Wanderung am 14.11.21 Zum Drachenfels

 

Wieder einmal starteten wir unsere Wanderung auf der Margarethenhöhe in Königswinter. Mit seinen 320m üNN verspricht uns dieser Startpunkt eine Wanderung ohne große Steigungen.

Wir wanderten über die als 'Kölner Weg' ausgezeichnete Drachenfelsstr. Breit und bequem zu wandern, schlängelt sich der Weg durch den herbstlich bunten Wald.

Nach ein paar Gehminuten trafen wir auf das Berth.v.Nasse - Denkmal und den gleichnamigen ringförmigen Steinbruch. (Bertha. v Nasse war preuss. Regierungsbeamte und kämpfte für die Schließung der Siebengebirgssteinbrüche)

Der Wegweiser 'Jungfernhardt' lockte zu einem Abstecher. Ein schmaler Pfad führte uns auf einen Felssporn mit sagenhaftem Blick auf den buntgefärbten Wald und auf die Löwenburg.

Wir streiften die 'Lietschenhütte' und die Waldgaststätte 'Milchhäuschen' und folgten am Fuss der 'Wolkenburg' einer hübschen Kastanienallee.

Diese Allee verdanken wir Ferdinand Mülhens (1844 - 1928),dem Enkel des 4711-Firmengründers. Nachdem er den 'Wintermühlenhof' an der L331 als Altersruhesitz nutzte, setzte er sich für die Förderung des Siebengebirges als Fremdenverkehrsgebiet ein.

Unter anderem kaufte er ausgedehnte Ländereien. Er war Eigentümer der Petersbergbahn und der Drachenfelsbahn. Er ließ den Fahrweg nach Ittenbach zur L331 ausbauen und holte den 'Dicken Stein' aus dem Westerwald, um ihn am Straßenrand der L331 zu deponieren. Von dort aus baute er eine Fahrstrasse am  'Milchhäuschen' vorbei zur 'Wolkenburg' . Er hatte den Plan, auf der 'Wolkenburg' (die Ende des 19.Jahrh. noch inmitten riesiger Abraumhalden der Steinbrüche lag) ein Luxushotel mit Freizeitanlage zu bauen. Der Plan misslang, aber wir erfreuen uns an der bereits angelegten Kastanienallee. 

Die 'Wolkenburg' auf dem gleichnamigen Berg wurde durch einen Unfall mit Schwarzpulver zerstört. Mittlerweile bedeutungslos, wurde sie im 16. Jahrh. zum Abbruch freigegeben. 

Schon von weitem hörten wir die Zahnradbahn, die Touristen von Königswinter aus zum Drachenfels-Plateau befördert. Wir folgten ihr auf dem 'Kutschenweg' zu unserem Ziel hinauf. 

Das Drachenfels- Plateau in der jetzigen Gestaltung mit Betonstufen und Glaskubus wurde in den Jahren 2010 bis 2013 gestaltet. Vorausgehend stand hier seit 1834 ein kleines Wirtshaus. 

Ausgiebig genossen wir die Aussicht über das Rheintal. In der Ferne machten wir die Höhenzüge der nordöstlichen Eifel aus. 

Auch der Aufstieg zur Ruine auf der 321m hohen Bergkuppe war lohnenswert. 

Die Burg Drachenfels wurde im 12. Jahrh. vom kölner Erzbischof Arnold zur Absicherung der Südgrenze seiner Ländereien gebaut und im 30-jährigen Krieg zerstört. Der Absturz eines Teils der Ruine führte zur Schließung des Drachenfelssteinbruchs. 

Über den kürzlich sanierten 'Eselsweg' verließen wir das Plateau. 

Schon seit dem Jahr 1855 wird das poröse Drachenfels- Gestein regelmäßig mit Ankern und einbetonierten Nägeln befestigt. 

Wir passierten eines der beliebtesten Fotomotive des Siebengebirges: Der Blick auf Schloß Drachenburg inmitten heute herbstlich bunter Baumwipfel. 

Wir wanderten zum 'Burghof' hinüber. 

Der ehemalige Bauernhof ist bis ins 12. Jahrh. beurkundet. Er diente der Versorgung der Burg Drachenfels und der Wolkenburg mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Das Gebäude wird zur Zeit restauriert und lässt lt. Ankündigung auf einen Gasthof 'in gediegenem Landhausstil' hoffen. 

Einen letzten Blick hinüber zur Drachenburg und eine saftig grüne Streuobstwiese gewährte uns der Aussichtspunkt am Heinr.v Dechen-Denkmal (Gründungsvorsitzender des VVS). 

Wir folgten einem Asphaltweg in Richtung 'Hirschburg' und suchten den Anschluß an den 'Oberweingartenweg'.

Beeindruckt, daß wir den Wandertag trockenen Fußes beenden konnten, kehrten wir zu unserer Schlußrast in Königswinterer ein und fuhren mit der Linie 66 nach Bonn zurück. 

 

Gisela Schneider