Tagestour nach Andernach

Am Samstag 26.08.2017 starteten wir zu unserer letzten Tagestour in diesem Jahr. Die Fahrt ging nach Andernach. Dort trafen wir unseren Stadtführer, der uns durch den historischen Teil der Stadt führte. Als erstes sahen wir das Bollwerk, welches den kurkölnischen Landesherrn als Rheinzollbastion diente. Weiter ging es zum Koblenzer Tor, welches auch „Burgpforte“ genannt wird. Es wurde um 1200 erbaut und sicherte die Burganlage und gilt als repräsentativer Eingang der Stadt. Dahinter lag die Burgruine mit Schlossgarten. Die Burg diente den Kurkölnischen Erzbischöfen als Sitz.
Im Schlossgarten, dem ehemaligen Burggraben und anderen Grünflächen werden von der Stadt Andernach essbare Pflanzen, wie Obst und Gemüse angepflanzt. Alle Bürger und auch Gäste dürfen sich dort bedienen. Dieses Konzept wird „Essbare Stadt“ genannt. Unser Stadtführer sagte uns, es sei bisher nicht zu Vandalismus gekommen. Gepflegt werden diese Flächen vom Grünflächenamt und Minijoblern.

Das Gebäude „Haus von der Leyen“ wurde zwischen 1594 und 1600 als Stadtpalais des kurkölnischen Oberamtmannes Georg von der Leyen errichtet, und heute ist dort das Stadtmuseum untergebracht. In die Christuskirche konnten wir leider nicht gehen, da dort gerade eine Trauung stattfand. In der Stadtmauer befinden sich alle 100 bis 120 m halbrunde Türme. Halbrund, damit man nach allen Seiten sehen konnte, und der Abstand war deshalb wichtig, da mit Pfeil und Bogen geschossen wurde und die Reichweite ca. 60 Meter betrug. So konnten alle Feinde erwischt werden. Diese Türme werden heute noch bewohnt.
Im Mariendom befinden sich ein Taufbecken, die Kanzel und die Orgel, die aus Sicherheitsgründen aus anderen Kirchen entfernt wurden.
Der Runde Turm wurde in der Zeit von 1440-1453 erbaut und ist höher als der Turm des Mariendoms. Er gilt als Wahrzeichen der Stadt und stellt ein steinernes Zeugnis des städtischen Selbstbewusstseins dar. So hielt er doch im Jahre 1689 einem Sprengversuch der Franzosen stand. Hiervon zeugt noch heute ein Loch an der Westseite des Turms.
Wir erfuhren auch die Geschichte der Bäckerjungen von Andernach.
Es gab einen Streit zwischen Linz und Andernach. Eines Tages rückten die Linzer frühmorgens an und wollten die Andernacher umbringen. Zwei Bäckerjungen sahen die anrückenden Linzer, konnten jedoch niemand mehr informieren. So ergriffen sie selbst die Initiative und warfen Bienenkörbe, die auf der Stadtmauer standen auf die Linzer, die total zerstochen ins Wasser flüchteten und dann mit ihren Schiffen abzogen.


Nach so viel geistiger Nahrung musste der Magen auch etwas bekommen. Im Hotel Rheinkrone nahmen wir unser Essen ein.

Danach trafen wir uns im Geysir-Zentrum, wo wir uns als Einstimmung auf den Geysir eine Ausstellung ansahen. Um 15:00 Uhr fuhr uns das Schiff zur Halbinsel mit dem Geysir. Wir kamen am Alten Krahnen vorbei. Er verlud früher vornehmlich Mühlsteine, Tuff und Wein. Für die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt, war der Alte Krahnen von großer Relevanz.
Wir brauchten auf der Halbinsel nicht lange zu warten, und der mit 55 bis 60 Meter hohe Kaltwassergeysir schraubte sich in die Höhe. Er ist der höchste Kaltwassergeysir der Welt. Nun war unser Ausflug fast zu Ende. Das Schiff brachte uns wieder zurück und unser Busfahrer, Herr Reiter, erwartete uns und brachte uns sicher wieder nach Bonn.