Wanderung zum Petersberg am 6. August 2017

 

Über den Petersberg nach Königswinter
Auf Wunsch des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg gründeten 12 Zisterzienser-Mönche im Jahr 1189 ein Kloster auf dem Petersberg. Die 336 m hohe Kuppe trug zu dieser Zeit noch den Namen 'Stromberg'. Inmitten 3 herrlicher Linden bauten die Mönche eine Kapelle und widmeten sie dem hl. Petrus. Der Name 'Petersberg' entstand. Eine weitere Kapelle war über lange Zeit das Ziel der Bittwege.
Nach kurzer Zeit verließen die Mönche ihr Domizil und erbauten das Kloster Heisterbach. Praktische Gründe wie der fruchtbare Boden und die Verkehrsverbindung bewogen sie dazu.

Wir starteten unsere Wanderung auf dem Parkplatz der Abtei Heisterbach. Schnell waren wir auf dem Rheinsteig, dem wir heute mit kleinen Ausnahmen folgen wollten. Beschriftete Bruchsteine entlang des Weges berichten über das Leben der Mönche: Als Selbstversorger erschlossen sie das Gelände für Landwirtschaft, Fischzucht und Weinanbau. Der Buchenwald gab dem Kloster den Namen: Heister(= Buche)bach bedeutet Buchen am Bach.
Nun ging es in großzügigen Schleifen zum Plateau des Petersberg hinauf. Dabei überquerten wir mehrmals den Bittweg mit seinen hübschen Andachtskreuzen aus dem 18. Jahrh. Deutlich erkannten wir auch die Trasse einer Bremsbahn. Die Bahn transportierte die Steine des Petersberg-Steinbruch hinab ins Tal. Als Besonderheit zogen die gefüllten Loren bei der Talfahrt gleichzeitig die leeren Loren auf den Berg hinauf.
Der dichte Mischwald wurde lichter, und ein Serpentinenweg führte uns durch eine Wald- und Wiesenlandschaft zur Höhe hinauf.
Mittagsrast - Wir erkundeten das Gelände: Die Fundamente der ersten errichteten Kapelle sind freigelegt. Die 1763 erbaute Wallfahrtskapelle St. Peter steht unter Denkmalschutz. Das großzügige Hotel ist das ehem. Gästehaus der Bundesregierung und heute Tagungsstätte für internationale Konferenzen.
Der Panorama-Biergarten war allzu verlockend. Wir freuten uns aber nur an dem Ausblick über das Rheintal mit Drachenfels und Drachenburg. Heute, bei dem idealen Wanderwetter lag das Panorama selten klar vor uns. Den Plateau-Rundweg schlossen wir mit einem Blick über das Pleiser Hügelland ab. Absteigend gelangten wir auf den Hangweg des Nonnenstromberg.
Einkehrhaus und Rosenburg liegen am Weg. Der Weg von der Eduard Spölgenhütte aus führte uns brückenmaessig über die L 331, und wir folgten wieder dem Rheinsteig.
In Schlangenlinien wanderten wir den Ofenkaul hinauf, ließen sowohl Milchhäuschen als auch Hirschberghütte am Wegesrand liegen und wechselten auf den 'Kölner Weg'.
Nun führte uns die Wanderroute durch einen Hohlweg. Bizarre Baumwurzeln und Felsbrocken regten unsere Fantasie an. Plötzlich tat  sich im Sonnenschein majestätisch die Drachenburg vor uns auf. Wir warfen einen kurzen Blick darauf und tauchten in den Schatten des Nachtigallentals ein. Auf Baumstämmen sitzend ließen wir das Idyll erst einmal auf uns wirken.
Munter plätschert der Mannesbach den Wanderweg entlang. Wildwüchsig und sich selbst überlassen wurde das Nachtigallental als Naturschutzgebiet erklärt. Es beheimatet viele seltene Tiere und Pflanzen.
Ursprünglich wurde der Kerbweg als Transportweg genutzt. Später entdeckten die Königswinterer den Reiz des Tales für touristische Zwecke und gaben ihm den heutigen Namen. Bekanntheit erlangte das Nachtigallental auch durch die Rheinlieder des Mundartdichters und Sängers Willi Ostermann. Sein Denkmal steht am Ende des Nachtigallentales.
Nun hatten wir Königswinter erreicht und beendeten unsere Wanderung in "unserem" Kaffee.

Gisela Schneider