Fahrradtour am 6. Juni 2022

Wasserburgen zwischen Rheinbach und Euskirchen

In kaum einer Region Deutschlands gibt es so viele Wasserburgen auf so engem Raum wie in der Voreifel. Alle sechs Burgen an der Route befinden sich in Privatbesitz und konnten daher meist nur vom Eingangsportal aus angeschaut werden.

Wir starteten die Tour am Bahnhof in Rheinbach. Erste Station der Radlergruppe war die etwas versteckt hinter altem Baumbestand befindliche Burganlage in Peppenhoven. Das Herrenhaus wurde Ende des 17. Jahrhunderts auf einer Insel inmitten von Weihern errichtet und ist auch heute noch bewohnt.

Schloss Miel wurde im 18. Jahrhundert auf den Grundmauern einer zuvor abgebrannten Burg gebaut. Bauherr war der kurkölnische Staatsminister Graf Belderbusch. Das barocke Herrenhaus ist einem französischen Jagdschloss im Stil von Ludwig XIV. nachempfunden. Anfang der 1990-ziger Jahre übernahm eine Investorengruppe das Areal und entwickelte es zu einem Golfclub und einer Eventlocation. Die Kulisse von Schloss Miel dient auch häufig als Drehort für Filme und Serien.

Auf dem Weg zur nächsten Burg wurde die Gruppe von einem Regenschauer überrascht. Schutz fanden wir unter dem Vordach einer Scheune in dem Dorf Dom-Esch. Später klarte der Himmel auf und die Sonne kam schnell wieder hervor.

Weiter ging es zur großen Burg in Kleinbüllesheim. Die Wasserburg wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Die Anlage besteht aus einem zweigeschossigen Herrenhaus, einem Torhaus mit Flankierungstürmen und einer hufeisenförmigen Vorburg mit Stallungen. Das Anwesen ist von einem parkähnlichen Garten umgeben.

Die schmucke Kleeburg in Weidesheim umfasst ein kleines Herrenhaus aus Bruchstein und eine dreiteilige Vorburg. Die Burganlage ist Wohnort der Eigentümerfamilie und Firmensitz von Daniels & Korff (feine Hemden und Blusen).

Über den sehenswerten Marktplatz von Flamersheim erreichten wir Burg Flamersheim. Die Burg wurde ca. 1780 zu einer barocken Schlossanlage umgebaut. An der Hauptzufahrt zum Schloss befindet sich ein verwinkelter Gutshof. Ehemalige Stallungen, Remisen, Wirtschaftsgebäude und das einstige Inspektoren Haus werden heute u.a. als Hotel und Kochschule genutzt. Es gibt zwei Restaurants, einen großen Veranstaltungssaal und einen schönen Biergarten, den wir zu einer längeren Einkehr nutzten. Das Gesamtensemble ist von einer großen Parkanlage mit weitläufigen Graben- und Teichanlagen umgeben.

Die Route führte weiter durch Schweinheim. Beim Hochwasser im Juli 2021 wurde der Ort aufgrund der ungünstigen Lage am Bach stark durch die Fluten getroffen. Die Brücke über den Orbach stürzte ein. Schweinheim wurde komplett evakuiert, da es im direkten Gefährdungsgebiet der Steinbachtalsperre liegt, deren Damm Schaden genommen hatte und zu brechen drohte. Die Spuren der Verwüstungen im Ort sind zum großen Teil noch sichtbar.

Als „letzte“ Burg unserer Runde erreichten wir auf dem Weg zurück nach Rheinbach den ehemaligen Rittersitz Burg Ringsheim. Die Wasserburg geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Sie umfasst ein stattliches Herrenhaus mit Bruchsteinmauerwerk aus dem 18. Jahrhundert und eine innere Vorburg mit Wirtschaftshof aus dem 19. Jahrhundert. Das Anwesen wird bis heute als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt.

 

(Ulrike Wahsner)