Wanderung am 08.05.22 Lucretiasee u. Berggeistweiher

Die Ville-Seen-Platte im Naturpark Rheinland entstand durch die Renaturierung der Landschaft nach Beendigung des Braunkohletagebaus Mitte des 20. Jahrh. 

40 Seen verschiedener Größe sind in ein riesiges Waldgebiet eingebettet. Sie stehen z.Teil unter Naturschutz oder Landschaftsschutz, oder sind einfach nur schön anzusehen. 

Im südlichen Teil zwischen Liblar und Brühl begann die Rekultivierung bereits im Jahr 1920 mit einer Experementierphase. Es entstanden Buchen-, Rotbuchen-, Kiefern- und Lärchenwälder. 

Heute erwanderten wir dieses Waldgebiet. Wir fuhren mit der Regionalbahn RE 26 und mit Umstieg in Hürth - Kalscheuren nach Liblar. 

Bereits das farbenprächtige Ginstergebüsch zu Beginn unserer Wanderroute und der breite, teils schattige Waldweg zum 'Silbersee' versprach uns eine 'Wohlfühlwanderung'. 

Namensgebend für den Silbersee war Kommerzienrat Adolf Silberberg. Unter seiner Führung entwickelte sich im 19. Jahrh. im Rheinland eine moderne Braunkohle-Industrie. 

Ein idyllischer Waldweg umrundet den Silbersee. Nur etwas für trittfeste Wanderer!

Das Schild über die 'Unbeliebten Naturbewohner' haben wir für andere Interessenten im Bild festgehalten. 

Der 'Schnacke Jagdweg' führte uns über die 'Phantasialandstrasse' (verbindet die Ortschaften Weilerswist und Brühl) zum gleichnamigen PKW Parkplatz. Von dort hatten wir es nicht mehr weit zum 'Birkhof', der als Gutshof errichtet wurde und heutzutage Stallungen und Reithallen eines Reitsportvereins beherbergt. 

Wir richteten unser Augenmerk auf die nebenstehende 'Birkhof-Kapelle' und die zur Mittagsrast einladenden Bänke. 

Der Sage nach hat Kurfürst Clemens August ein Heiligenhäuschen errichten lassen, nachdem Waldarbeiter in der Maserung eines gefällten Baumes ein christliches Symbol erkannten. Im Jahr 1912 wurde an gleicher Stelle die  heutige Kapelle errichtet . 

Gestärkt wanderten wir zu den nächsten Seen. 

Lucretiasee und Berggeistweiher liegen am südlichen Stadtrand von Brühl. Sie befinden sich auf dem Gelände der ehemaligen Grube 'Berggeist'. Zu dem Betrieb gehörten neben der eigentlichen Grube auch die gleichnamige Brikettfabrik und ein Kraftwerk. Der Betrieb wurde im Jahr 1960 stillgelegt. Auf dem ehemaligen Grubengelände steht heute der Vergnügungspark 'Phantasialand'. 

Der Berggeistweiher, auch 'Tonweiher' genannt, ist mit seinen Schilf- und Röhrichtzonen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. 

Der Lucretiasee steht mit ganzjährig geschützten Laichzonen unter Landschaftsschutz. 

Auf dem 'Klüttenweg' wanderten aus der Ville-Seen-Platte heraus in Richtung Walberberg. 

Bereits vor dem Braunkohletagebau durch Bergwerkgesellschaften wurde für den häuslichen Eigenbedarf die an der Oberfläche liegende, torfähnliche Braunkohle in kleinen Gruben gestochen, zu 'Klütten' gepresst und über den 'Klüttenweg' abtransportiert. 

Ein Wegweiser zeigte uns den Abstieg über den Villerücken hinab nach Walberberg. 

Die Höhe von 137 m bescherte uns einen weiten Blick über Wiesen und Weiden und der Skyline von Köln in der Nachmittagssonne. 

Wir folgten dem Pilgerweg zu der Pfarrkirche 'St. Walburga'    und weiter an den 'Hexenturm' genannten Resten einer Burganlage vorbei zur Ortsmitte. Die 200 Jahre alte 'Gerichtslinde' und ein Teilstück der Römischen Eifelwasserleitung am Rande des Römerkanalwanderwegs fanden unsere Aufmerksamkeit. 

In einem Einkaufszentrum hatte ein Kaffee für unsere Schlussrast geöffnet. 

Unsere Heimfahrt nach Bonn machten wir mit der S-Bahn Linie 18. 

Gisela Schneider