Wanderung am 09.10.22   Kölner Stadtwald/Melaten

 

Der Melatenfriedhof liegt in dem Kölner Stadtteil Lindenthal und ist von Bonn aus mit den

S- Bahnen 16 und 1 zu erreichen 

Auf dem Grundstück des heutigen Melatenfriedhofs stand seit dem 12.Jahrh. ein Heim für Kranke und Aussätzige. ( französischer Begriff melaten= krank) 

Wegen der Hygiene erließ Napoleon im Jahr 1804 das Dekret, zukünftig Verstorbene außerhalb der Stadtmauern zu bestatten. So entstand auf dem Areal in Lindenthal im Jahr 1810 Kölns Zentralfriedhof.

An die vormalige Zeit erinnert die Nachbildung eines 'Schellenknechts', (auch 'Klappermann' genannt) an der äußeren Friedhofsmauer mit der Mahnung :             

GEDENKE ,DASS DU SEIN WIRST, WAS WIR SIND.

DEN KRANKEN KÖLNS ZUM DENKMAL.

Der Schellenknecht lief damals voraus, wenn die Aussätzigen an Feiertagen zum Betteln in die Stadt geführt wurden. Er warnte somit die Bürger vor der Ansteckungsgefahr.

Die kleine Magdalenen Kapelle aus gleicher Zeit steht in unmittelbarer Nähe.

Der Universalgelehrte Franz Ferd. Wallraff gestaltete als Planer die Begräbnisstätte als Erholungsstätte und öffentliche Grünanlage.

Heute bietet 'Melaten' nicht nur über 200 Jahre Stadt- und Gesellschaftsgeschichte. Sie verströmt als Kombination aus Grünanlage und Ruhestätte eine faszinierende Atmosphäre, die zu einem Spaziergang einlädt und uns zu unserer Herbstwanderung veranlasste.

Wir betraten den Friedhof über den Haupteingang. Platanen und Linden säumen die Hauptwege. Ahorn und Birken findet man an den Nebenwegen. Das bunte Herbstlaub an den sonnigen Wegen zeichnete ein malerisches Bild.

Als ältestes Grab auf 'Melaten' gilt das Grab der Destillatenfamilie Farina (im Jahr 1765 verstorben, wurde Joh.M.Farina in einem Bleisarg überführt).

An diese Grabstätte schließen sich Gräber vieler Kölner Familiendynastien mit monumentalen Grabmalen in zum Teil gotischem oder neogotischem Baustil an.

Die mittlere Wegeachse wird aufgrund einer Reihe sehr aufwendiger Bestattungen als 'Millionenallee' bezeichnet.

Aber auch schlichte Gräber von Politikern, bekannten Persönlichkeiten und Pflegepaten reihen sich ein. Kurios gestaltete Grabstätten von Sport- oder Karnevalsvereinen riefen bei uns ein Schmunzeln hervor.

Eines der bekanntesten Grabmalfiguren des Friedhofs ist der 'Sensemann'. Die leider ziemlich marode Steinplastik mit Mantel, Sanduhr und Sichel mutet den Betrachter angsteinflössend an. Solche Bildmotive waren seit dem 14.  Jahrh. Tradition.

 

Wir setzten unseren Herbstspaziergang im Kölner Stadtwald fort. Eine großzügige Promenade mit Fuß-und Radweg sowie den 'Lindenthaler Kanälen' verbindet Kölns Inneren und Äußeren Grüngürtel.

'Rautenstrauch Kanal' und 'Clarenbach Kanal' werden von einer unterirdischen Quelle gespeist.

Die beiderseitig begrünte Kastanienallee mit Brücken und steinernen Plastiken erinnert an französische Gärten aus dem 18. Jahrh.

Der Kölner Stadtwald ist vorwiegend von weitläufigen Wiesen geprägt. Zahlreiche Wege verbinden einzelne Waldparzellen miteinander.

Auf dem 'Kahnweiher' laden lustig bunte Tretbote zum Wassersport ein.

Der Wildpark ist das Ziel sonntäglicher Familienausflüge.

In großer Schleife durchwanderten wir den Stadtwald und freuten uns über die vielen Bänke, auf denen wir die Sonne genossen.

Sehenswerte Baumriesen wie der Kastanienbaum oder der (angeblich) schönste Baum des Stadtwaldes und eine Gruppe hübscher Pilze waren ein Foto wert. 

Wir schlossen unsere Rundwanderung am 'Rautenstrauch Kanal' ab und folgten ihm zu einem kleinen Kaffee, in dem wir uns zu unserer Schlussrast angemeldet hatten.

Mit den S- Bahnen 1 und dem RX 5  traten wir wieder unsere Rückfahrt nach Bonn an.

Gisela Schneider