RundWanderung am 9. Juli 2017 durch das Vinxtbachtal

Der 19 km lange Vinxtbach durchfließt die Osteifel und mündet in der Nähe von Bad Breisig in den Rhein. Die Übersetzung des Name Vinxt bedeutet Grenze. Zur Zeit des Römischen Reichs bildete er die natürliche Grenze zwischen Ober - und Niedergermanien. Heute verläuft hier die Sprachgrenze von Kölner und Koblenzer Mundart.
Schönheit und Seltenheit hat sich der Vinxtbach bewahrt, weil er durchgehend naturbelassenen vor sich hinplätschert. Eschen und Schwarzerlen stehen an seinem Ufer.
Hilfsbereite Autofahrer aus unserer Wandergruppe brachten uns zu unserem Startpunkt Königsfeld. Die Ortschaft gehört zum Landkreis Ahrweiler und zur Verbandsgemeinde Brohltal.
Der gut ausgeschilderte Wanderweg startete direkt auf einer Schafweide. Die Tiere hatten es sich im Schatten bequem gemacht und beäugten uns neugierig.
Bald ging es in leichtem Anstieg zum Rodder Maar. Der Reiz unserer Wanderung war der abwechslungsreiche Weg über Acker, Wiesen und durch Raps- und Kornfelder. Kleine Waldparzellen und stachlige Hecken standen mittendrin. Die Ortschaften Königsfeld und Dedenbach lagen zu unseren Füßen, und der Fernblick über die Eifel in herrlichem Sonnenschein war beeindruckend.
Nachdem wir die Waldparzelle Witzenbruch durstreift hatten, lag das Rodder Maar vor uns. Der See trägt seinen Namen zu Unrecht. Er ist nicht vulkanischen Ursprungs, und seine Entstehung rätselhaft. Er könnte durch einen Meteoriteneinschlag entstanden sein. In der Notzeit des 19. Jahrh. wurde der See trockengelegt, um die Agrarfläche zu vergrößern. Die Aktion misslang, und das Gelände wurde 1969 renaturiert. Es entstand ein Paradies für Wasservögel, und wir erfreuten uns an ihrem Geschnatter.
Ganz in der Nähe tront die Burg Olbrück auf einem Vulkankegel. Im Jahr 1100 gegründet, war sie eine der wichtigsten Höhenburgen der Eifel. Mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, ist sie heute das Wahrzeichen des Brohltals.
Wir wanderten weiter zum Königsee. Im Steinberg wurde früher Basalt abgebaut. Die Abbaugrube füllte sich mit Grundwasser, und es entstand ein idyllischer (verbotener) Badesee.
An der nächsten Kreuzung verließen wir die Vinxtbachtalroute und kürzten den Weg über den Burgley ab.
Nun ging es wieder ein wenig bergan zum Aussichtspunkt "Schauinsland". Hier, an einer Grillhütte der Dedenbacher Jugend auf 349 m Höhe verweilten wir. Leider war uns keine klare Sicht auf das Vinxtbachtal, das Siebengebirge und den Westerwald vergönnt.
Für den Rückweg nach Königsfeld wählten wir die Geo-Route "Keramik- Pfad". Eine Künstlergruppe aus Königsfeld stellte im Jahr 2000 plastische Bildwerke aus Holz und Keramik am Wegesrand auf. So bewunderten wir eine 3 m hohe Gemarkungsäule. Die Ortschaften Dedenbach, Königsfeld und Schalkenbach und deren wichtigsten Geschichtsdaten werden darauf benannt.
In der kleinen Waldparzelle "Steinebüschelchen" fanden wir versteckt einen kleinen Basaltsteinbruch und eine Sitzgruppe aus Basalt und Keramik. Eine Bank mit Keramikfüßen steht an einem Bildstock. Zum Schluss verweilten wir an einem Rastplatz, der mit keramischen Himmelskörpern verschönert ist. Ein kleiner Tümpel mit Quelle vervollständigt das Idyll. Königsfeld mit seinem auffällig weißen Kirchturm lag zum Greifen nah vor uns. Wir wanderten hinab und ließen uns nach der Schlussrast dankbar von unseren Autofahrern nach Hause bringen.

Gisela Schneider