Wanderung am 13.09.20

                      Unteres Naafbachtal

Das Naturschutzgebiet Naafbachtal liegt im südlichen Bereich von Nordrhein-Westfalen. Die Quellen 'Kleine Naaf' und 'Große Naaf' liegen im Bergischen Land in der Region Neuenkirchen - Seelscheid, Much und Overath. 

Von beiden Quellflüssen gespeist und später vom Wenigerbach ergänzt, fließt der Naafbach durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet und mündet in Lohmar - Kreuznaaf in die Agger. 

Eigentlich sollte im Jahr 1930 nach Plänen des Agger - Verbandes der Naafbach aufgestaut und zu einer Trinkwassertalsperre für die Region Köln - Bonn ausgebaut werden. Die Planungen schritten bereits bis zu Grundstücksaufkäufen und das Schleifen alter Fachwerkhöfe und Wassermühlen voran.

Bürgerproteste und letztendlich die Benennung des Naafbachtals zum FFH - Schutzgebiet im Jahr 1980 retteten das idyllische Tal. Die verbliebenen Fachwerkhöfe und Mühlen wurden unter Denkmalschutzbedingungen umgebaut und sind an den Wanderwegen hübsch anzuschauen. 

Das Wenigerbachtal zählt ebenfalls zum Naturschutzgebiet Naafbachtal. 

Das gut ausgebaute Wegenetz des Themenwanderweges 'Bergischer Streifzug' sorgt mit seinen Namen für Orientierung. 

Für die heutige Wanderung fuhren wir nach Siegburg und stiegen in den Bus Linie 576 in Richtung Much um. In dem kleinen Seelscheider Vorort Weesbach starteten wir unsere Wanderung. 

Ein Pfad mit Pflaumenbäumen führt in Sichtweite einiger Fischteiche in das Wenigerbachtal. Wir konnten natürlich nicht vorbei gehen ohne zu naschen. 

Tief unterhalb des (Eisvogel) Wanderweges mäandert der Bach stellenweise durch dichtes Gebüsch. Auf dem Wanderweg machen Info - Tafeln auf kulturhistorische Besonderheiten aufmerksam. 

Wir passierten die 'Fuchskaule'. In dem Steinbruch wurden in der Mitte des 19. Jahrh. Steine für beide Seelscheider Kirchen gebrochen. 

Eine andere Schautafel macht auf die 'Knochenmühle' aufmerksam. Bis in die 1970er Jahre stand hier ein kleines Fachwerkhaus, in dem Knochenabfälle zu Leim und Kernseife verarbeitet wurde. Heute steht an dieser Stelle eine Kläranlage für die umliegenden Ortschaften. 

Ein riesiger umgestürzter Baum zwang uns den Weg zu verlassen und unsere Route abzuändern. Wir überquerten den Wenigerbach und wanderten nach Rengert hinauf. Die Ortschaft liegt auf einer Anhöhe, die durch Wenigerbach und Naafbach gebildet wird. Der wunderschöne Blick über die Baumwipfel hinweg auf das 'Bergischer Land' entschädigte uns für ungeplanten Auf- und Abstieg. 

Wir stießen auf den 'Kräuterweg', der uns über einen kurvenreichen sehr(!) naturnahen Abstieg mit Wurzelfallen zum Naafbachtal hinab führte. 

Schon von weitem hörten wir das Plätschern des Naafbachs, der sich hier seinen Weg an einer Felsformation vorbei sucht. Entlang unserer weiteren Wanderroute windet sich der Naafbach durch eine breite Auenlandschaft mit Grünflächen und Auenwäldern. Wildblumen und Gebüsch sorgen für Abwechslung. Büffel und Kühe ließen sich das Grün schmecken. 

Im Schatten eines Auenwaldes erblickten wir die 'Naafmühle'. Das erhaltene Mühlengebäude ist auf das Jahr 1799 datiert. In einem Anbau aus dem Jahr 1840 wohnen z. Zt Jugendliche einer Jugendhilfe- Einrichtung. 

Mit zunehmender Wegstrecke wurde das Tal enger, die Felsen am Wegesrand höher, und der Bach zeigte sich in unmittelbarer Nähe. Die Einmündung des Wenigerbachs gilt als idyllischer Ort und Ruheplatz. 

Schließlich gelangten wir an unser Ziel, die Ortschaft Lohmar - Kreuznaaf mit einem  ÖTV - Anschluss. 

Bei unserer Schlußrast auf der Gartenterrasse einer Campingplatz - Klause ließen wir uns noch einmal von der Herbstsonne verwöhnen und waren anschließend für die Heimfahrt bereit.

Gisela Schneider