Wanderung am 10.04.22

Weilbergrundweg-Lauterbachtal

Der Weilberg gehört zu den östlich liegenden Randbergen des Siebengebirges. Der im Jahr 1940 stillgelegte Steinbruch, den wir heute in großen Bogen umwanderten, gab dem Weilberg Bedeutung.

Wir fuhren mit Linie 66 und dem Bus 520 hinauf ins Siebengebirge, Haltestelle 'Verschönerungsweg'.

Ein steinerner Wegweiser schickte uns über einen hübschen naturbelassenen Zuweg zum Weilbergrundweg.

Große Flächen weißer Buschwindröschen und strahlender Sonnenschein brachten uns den Frühling näher.

Im Tal tat sich vor uns der Königswinterer Stadtteil Heisterbacherrott auf.

Gemütlich wanderten wir hinab zur Talsohle des Weilbergs, Nippental genannt. Kloster Heisterbach konnten wir durch die spärlich belaubten Bäume ausmachen.

Mit Blick auf die Dollendorfer Hardt auf der anderen Seite der Kreisstraße streiften wir eine große Streuobstwiese.

In der Natur versteckt und kaum bekannt ist der 'Schlüsselweiher'. Er war uns den kleinen Abstecher wert.

Auf dem Hof einer Drechslerei erfreuten wir uns an mit einer Motorsäge gestalteten Figuren.

Der steile Hohlweg hinauf zur Kasseler Heide erwies sich als etwas anstrengend. Aber der unverstellte Blick über den weitausladenden Hügel entschädigte uns für die Mühe.

Die Kasseler Heide ist ein Teil des 'Pleiser Ländchen'. Der fruchtbare kalkhaltige Lössboden, in der Eiszeit aus dem Rheindelta angeweht, und das milde Klima im Windschatten des Siebengebirges veranlasste schon die Menschen in der Eisenzeit Landwirtschaft zu betreiben.

Bevor wir die Kasseler Heide überquerten, pausierten wir am Picknickplatz 'Heimatblick'. Wir genossen den Ausblick auf den Oelberg, der mächtig hinter den Ortschaften Heisterbacherrott und Thomasberg hervortritt. Aber auch der Weilberg zeigte sich noch einmal im Hintergrund.

Begehbare Wirtschaftswege durchziehen die Felder mit Gemüse und Getreide, Obstplantagen, Wiesen, Weiden und Pferdekoppeln. Die Rapsfelder blühen schon und verströmen einen feinen süßlichen Duft.

Wieder bot sich ein schöner Ausblick. Sowohl der markante Kirchturm in Hennef-Rott als auch die Abtei auf dem Michaelsberg in Siegburg waren im Sonnenschein auszumachen.

Wir streiften die Ortschaft Oelinghoven nur kurz, um in das Lauterbachtal abzubiegen.

Nun führte uns der Weg, als 'Kapellenwanderweg' ausgewiesen, in stetem Auf und Ab durch eine idyllische Wiesen-und Bachlandschaft.

Jahreszeitlich bedingt mäandert der Lauterbach mit viel Wasser durch das Tal.

Aber nicht nur Landwirtschaft wird im Lauterbachtal betrieben. Verschiedene zum Teil zugemauerte Stolleneingänge am Wegesrand zeugen von unterirdischem Tuffstein-Abbau im 19. Jahrh.. Dank der Eigenschaft Hitze zu speichern, wurde Tuffstein als ideales Material für Backöfen gewonnen.

Seit den 1960er Jahre liefern vier Brunnen-Anlagen aus einer Tiefe von 90m Wasser für den 'Wasserbeschaffungsverband Thomasberg'.

In Heisterbacherrott folgten wir dem 'Kapellenwanderweg' zum Haus Schlesien.

Der frühere Fronhof, dessen Bestandteil Haus Schlesien ist, wurde das erste Mal 1173 urkundlich erwähnt. Über 800 Jahre lang wurde hier Landwirtschaft betrieben.

1978 erwarb der 'Verein Haus Schlesien' die verfallene aber denkmalgeschützte Hofanlage und errichtete neben Gastronomie und Hotel ein 'Zentrum zur Bewahrung und Pflege ihrer Heimat'. (Schlesien)

Auch die 'Nikolaus-Kapelle' im angrenzenden Park stammt aus dem 12.Jahrh..Sie war wahrscheinlich die Hauskapelle des Fronhofs.

Nach unserer gemütlichen Kaffeerunde fuhren wir wieder mit Bus und Bahn nach Bonn zurück.

Gisela Schneider