Wanderung am 08.01.23 Über den Lyngsberg

 

Linksseitig des Mittelrheintals liegen im Bonner Bereich die ehem. Steinbrüche Rodderberg, Dächelsberg und Lyngsberg.

Auf dem 5,4 ha großen, heute weitgehend bewaldeten Gebiet zwischen Heiderhof, Muffendorf und Lannesdorf wurde schon im Mittelalter Basalt abgebaut. 

Seit dem Jahr 2013 ist der Steinbruch als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Felswände und Geröllhalden bieten ideale Voraussetzungen für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten.

Seit dem Jahr 2022 versucht das Umweltamt der Stadt Bonn durch Pflegemassnahmen diese Lebensräume zu erhalten.

Mehrere Spazierwege überziehen den Lyngsberg und ermöglichen einen beeindruckenden Ausblick auf das Siebengebirge und auf die Ortschaften Muffendorf und Lannesdorf zu Füßen der 80 m hohen Abbruchkante.

Wir starteten unsere Wanderung auf dem Heiderhof.

Auf dem kurzen Spazierweg durch das vom 'Philosophenring' umspannte Wohngebiet lernten wir Bonns Stadtteil näher kennen.

Durch die jahreszeitlich bedingten lichten Bäume bemerkten wir idyllische Weiher. Es sind Relikte des Tagebaus auf dem Heiderhof, die sich mit Grund- und Regenwasser gefüllt haben. Bis ins Jahr 1960 (vor der Wohnbebauung 1964) wurde auf dem Areal Quarzit abgebaut.

Kurze Wege verbinden den Heiderhof mit dem Lyngsberg. Das ziemlich klare Wetter ermöglichte den versprochenen Panorama- Ausblick auf das Siebengebirge mit dem Petersberg im Vordergrund. 

Ein abwärts gerichteter Spazierweg führte uns nach Muffendorf. Viele hübsche Fachwerkhäuser prägen das Ortsbild. Besonders im Bereich der 'Muffendorfer Hauptstr.' haben sich zahlreiche fränkische Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrh. erhalten. Sie prägen neben der St. Martinkirche aus dem Jahr 1895 den Ortskern. 

Die 'Kleine Beethovenhalle' aus dem Jahr 1896 ist der letzte erhaltene Veranstaltungsbau aus Kaiserzeit im Bonner Raum. Sie trägt ihren Namen wegen der ähnlichen Bauweise der 1944 zerstörten Beethovenhalle in Bonn.

Das Weinhaus auf der linken Straßenseite hat einen hübschen einsehbaren Innenhof.

Interessant ist das Haus auf Nr.30. Es besteht ursprünglich aus 3 Gebäuden mit unterschiedlich ausgerichteten Giebeln und ist das Ergebnis eines Konkurrenzkampfes zweier Gastwirte.

Das letzte Gebäude auf der Hauptstraße ist die 'Kommende'. Der 'Deutsche Orden' baute hier 1280 einen Verwaltungssitz für die Besitztümer des geistlichen Ordens. Nach vorübergehender Belegung mit der belgischen Botschaft wurden die Gebäude zu einer Wohnanlage umgebaut. 

Der 'Remi- Baert -Platz' (Diplomat) besticht -im Sommer- mit einem Kaskaden- Brunnen und mit der Bronze- Skulptur 'Spielende Kinder'.

Zeugnis römischen Lebens in Muffendorf ist der 'Diana-Stein' (Nachbildung). Nach Übersetzung des lateinischen Textes bezeugt der Weihestein einem röm. Befehlshaber einen Tempel zu Ehren der Göttin Diana errichtet zu haben.

Vermutlich steht auf den Resten dieses röm.Tempels die Kirche 'Alt St. Martin' aus dem Jahr 913.

Auf unserem weiteren Weg hatten wir Gelegenheit,  den Lyngsberg von der Talsohle aus zu betrachten.

Nun wanderten wir zügig durch Lannesdorf.

Die Besichtigung der Eichenholz - Krippe in der 'Heilandkirche' in Mehlem passte in unsere Wanderroute. Verschlossene Türen veranlassten uns aber zu einer  Programmänderung. Wir stärkten uns erst mit Kaffee und Kuchen und gingen anschliessend zurück zur Krippenbesichtigung.

Der Reiz der Figuren liegt in dem Material. Sie sind aus naturbelassenen Eichenholz oder aus der raren dunklen bis schwarzen Mooreiche (die über Jahrhunderte im Moor lag) gefertigt.

Der Bus Linie 612 nahm uns nach Dottendorf mit, wo wir Anschluß an die Stadtbahn 62 nach Bonn und Beuel hatten.

Gisela Schneider