Wanderung am 12.12.21

'Grüne Mitte' Sankt Augustin

Wir starteten unsere Wanderung in Sankt Augustin-Mülldorf im Rhein-Sieg-Kreis. Mülldorf geht als Weiler bis auf das Jahr 500 v. Chr. zurück.

Bei der Kommunalen Neugliederung im Jahr 1969 wurde Mülldorf ein Ortsteil der neu geschaffenen Großgemeinde Sankt Augustin (die heute Stadt ist). Mehrere Hochhäuser ermöglichen ein riesiges Wohngebiet.

Im Schatten der Hochhäuser beginnt ein Wegezweig des 'Grünen C'.

Das 'Grüne C' ist ein Landschaftsprojekt mit Wegenetz im Ballungsraum Köln-Bonn. Der Name bezieht sich auf die Form des Areals in der Anfangsphase des Projekts im Jahr 2010.

Als Teilprojekt wurde in Mülldorf die Kleingartenanlage 'Gärten der Nationen' angelegt, um das Miteinander der Bewohner mit unterschiedlicher Herkunft und fremdem Kulturkreis beim gemeinsamen Gärtnern zu stärken.

Einfache Steinbänke sind die heutige Wegemarkierung. Wir folgten ihr in die 'Grüne Mitte', eine riesige landwirtschaftlich geprägte Freifläche zwischen den Stadtteilen Menden, Mülldorf und Hangelar. Ein kleines Naherholungsgebiet für die Anwohner!

Das Teilprojekt 'Im Heidfeld' fördert die gezielte Nutzung der Felder, um die Lebensbedingungen der heimischen Tiere zu verbessern. Z. B. hofft man auf die Wiederansiedelung des fast verschwundenen Rebhuhns.

Wolken spiegelten sich in den Glasscheiben der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Sie wurde im Jahr 1995 als 'Ausgleichsmassnahme' nach dem Berlin-Umzug der Bundesregierung gebaut, um den Wissenschaftsstandort Bonn zu stärken.

In Sankt Augustin- Hangelar umwanderten wir das Kloster der Steyler Missionare. Der Kirchenlehrer Augustin ist Patron des im Jahr 1913 errichteten Ausbildungshauses für Missionare. Er ist Namensgeber für den 1969 neu geschaffenen Wohnort Sankt Augustin.

'Corona' verwehrte uns die Besichtigung der Ausstellung 'Krippen aus aller Welt' im Museum des Klosters.

Fast 10 m hoch ist die tonnenschwere Christus- Skulptur am Wegesrand zum Klostergarten.

Wir wanderten weiter zum Flugplatz Hangelar.

Durch das trübe Wetter bedingt herrschte auf der Startbahn für Segelflugzeuge ungewohnte Ruhe.

Im Bonner Stadtteil Vilich-Müldorf gelangten wir in die reizvolle Landschaft des Mühlenbachs.

Der 'Mühlenbach' entspringt in Bonn- Holtorf als 'Holtorfer Bach' und ändert später - bevor er in den Rhein mündet - noch einmal seinen Namen in 'Vilicher Bach'.

Als Ausgleichsmassnahme für die Bodenversiegelung bei der Verlängerung der S13 von Troisdorf nach Oberkassel wurde der 'Vilicher Bach' renaturiert. Er bekam abschnittsweise ein neues, unreguliertes Bachbett. Zahlreiche Baumpflanzungen- darunter stattliche Weiden- sind das Merkmal des hübschen Spazierweges entlang des Bachs.

Am Wegesrand liegt die Burg Lede. Aus einem ursprünglichen Wohnturm aus dem 14.Jahrh. hat sich eine Wasserburg in gotischem Stil entwickelt und ist heute Privateigentum.

Der Uferweg führte uns nach Schwarz-Rheindorf.

Wir nahmen uns die Zeit für einen Blick in die Doppelkirche, die korrekt St. Maria und Clemens heißt.

Anschließend steuerten wir die Gaststätte 'Bahnhöfchen' in Beuel an.

Das 'Bahnhöfchen' war Endpunkt einer Schmalspurbahn. Die Waggons der Rhein- Sieg-Eisenbahn- wie die Bahn in den 1920er Jahren hieß- transportierten Basalt zum Beueler Rheinufer, wo er auf Schiffe verladen wurde.

Nach dem 2.Weltkrieg wurde der Güterverkehr eingestellt.

Der beliebte Personentransport mit der inzwischen in Brohltal-Bahn umbenannte Bahn wurde 1967 aus Sicherheitsgründen eingestellt.

In der Gaststätte 'Bahnhöfchen' beendeten wir unser Wanderjahr 2021 mit einer gemütlichen Schlußrast.

Gisela Schneider