Wanderung am 11.07.21

Villiperbach- und Melbbachtal

Bei idealen 'Wandertemperaturen' von 23°C, aber mit den Regenwolken im Blick starteten wir in das 2. Wanderhalbjahr 2021.

Wir fuhren mit dem Bus Linie 603 nach Bonn Röttgen, Hst Schloßplatz. 

Der geschichtlichen Aussage zum Schloßplatz dient seit 1984 ein kleines Denkmal in Form eines Bronzemodells des ehem. 'Kurfürstlichen Jagdschloss Herzogenfreude'. 

Von 1753 bis 1755 ließ Kurfürst Clemens - August ein Prunkschloss errichten. Das Jagdschloss sollte das Zentrum des sternförmig ausgebauten Perforcejagdgebietes darstellen. 

Leider verstarb der Kurfürst im Jahr 1761 ohne das fertige Schloss besucht zu haben. Der französische Staat versteigerte das Gebäude an einen Bonner Dachdecker, der das Gebäude abtrug und das Material im Haus - und Straßenbau verwendete. 

Beeindruckt von der Größe des Areals wanderten wir über eine Kastanienallee aus Röttgens Wohngebiet heraus zum 'Tongrubenweiher.' 

Der Tonabbau bestimmte von 1960 bis 1980 das Röttgener Ortsbild. In zwei Gruben wurde der Ton abgebaut und in gemahlener Form mit einer Feldbahn über die' Flerzheimer Allee' zur Verladeanlage des Bhf Kottenforst abtransportiert. 

Einzig der Tongrubensee an der ' Villiper Allee' erinnert heute an den harten Broterwerb. Mit eigener Quelle bevorzugt, liegt er in einem Landschaftsschutzgebiet und lädt als Naherholungsgebiet zum Verweilen ein. 

Der weitere Weg führte uns über den Katzenlochbach in das dichte Waldgebiet des Kottenforst. Der vorerst breite Waldweg verzweigte sich zunehmend, und wir suchten uns einen schmalen Pfad in Richtung 'Kurfürstenweiher' und 'Hirschweiher'. Beide Seen, gespeist durch den 'Villiperbach', gehören zu den Villeseen, und entstanden durch den Tagebau.  Inzwischen sind sie naturbelassen und ein Paradies für Pflanzen und Tiere. Zahlreiche Enten weckten unser Interesse, und wir erfreuten uns an dem Blick auf den Villiperbach, der sich durch das Unterholz schlängelt, um in den Katzenlochbach zu münden. 

Der geruhsame Weg durch den Buchenwald endete auf dem 'Langer Weg'. Die typische Landschaft des Bonner Stadtwaldes erwartete uns. Der schattige, kurvenreiche, festgetretener Kiesweg mit vielen Bodenwellen ist mit dem Wegezeichen des Eifelverein ausgezeichnet . Am Wegesrand wechselten Mischwald mit Gebüsch und abgeholzten Lichtungen ab. 

Der 'Höhenweg' schloss sich an und führte uns in Sichtweite des Katzenlochbachtals nach Ippendorf. 

Wir suchten uns durch ruhige Gassen und Fusswege den Anschluss an das Melbbachtal. 

Schon gleich führte uns der Weg abschüssig in das dunkle, urwaldähnliche Tal des Melbbach( auch Engelsbach genannt) 

Die durch die geologische Besonderheit des Bodens (Ton-, Lehm- und Braunkohleschichten) ausgelösten Hangrutschungen verändern von Zeit zu Zeit die Wegeführung durch das Tal. 

Treppauf und trettab, über Holz- und Steinbrücken, um oder unter umgehstürzten Baumriesen hindurch führte uns der abwechslungsreiche aber herausfordernde Weg durch das Melbtal. Nach einer großen Schuhreinigung gönnten wir uns eine kurze Busfahrt nach Poppelsdorf hinab. 

Mit einer guten Kaffeerunde  belohnt, fuhren wir mit dem Bus Linie 603 in die Bonner Innenstadt zurück. 

.... und die Regenwolken hatten gehalten.

Gisela Schneider