Wanderung am 11.02.24             über den Ennert


Die kleine Ortschaft 'Oberholtorf' mit rund 100 Bewohnern gehört zum Bonner Stadtgebiet.

So erreichten wir - dieses Mal in kleiner Besetzung- in knapp 30 Minuten mit dem Bus Linie 537 den Startpunkt unserer heutigen Wanderung. 

Hier,  in 195 m Höhe hatten wir einen unvergleichlichen Rundblick über Ackerflächen, Wiesen und im Westen das Bonner Stadtgebiet. Die

Skulpturen am Wegesrand als Dauerleihgabe der Austellung "by the way/ Natur & Kunst in Oberholtorf 2021" haben nun mehrere Jahreszeiten standgehalten. Diesesmal in neuem Gewand, erfreuen sie uns immer noch.

Unsere Wanderroute führte uns in den dichten Ennertwald mit seiner hügeligen Struktur.

Die Schautafeln "Geschichtsweg > Braunkohle + Alaun auf der Ennert- Hardt < " am Wegesrand erklären im Gehölz versteckte Ruinen ehemaliger Fabrikationsanlagen; Bäche, die von Menschenhand angelegte Weiher speisen und Abraumhalden am Wegesrand :

Auf der Hochfläche zwischen Hoholz, Vinxel und Holtorf lagerte Braunkohle, die von den Bewohnern  sowohl im Tagebau als auch ab etwa 1750 in tieferen Schichten abgebaut wurde. Kuhlen - auch Pingen genannt - entstanden beim nachträglichen Befüllen mit Abraum und erklären die hügelige Landschaft. 

Wichtiger als die Heizkraft war später der Alaungehalt der Braunkohle. Damals spielte das schwefelsaure Salz eine bedeutende Rolle beim Gärben und Färben von Leder bis sich - auch wegen der Umweltproblematik - Alaun synthetisch herstellen ließ und die Produktion im Jahr 1876 eingestellt wurde.

Die 3 Produktionsanlagen des Unternehmers Leopold Bleibtreu stellten die größte Alaunfabrikation im damaligen Preußen her.  Leopold Bleibtreu war neben dem Bergbau der Arbeitgeber der Region.

Wir wanderten auf der ehemaligen Lohrenbahn - Trasse in Richtung  'Pützchenchaussee'. Tief unten im Gehölz begleitete uns der 'Ankerbach' bis zu seiner Mündung in den 'Hardtweiher', der für seine industrielle Nutzung als Wasserreservoir für eine Alaunhütte angelegt wurde.

Heute gehört der 'Hardtweiher' mit Schutzhütte und Grill zu einem Wanderparkplatz.

Wir nutzten die einladende Anlage für eine Rast.

Anschließend wanderten wir in großem Bogen über den 'Ennert -Rundweg' zum 'Foveaux - Häuschen'. 

Das 'Foveaux - Häuschen' ist als historische Sehenswürdigkeit bekannt. Es bietet aber auch durch eine freigeschnittene Schneise einen grandiosen Blick auf die Drachenfels Ruine.

Das Gebäude wurde im Jahr 1820 von dem Kölner Tabakfabrikant Heinrich Josef Foveaux in klassizistischem Stil mit geometrischen Formen und in hellen Farbtönen gebaut. Von der 'Rheinromantik' an bis heute ist das Gebäude ein beliebtes Ausflugsziel.

Kurvenreich war der Weg hinab nach 'Pützchen', wo wir sogar heute - am Karnevals- Sonntag - ein geöffnetes Kaffee für unsere Schlussrast fanden. 

Gisela Schneider