist es ein Restaurant, fällt aber immer noch durch seine hübsche Architektur auf. Wir folgten dem Mühlenweg und bevorzugten wegen der Wetterverhältnisse die Hanfbachtalstraße.
In dem Ortsteil Geisbach fiel uns ein im alten Stil renovierter Gutshof auf. Es ist der Vierkanthof  " Bödinger Hof", in dem ein Investor unter Denkmalschutzbedingungen Eigentumswohnungen entstehen lässt.
Bald mündete die Straße in einen Wanderweg,  und wir gelangten an Wiesen und Feldern entlang in den ruhigeren Teil des Hanfbachtals. Reihen alter Weiden teilen einzelne Streuobstwiesen ab, und mittendrin fließt in Sichtweite der Hanfbach. Der Bach entspringt in Rheinland-Pfalz und hat hier nur noch einen kurzen Weg in die Sieg.
Schon von Weitem bemerkten wir die schmucken Fachwerkhäuser des Ortes Lanzenbach. Wir verabschiedeten uns vom Hanfbach und durchquerten die Ortschaft. Nun wanderten wir auf dem Sieghöhenweg. An einem noblen Gasthof und einem verwaisten Campingplatz vorbei führte uns der Weg weiter über Wiesen und Hügel, begleitet vom Rosentalbach, der in einer Senke vor sich hinplätscherte.
Der kurze Hagelschauer machte uns nichts aus. Hier oben auf der Höhe hatte eine dünne Schneedecke die Wiesen und Anhöhen zugedeckt. Ohne Anstrengung umrundeten wir den Finkelsberg und meisterten den Anstieg nach Söven. Nun, oben angekommen,  erfreuten wir uns an dem gewaltigen Fernblick. Im Westen der Oelberg im Siebengebirge,  im Osten der Fernmeldeturm Birk an der Wahnbachtalsperre,  und vor uns der schlanke Turm der Kirche Maria - Heimsuchung in Rott.
Auf der Wanderkarte fiel uns in diesem Gebiet der Begriff "Blätterkohle" auf. Schnell gegoogelt und wir erfuhren: In dem heute bewaldeten Tal zwischen Birlinghoven,  Dambroich,  Rott und Söven befand sich vor 25 Mio. Jahren der Rotter See. Bis Anfang des 19. Jahrh. wurde der versteinerte Faulschlamm in 20 bis 30 m Tiefe als Ölschiefer ( Blätterkohle)  abgebaut. Zufallsfunde fossiler Pflanzen und Tiere machte den kleinen Ort Rott danach bei Fachleuten weltweit bekannt. Das Gebiet wurde unter Naturschutz gestellt.
Heute befindet sich an seinem Rand ein riesiger Golfplatz. Wir umrundeten die Anlage und wanderten durch die Geistiger Mark und über die Kuppe des Weingartenberges hinab ins Siegtal. An der alten Pfarrkirche St. Michael im Ortsteil Geistigen schlugen wir den Weg durch die Kurhauspromenade ein.


Von Anfang des  20. Jahrh. bis in die 80er Jahre war Hennef ein anerkannter Kneipp- Kurort. Das im Jahr 1912 eröffnete und 1984 wieder geschlossene Kurhaus im Ortsteil Geistigen beherbergt heute eine Seniorenresidenz.
Am Bahnhof angekommen,  hatten wir es nicht mehr weit in die Stadtmitte und zu unserer Schlußrast. Wir wärmten uns bei Kaffee und Kuchen auf und traten die Heimfahrt an.

Gisela Schneider