Wanderung am 15. Mai 2017: Zum Rolandsbogen

Es führen mehrere Wanderwege zum Rolandsbogen. Wir wählten den Weg durch das Drachenfelser Ländchen. Die gelben Rapsfelder und das frische Grün der Wiesen machen die Gegend zu dieser Jahreszeit sehr reizvoll. 

 Wir ließen uns mit dem Bus auf den Heiderhof bringen und folgten dem Wegweiser "Wachtbergrundweg" durch ein hübsches Waldgebiet -  naturbelassen,  lichtdurchflutet und mit vielen Frühjahrsblumen geschmückt. Es ging abwärts in ein kleines Tal, in dem wir schon bald den Wirgesbach plätschern hörten. 

Wir überquerten den Bach und betraten die Großgemeinde Wachtberg und somit das Drachenfelser Ländchen. Auf einem Hangweg mit Streuobstwiesen umrundeten wir die Ortschaft Liessem. Das Siebengebirge vor uns hätten wir gerne im Sonnenschein betrachtet, aber es hatte zu nieseln angefangen. Machte uns nichts aus, es war nur ein Gewitterschauer.

An einem alten Wegekreuz hatten wir die Höhe erreicht. Unser Rundblick reichte über eine weite Kulturlandschaft mit Obst- und Beerenplantagen. Unten im Tal machten wir die Ortschaft Niederbachem aus. Wir setzten unseren Höhenweg fort und wanderten in Richtung Oberbachem. Wieder begeisterte uns der Blick auf das Siebengebirge und wir zählten auf: Petersberg, Nonnenstromberg,  Drachenfels, Oelberg und Löwenburg. 

Am Höhenfriedhof Oberbachem folgten wir kurzzeitig dem Wanderweg "Feuerroute", suchten uns aber bald einen eigenen Weg mit gemäßigter Steigung. An der Schutzhütte "Grube Laura" legten wir unsere Mittagsrast ein.

Im Drachenfelser Ländchen wurde bis zum Jahr 1909 in mehreren Bergwerken untertage Eisen, Blei,  Kupfer und Zink geschürft. Das Gelände der stillgelegten Grube "Laura" nutzt nun ein Reitsportverein als Turnierplatz - idyllisch gelegen zwischen Züllighovener Bach und vielen Pferdekoppeln. 

Gestärkt wanderten wir weiter und umrundeten den Golfplatz Irrberg. Nun trafen wir auch wieder auf den Wachtbergrundweg,  der uns durch einen alten Buchenwald auf den Rodderberg führte. Der Rodderberg zählt neben Wachtberg, Stumpeberg,  Hohenberg und Dächelsberg zu den markanten Kuppen vulkanischen Ursprungs im Drachenfelser Ländchen. 

Am rheinseitigen Hang des Rodderberg wurde im Jahr 1122 die Höhenburg Rolandseck erbaut. Die Sage berichtet: Fälschlich als im Kampf gefallen gemeldet, findet Ritter Roland seine Braut Hildegunde im Kloster Nonnenwerth, in das sie nach der schrecklichen Nachricht eingetreten war......beide sehnten sich in ewiger Treue nacheinander. 

Die Burg verfiel. Nur das Burgfenster blieb über der Ruine stehen und wird umgangssprachlich als Rolandsbogen bezeichnet. Er galt im 19. Jahrh. als Wahrzeichen der Rheinromantik. Der Dichter Ferd. Freilingrad (obwohl seinerzeit in Unkel lebend)  setzte sich im Jahr 1840 für den Wiederaufbau des inzwischen eingestürzten Rolandsbogen ein. (Ihm wurde auf dem Rodderberg ein Denkmal gesetzt). Heute wissen wir,  daß man den Rolandsbogen dabei durch eine leichte Drehung in eine bessere Position zu den Dampfschiffen auf dem Rhein gebracht hat.

Nun hatte uns zum Schluss doch noch ein kurzer Gewitterschauer eingeholt. Mit viel Glück bekamen wir in dem Wintergarten des Rolandsbogen - Restaurant Platz für unsere Schlussrast. Die Sonne zeigte sich wieder,  und wir kosteten den Blick über das Rheintal ausgiebig aus.

Heimwärts wanderten wir zum historischen Bahnhof Rolandseck.  Er wurde im Jahr 1858 erbaut, um den damaligen Touristen das Umsteigen auf die Rheindampfschiffe zu ermöglichen. 

Heute hat das Gebäude seine Bedeutung durch das Arp Museum,  in dem sich zur Zeit die Skulpturenausstellung des brit. Bildhauer Henry Moore stattfindet. Das Glasfaser - Kunstwerk "large reclining figure" steht unübersehbar vor dem Bahnhof. Vor unserer Heimfahrt nahmen wir uns die Zeit,  es genau zu betrachten.

Gisela Schneider