Wanderung am 12.09.21

Über den Natursteig Sieg nach Siegburg

 

Bei herrlichem Herbstwetter fuhren wir mit der S-Bahn nach Siegburg und mit dem Bus Linie 577 weiter zu der Siedlung 'Franzhäuschen' im Lohmarer Stadtteil Heide.

Auf einer Katasterkarte von 1822 wurde 'Franzhäuschen' das erste Mal erwähnt. Namensgebend waren wahrscheinlich die Franziskanermönche, die aus dem Kloster Seligenthal in das gleichnamige Wirtshaus zur Einkehr kamen.

Bedeutung bekam das Wirtshaus im Mittelalter als Mautstation auf der Zeithstraße (B56), einem wichtigen Handelsweg zwischen Frankfurt und Dortmund.

Ein breiter Asphaltweg führte uns am Wanderparkplatz 'Siegelsknippen' vorbei in den Kaldauener Stadtwald.

An einer Stempelstelle für Streckenwanderer trafen wir auf den Themenwanderweg 'Natursteig Sieg'.

Der Hinweis auf die Höhenlage von 169m n. N. versprach uns eine bequeme Wanderung hinab in das Siegtal.

Breite Wege gingen in stellenweise sehr schmale Pfade über. Dichter dunkler Wald mit Gebüsch wechselte mit hellen Farnkrautbeständen ab, in denen Herbstblumen für Farbtupfer sorgten. Lichtungen gaben den Blick über das Siebengebirge bis zu der Eifel frei.

Wir umwanderten die Ortschaft Kaldauen. Sie ist der größte Ortsteil der Kreisstadt Siegburg und liegt am Hang zu den Siegauen.

Zwischen Kaldauen und dem Nachbarort 'Haus zur Mühlen' erstreckt sich das Naturschutzgebiet 'Hufwald', ein Sumpfgebiet der hiesigen Altarme der Sieg.

In großem Bogen durchwanderten wir den Auenwald, ehe wir 'Haus zur Mühlen' erreichten.

Bei diesem Ortsteil handelt es sich um ein ehemaliges Mühlenanwesen, das erstmals im Jahr 1312 als Besitz der Abtei Michaelsberg erwähnt wurde. Seit 1930 ist das Anwesen im Besitz der Alexianer Ordensgemeinschaft, die in den erweiterten Gebäuden das Seniorenheim 'Sankt Josef' betreibt.

Die weitere Wanderroute führt über die 'Alexianer- Allee'. Die Allee mit den mächtigen Linden war hübsch anzusehen, aber als Wanderweg ungeeignet.

Angespornt von dem Blick auf Siegburgs Wahrzeichen, das Gebäude der ehem. Abtei Michaelsberg auf dem hohen Bergkegel (im Augenblick leider einerüstet), suchten wir uns unseren eigenen Weg.

Neugier auf den Michaelsberg als neugestaltete Grünanlage zur Freizeitgestaltung der Bevölkerung streben wir der Siegburger Innenstadt zu.

Wir waren nicht enttäuscht. In weit ausladenden Serpentinen führen Spazierwege zu der ehem. Abtei hinauf. Junge Hainbuchen und Eichen säumen die Wege. Sie sollen zu einem Niederwald heranwachsen.

Die Serpentinen münden in einen stufenreichen Rundweg um die Festungsmauern mit dem 'Johannestürmchen' und einem kleinen Rosengarten.

Der Gipfelweg bietet einen unverstellten Blick auf das Siegtal und die Kölner Bucht. Am Fuß des Berges breitet sich die Stadt Siegburg aus, und im Osten fällt der Blick auf die Wolsberge im Ortsteil Wolsdorf. Riemberg und Wolsberg bestehen ebenso wie der Michaelsberg(118m) aus porösem Vulkangestein. 

Im Mittelalter stand auf dem 40m hohen Bergkegel - damals Siegberg genannt- eine Wehranlage mit einer kleinen Kapelle und dem 'Johannestürmchen'.

Im Jahr 1064 gründete und weihte der Kölner Erzbischof Anno II auf dem Berg eine Benediktinerabtei. Schutzpatron der Abtei war Erzengel Michael, der dem Berg fortan den Namen gab.

Das Benediktinerkloster wurde vor Jahren geschlossen und die Gebäude im Jahr 2017 zu einem Tagungszentrum des Erzbistums Köln umgebaut und erweitert.

Ein hübscher Staudengarten und ein einladender Spielplatz am Westhang gehören zu dem Konzept der Neugestaltung. 

Gemächlich wanderten wir in die Siegburger Innenstadt hinab um unsere Schlussrast zu genießen.

Die S-Bahn Linie 66 brachte uns nach Bonn zurück.

Gisela Schneider