Wanderung am 12. März 2917: durch die Kasseler Heide

Heute, an einem der ersten sonnigen Frühlingstage wanderten wir im nördlichen Teil des Siebengebirges. An der Haltestelle 'Heisterbacherrott Verschönerungsweg ' starteten wir die Route und hatten schnell den "geologischen Aufschluss Weilberg" erreicht. Eine Besonderheit: Der stillgelegte Steinbruch ermöglicht einen Einblick in den Prozess während und nach dem vulkanischen Ausbruch,  bei dem das Siebengebirge vor rd. 25 Mio. Jahren entstand.Der Basalt wurde im 19.Jahrh. abgebaut und zum Straßenbau und zur Befestigung des Rheinufers verwendet. Auf der Trasse der heutigen L268 (zwischen Dollendorf und Heisterbacherrott) transportierte die Heisterbacher Materialbahn das Gestein ins Tal.Der Steinbruch wurde 1942 geschlossen,  die Talban 1951 abgebaut und der Weilberg unter Naturschutz gestellt. 
Wir stiegen zum Plateau hinauf. Hier oben steht der Gedenkstein für das Europadiplom, welches das Siebengebirge für seine Einmaligkeit erhielt.
Aber den schöneren Blick auf den Steinbruch hatten wir von der Sohle aus. Die steilen Hänge mit den Basaltsäulen rahmen einen kleinen See ein, in dem sich der Himmel spiegelt.Wir zogen weiter und gelangten auf den Rheinhöhenweg. Rückwärts blickend machten wir hinter den Bäumen das Kloster Heisterbach aus.

Nun hatten wir unseren ersten Anstieg durch den östlichen Teil der Dollendorfer Hardt. Obwohl die Dollendorfer Hardt mit seinen 246 m zu den flachen Bergen des Siebengebirges gehört, ging es stetig aufwärts. Uns wurde gut warm, und wir legten an einem Unterstand erst einmal eine längere Rast ein. 
Unser nächstes Ziel lautete "Gut Frankenforst". Die heutige Versuchs- und Forschungsstation der Uni Bonn war im Jahr 1173 eine von 5 Höfen,  die in Verbindung mit dem Ort Vinxel genannt wurden. Wir durchquerten eine Teichanlage und gelangten zu dem nördlichsten Teil des Siebengebirges,  der sogenannten "Kasseler Heide". Der langgezogene Hügel mit seinen Wiesen und Ackerflächen gab uns den Blick auf unsere Umgebung frei. Vor uns "zum Greifen nah" der Oelberg. Später sahen wir im Hintergrund den markanten Kirchturm der Ortschaft Rott und vor uns den Michaelsberg in Siegburg mit seinem Kloster.
Wir steuerten Oelinghoven an. Die Ortschaft gehört zur Gemeinde Königswinter - Stieldorf. Der alte Ortskern stammt aus dem 6.-8. Jahrh.,  als das Pleiser Hügelland besiedelt wurde. Aus "Hof des Odil" wurde Oelinghoven. Ein schmaler Pfad längs des Eichenbach führte uns nach Vinxel. Wir umrundeten die Ortschaft und gelangten in den Ennertwald. Hier schlugen wir den Weg über den Paffelsberg (mit seinen 193,5 m Bonn' s höchste Erhebung) ein.
Eine kleine Waldparzelle mit kuriosen Baummissbildungen regte unsere Phantasie an. So erkannten wir den kleinen Elephanten, der sich an einer Buche gebildet hatte.Wir wanderten weiter in Richtung Dollendorf und stiegen entlang des Pirlinbach hinab auf den Rheinsteig. Nun war es nicht mehr weit zum Aussichtspunkt "Rheinblick" und zu der Schutzhütte "Hülle". Uns erwartete ein traumhafter Ausblick über das Siebengebirge und auf der anderen Seite über Bonn mit Posttower und Langen Eugen. 
Über den verschlungenen "Weinwanderweg " des Winzervereins stiegen wir nach Dollendorf hinab und durchquerten die Ortschaft.  Die vielen hübschen Fachwerkhäusern am Wegesrand hatten es uns angetan. Wie üblich stärkten wir uns in einem kleinen Kaffee und traten ziemlich müde unseren Heimweg an. 
Gisela Schneider