Bericht über unsere Tour nach Aachen am 06.03.2020

 „Hohe Luftfeuchtigkeit“ konnte man sagen und doch waren am Ende 47 Teilnehmer im Bus nach Aachen. Nun fand ja das meiste „unter Dach“ statt und so störte das schlechte Wetter nicht sehr.

 „Pünktlich erwartete uns unser Stadtführer am Theaterplatz und unsere Rundfahrt begann. Viel erzählte er über die Stadt die im Krieg stark zerstört wurde und daher nur wenige historische Bauten zu bieten hat. „Der Dom ragte aus dem Trümmerfeld“ und dann war Aachen die erste deutsche Großstadt für die der Krieg zu Ende war. Heute dominiert die RWTH und ist der größte Arbeitgeber mit 10.000 Arbeitsplätzen. Ein ganzer Stadtteil ist der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen gewidmet, einer der anerkanntesten technischen Universitäten Europas. Zurück durch die Villengegend und das ehemalige feuchte Tal in dem die Römer die warmen Quellen fanden, fuhren wir zum Theaterplatz.

 „Im Aachener Brauhaus, nur wenige 100m vom Theaterplatz entfernt, wurden wir erwartet. Aus vier verschiedene Gerichten hatten die Teilnehmer gewählt, und so ging es sehr schnell, bis jeder sein Mittagessen hatte. Alle vier Gerichte (Rostbratwürste, Heringsfilets, Chefsalat, Gemüse-Auflauf) waren ausgesprochen lecker. So war noch Zeit zum Einkaufen, und um 14:30 Uhr waren wir pünktlich im Rathaus. In zwei Gruppen gingen wir in den ersten Stock, in den Krönungsfestsaal. Hier sind Kopien der Reichskleinodien (Reichsapfel, Reichs-krone, Schwerter) und des Reichsevangeliars, einer Handschrift aus der Schule Karls des Großen, zu sehen. Im Erdgeschoss wurden wir durch den Weißen Saal, den Ratssitzungssaal, das Werkmeistergericht, den Friedenssaal und die Werkmeisterküche geführt. Alle diese Räume hatten zuletzt andere Funktionen, waren Büro des Oberbürger-meisters oder des Stadtdirektors. Das „Werkmeistergericht“ hatte, so erklärte uns unser Stadtführer, die längste Geschichte. Als Aachen noch für seine Tuche berühmt war, musste jedes Tuch, das in den Handel ging, den Werkmeistern vorgeführt werden, um das Gütesiegel der Stadt zu erhalten. „Made in Aachen“ im Mittelalter.

 „Nach dem Rathaus war die Führung im Dom, wieder in zwei Gruppen, angesagt. Damit waren wir dann wieder bei der Geschichte Aachens und seiner heißen Quellen. Karl ließ etwa ab 780 die Pfalz mit Aula Regia , Wohnturm, Garnison und Pfalzkapelle errichten. Papst Leo III weihte die Kapelle 804. Karl hatte die Idee, das römische Reich auferstehen zu lassen. Vorbild für die Pfalzkapelle war Ravenna. Von dort und aus Rom lies Karl Säulen und Marmor nach Aachen schaffen.

 „Wir wurden in die gotische Chorhalle geführt, wo die beiden Schreine, der Marienschrein und der Karlsschrein aufgestellt sind. Diese Chorhalle entstand ab 1355. Weiter ging es in das ursprüngliche Oktogon. Die heutige Ausstattung des Zentralbaus geht weitgehend auf die Neuzeit zurück. Weiter ging unsere Führung in das westliche Galeriejoch wo der berühmte Königsthron steht. Der karolingische Thron ist ein schlichter Marmorsessel, der vermutlich aus Spolien der Grabeskirche in Jerusalem besteht. Er wurde unter den Ottonen errichtet und zwischen 936 und 1531 haben 30 deutsche Könige nach ihrer Salbung und Krönung am Hauptaltar diesen Thron bestiegen.

 „Viel haben wir gesehen und gehört, wesentlich mehr hätte es noch zu sehen und auch hören gegeben, aber unsere Zeit war zu Ende. Pünktlich gegen 17:00 Uhr starteten wir unsere Rückfahrt.
Das war ein Tag angefüllt mit historischen Höhepunkten.