BonnTour am 26. Nov.: Orgelbau Klais

Seit über 135 Jahren gibt es den Orgelbau Johannes Klais - die Orgelbauwerkstatt in Bonn. Heute ist der Urenkel des Gründers Chef des Unternehmens.
Weltweit reicht der Ruf und weltweit werden die Instrumente geordert und verkauft. Unsere Führung (wegen der Nachfrage waren zwei Gruppen notwendig) gab Einblicke in das uralte Handwerk und sein faszinierendes Produkt - die größten Musikinstrumente auf der Welt.
Mit großem Staunen erfuhren wir ein wenig,
- wie eine Orgel funktioniert,
- dass drei verschiedene Handwerke in höchster Präzision zusammen wirken, Handwerke, die jeder Orgelbauer in dreieinhalbjähriger Lehrzeit erlernen muss,
- dass rund zwei Jahre vergehen zwischen dem Auflegen eines neuen Orgelbauprojekts und seiner Fertigstellung nach Aufbau, Intonation und Stimmung am Lieferort - wo auch immer auf der Welt. 65 Mitarbeiter zählt die Firma heute, darunter drei Auszubildende pro Jahr - männliche und weibliche.


Auch wenn der Prospekt einer Orgel viele Metallpfeifen zeigt, das ganze Instrument  besteht zu 80% aus Holz. Das meiste ist Eiche. Aber es werden auch Obstbaumholz, Ebenholz, Fichte und viele andere Hölzer verwendet. Allein im Holzlager von Klais liegt ein Vermögen; die Eichen lagern fünf Jahre, bis sie reif sind für die Verarbeitung - nicht zu feucht, nicht 'unruhig'. (Wer wusste schon, dass ein Baum unruhig sein kann?) Aber nicht nur Holz wird verarbeitet, Firma Klais gießt einen großen Teil der Blei-Zinn-Legierung für die Pfeifen aus Metall in der eigenen Werkstatt!

Es war spannend, dem Fachman zuzuhören. Zwar musste sich mancher von uns zwischendurch auch mal setzen, aber helle Begeisterung nach etwa zwei-dreiviertel Stunden und herzlicher Dank. Eine gelungene BonnTour!

 


Die folgende Bilderserie speist sich aus Aufnahmen von Georg Land und Günter Reiner