Wanderung am 12.06.22

Zum 'Großen Oelberg'

Der Oelberg befindet sich auf Königswinterer Stadtgebiet nahe der Ortschaft Ittenbach.

Er ist mit seinen 461m die höchste Erhebung der mehr als 50 Berge des Siebengebirges.

Bis zur Mitte des 17. Jahrh. war er unter dem Namen 'Malberg' (oder 'Molberg') bekannt. Das 'Mal' war wahrscheinlich ein Hinweis auf sein markantes Landschaftsbild und hatte Bedeutung als Landmarke. Daraus entwickelte sich umgangssprachlich der Name 'Oelberg'. 

Heute fällt uns die Orientierung aufgrund des Sendemastes auf dem Berggipfel leicht. 

Wir starteten unsere Wanderung auf der 'Margarethenhöhe'. 

Ehe wir zum Gipfel aufstiegen, umwanderten wir den Oelberg auf dem 'Oelbergrundweg', einem breiten, bequemen Weg, auf dem wir durch die Baumlichtungen Blicke auf Ittenbach erhaschten. 

In einer Kurve versteckt sich im Wald der 'Kleine Oelberg' (331m) 

Nach dem kurzen steilen Anstieg war uns die alte Sitzbank willkommen. Ein weiter Blick in die Ferne war angesagt. Bei dem klaren Wetter erkannten wir die Spitzen des Kölner Doms.

Wir wanderten weiter zur 'Stuttgarter Hütte'. 

Nun galt es den Höhenunterschied von 131m zum Gipfel zu überwinden. 

Wir mieden die steile Zufahrtstrasse und wanderten über einen hübschen schmalen Hangweg- übergehend in einen Asphaltweg, hinauf. 

In unmittelbarer Nähe steht die Dr. Richard Fassbender-Hütte. - Dr. Fassbender war in den 1960er Jahren Bürgermeister von Königswinterer und Vorsitzender des VVS (Verschönerungs Verein Siebengebirge). 

Ein versteckter Pfad führt zu einem Aussichtspunkt auf die beeindruckenden Basaltsäulen des Oelberg - Steinbruchs und tief unten den zugehörigen See. 

Mit dem Basalt Abbau am östlichen Hang des Oelbergs wurde im Jahr 1872 begonnen. Aufgrund des hohen Anteils unverwendbaren Materials und die drohende Zerstörung des Gipfels veranlasste den VVS, Landanteile und den Steinbruch zu kaufen und den Basalt Abbau im Jahr 1887 zu stoppen. 

Am Wegesrand liegt der 'Humbroichplatz'. 

Gedenksteine erinnern an die engagierten Naturschützer des VVS Humbroich und Stürtz. 

Eine Schneise im Blattwerk gibt den Blick auf die Drachenfels - Ruine frei. 

In angemessenem Wandertempo nahmen wir den steilen Anstieg zum Gipfel, auf dem seit dem Jahr 1843 ein kleines Gasthaus steht. 

Bei dem heutigen schönen Wetter herrschte reger Betrieb auf der Terrasse. 

Die Aussicht ist überwältigend. Bei klarer Sicht reicht sie vom Westerwald, über das Rheintal und die Voreifel. Bonn liegt zu unseren Füßen und am Horizont ist der Colonia- Turm in Köln auszumachen. 

Auch wir belohnten uns für die Mühe des Aufstiegs mit einer Einkehr. 

Den anschließenden Abstieg zur 'Margarethenhöhe' wählten wir über die Ostseite des Oelbergs. 

Schräges Froschkonzert machte uns auf den kleinen Steinbruchsee aufmerksam. Dem Betrachter machen sich von hier aus die Ausmaße des Oelberg Steinbruchs deutlich. Trotzdem ist es ein idyllischer Ort mit Fröschen, kleinen Fischen und herumschwirrenden Libellen. 

Der Aussichtspunkt 'Dittmanns-Ruh' - auch ein ehem. Vorstandsmitglied des VVS- auf einem Geländevorsprung vermittelt einen weiteren unverstellten Blick auf die Umgebung. 

Ein schmaler ruhiger Hangweg führte uns durch naturbelassenen Buchenwald mit dem Flurnamen 'Auf dem Gelichten'. 

Wohltuende Stille umfing uns und ließ uns dem Vogelgezwitscher lauschen. 

An der 'Stuttgarter Hütte' stießen wir wieder auf den 'Oelbergrundweg' und schlossen die Rundwanderung zur 'Margarethenhöhe' hin ab. 

Mit Bus und Bahn fuhren wir wieder nach Bonn zurück.

Gisela Schneider