Wanderung am 16.01.22

Zur Wurzelkrippe in Troisdorf

Für eine Winter-Wanderung empfiehlt sich ein befestigter Weg, den wir im Rhein - Sieg-Kreis fanden. Wir fuhren mit dem Bus Linie 551 zu den Troisdorfer Stadtteilen Kriegsdorf und Rotter See.

Sowohl der Ortsteil Rotter See als auch der gleichnamige See haben ihren Namen vom Haus Rott, einem ehem. Troisdorfer Herrenhaus. Früher war es eine große Burganlage mit Wällen und Gräben. Im Jahr 1418 zerstörten Kölner Truppen den Rittersitz.

Heute existiert nur noch das ehem. Verwaltungshaus, das von einem Reiterverein und einem Tennisclub genutzt wird. Und in dem freien Gelände freut sich die Jugend in einem Freizeitpark über Kinderspielplätze und Skaterbahnen.

Die Entstehung des Sees ist nicht natürlichem Ursprungs. Von 1860 bis 1978 wurde hier bis in 12 m Tiefe Kies abgebaut. Die Kiesgrube wurde anschließend geflutet und renaturiert. Es entstand ein Naherholungsgebiet mit inoffiziellem Badesee und dem riesigen Freizeitpark.

Der Uferweg schien jetzt in der kalten Jahreszeit nur für uns da zu sein, und wir genossen das stille Idyll mit Schwänen, Stockenten und Bläsrallen (und trotz bewölktem Himmel die milde frische Luft).

Wir durchwanderten den Freizeitpark und den Troisdorfer Ortsteil Spich, der ein Eingangstor zur Wahner Heide bildet.

Ein besonders hübscher Waldweg führte uns zum 'Spicher Hohlstein', der mit den Maßen 9-6-4m wie von Geisterhand an den Rand der Wahner Heide gelegt zu sein scheint. Er gehört zu den ältesten Denkmälern, die nicht von Menschenhand geschaffen sind.

Der Steinkoloss( auch Brocken genannt) ist vor 26 Millionen Jahren bei subtropischem Klima an Ort und Stelle entstanden, als sich das Wasser der Urmeere zurückzog und Ablagerungen von Quarzsand hinterließ. Durch geologische Prozesse und Verbindung mit Kieselsäure verfestigte sich der Sand zu diesem Brocken.

Wegen seiner eigenartigen Form ist der Hohlstein oft Gegenstand von wissenschaftlichen Arbeiten, Erzählungen und Sagen geworden.

Wir legten eine längere Rast ein.

Ein schmaler Trampelpfad führte uns durch den 'Spicher Busch'.

Eine Ruine am Wegesrand ist ein Relikt aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg als die Wahner Heide noch militärisch genutzt wurde.

Das Wegestück nach Troisdorf wanderten über den 'Alten Mauspfad', einen historischen Handsweg zwischen Köln und Siegburg.

Der Umweg durch den Troisdorfer Vogelpark lohnt sich auch an Wintertagen. Tiergehege, Seen und fliessende Gewässer sind hübsch anzusehen.

Mit Kaffee und Kuchen gestärkt, wanderten wir hinüber zur Kirche St. Hyppolytus, um uns die Wurzelkrippe mit ihren aufwändig und liebevoll gestalteten Krippenszenen anzuschauen.

Nach diesem besinnlichen Abschluss fuhren wir mit dem Bus Linie 551 nach Bonn zurück.

 

Gisela Schneider