Wanderung am 10.10.21

Zum Dornheckensee

Wir fuhren mit der Straßenbahn Linie 62 in die Ortschaft Bonn - Oberkassel, um unserer Wanderung die Besichtigung der Ruine 'Steiner Häuschen' voranzustellen.

Bei dem 'Steiner Häuschen' handelt es sich um eine mittelalterliche Burganlage, die schon im 10.Jahrh. als 'de Stynhus' urkundlich erwähnt und im Jahr 1217 durch Blitzschlag zerstört wurde.

Beim Bau der B 42 grub man die Mauerreste aus und stellte sie als 'älteste Wohnbebauung der Ortschaft Oberkassel' unter Denkmalschutz.

Wir überquerten die B 42 und wählten den Wanderweg  - in leider unüberhörbarer Nähe der Autobahn - entlang der Westflanke des Ennerts mit seinen Erhebungen Kuckstein (190 m), Rabenley (180 m) und Röckesberg (165 m) und ihren Basaltsteinbrüchen .

Die Westseite des Ennerts beherbergt auf kleinem Raum eine Vielzahl verschiedener Lebensbedingungen. So weist der 'Stingenbergsteinbruch' am Kuckstein in Sommermonaten und Dürreperioden bis zu 70° C Oberflächentemperatur vor. Die hier spezielle Pflanzen- und Tierwelt ist besonders schützenswert. 

Wir gelangten nur über einen schmalen, versteckten Pfad in den abgeschirmten Steinbruch, in dem Steinbrucharbeiter im Jahr 1914 ein Grab aus der jüngsten Steinzeit (ca. 12000 v. Chr.) entdeckten. 

Die Skelette eines über 50 Jahre alten Mannes, einer 20 jährigen Frau und die Überreste eines Hundes wurden gefunden und ins LVR Museum in Bonn zur Aufbewahrung überführt. 

Unsere weitere Wanderroute führte uns an die Ennertwiese. Hier standen früher ein Sportplatz und das 'Hubertushaus'. Sie hinterließen eine hangrutschgefährdete Wiese mit vielerlei Blumen und Kräutern. Eine Rast bot sich an. 

Wieder ein Abstecher führte uns zum 'Blauen See'. Er ist einer der drei Seen, die infolge der Steinbrucharbeiten entstanden sind. (Der 'Märchensee' ist verlandet) 

Der diesesmal ziemlich beschwerliche Trampelpfad lohnte sich. Malerisch liegt der See wie in einen Kessel eingebettet vor der Felswand. 

Gespenstisch muten die Steinbruchstollen in den Felswänden an. 

Am Fuß des Röckesberg liegt der 'Dornheckensee'. Er ist der größte und mit 20 m tiefste der vollgelaufenen Steinbruchseen im Ennert. 

Die hohen, steil abfallenden Abbruchkanten mit dem Ennertwald obenauf spiegeln sich in dem See und bieten einen idyllischen Anblick. 

Den anstrengenden Aufstieg zum Röckesberg hinauf meisterten wir mit den nötigen Verschnaufpausen.

Der  Blick hinab auf den See und die Aussicht über Bonn ließen die Anstrengung vergessen.

Ruhige Wege durch den Ennertwald führten uns zum 'Rabenley' mit dem 'Skywalk Rabenley'. 

Von der im Jahr 2017 eingeweihten Plattform aus blickten wir in den Stingenbergsteinbruch mit der Fundstelle des Doppelgrabes der 'Oberkasseler Menschen'. Der Aussichtspunkt bietet auch einen Blick über Bonn und das Siebengebirge und ermöglicht bei klarem Wetter die Fernsicht bis in die Eifel. 

Nun wanderten wir gemächlich den Kucksteinhang hinab.

Der Rheinsteigwanderweg führte uns in den dichten Wald der 'Dollendorfer Hardt'. 

Ein schmaler idyllischer Pfad entlang des 'Pirlenbachs' endet in Oberkassel.

Wir wanderten hinab und über verkehrsberuhigte Schleichwege zur Rheinuferpromenade. 

Mit Blick auf den Rhein genossen wir unsere Schlussrast. 

Durch den kurzen Weg zur Bahnhaltestelle und die kurze Fahrt nach Bonn konnten wir unsere Wanderung durch den Ennert noch bei Sonnenschein abschließen. 

Gisela Schneider