Durch die Maibachklamm am 12.07.20

 

Mit der Ahrtalbahn angereist, starteten wir unsere heutige Wanderung in Ahrweiler Markt. 

Der Weg innerhalb der Stadtmauer war ruhig und die dicht gedrängten kleinen Fachwerkhäuser hübsch anzusehen. Wir strebten eine  Fußgängerbrücke an, über die wir das rechte Ahrufer erreichten. Natürlich mussten wir erst einmal verweilen, um uns an dem Wasserspiel der Ahr und den zahlreichen munteren Fischen zu erfreuen. 

Über die weiten Rebgärten hinweg bietet das mächtige Gebäude des ehem. Klosters auf der Bergkuppe - dem Calvarienberg - ein interessantes Fotomotiv. Der Name der Bergkuppe ist geschichtlich belegt. 

Ein Kreuzritter sah im 15.Jahrh. eine landschaftliche Ähnlichkeit zwischen dem Ort Jerusalem mit dem Berg Golgatha (Calvarienberg) und der Ortschaft Ahrweiler mit ihrer südlichen Bergkuppe, die darauf hin Calvarienberg genannt wurde. Eine kleine Kapelle war der Ursprung des inzwischen geschlossenen Ursulinenklosters. 

Der schmale Weg entlang der Klostermauer führte uns in die Maibachklamm. Es gibt keinen Maibach. Es ist der Wingsbach, der auf 507 m Höhe im Ahrgebirge entspringt und in die Ahr fließt. Stark mäandernd ließ er in dichtem Mischwald die Maibachklamm entstehen. Es heißt, daß es 13 Holzstege sind, die den Wanderweg auf die jeweils andere Seite des Bachs leiten. Der Weg - einmal breit, einmal schmal - veranlasste uns, die Klamm im Gänsemarsch zu durchstreifen. 

Leider macht sich das trockene Frühjahr auch hier bemerkbar. Der Wingsbach ist fast ausgetrocknet, und wir vermissten das Wassergeplätscher, das eine Klamm ausmacht. 

Nach 1,5 km endet die Maibachklamm an der sogen. Quarzkaul. Wir wanderten weiter in Richtung 'Hungertal'. Das Schatten spendende grüne Blätterdach des Waldes entschädigte uns für den weiteren Anstieg entlang des Maibachtals. Saftige Wiesen und Weiden bilden die Uferzone des Wingsbach. Eine große Schafherde ließ sich das Grün schmecken. Einzelne Scheunen und Landwirtschaftliche Gebäude gehören zu der Maibachfarm. 

Die Wurzeln dieser Farm liegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrh. Ein Aussiedlerhof mit Hühner - und Rinderzucht eröffnete nebenher ein Ausflugslokal. Nach einem Eigentümerwechsel entwickelte sich die Maibachfarm zu einem Weingut mit Schwerpunkt Bio - Weinanbau. 

In großer Schleife umrundeten wir das Maibachtal und waren uns einig, unser gemeinsames Kaffeetrinken vorzuverlegen und in der schmucken Straußenwirtschaft einzukehren. - Hier konnten wir unbesorgt unsere Corona - Abstandsregeln einhalten!-

Wir wanderten zu Quarzkaul zurück und wählten einen abschüssigen Asphaltweg durch Wiesen und Weiden. Die unverstellte Sicht ermöglichte uns einen Blick über die Region Ahrweiler. In den gegenüber liegenden Ahrbergen gewahrten wir die Gaststätte 'Altenwegshof' und zwischen den Hügeln die Brückenpfeiler des nie erbauten 'Adenbachviadukts'. 

An der 'Josefbrücke' in Walportsheim erreichten wir die Talsohle. Für den Rückweg nach Ahrweiler wählten wir statt des anstrengenden Ahrsteigs einen schmalen unbefestigten Uferpfad entlang des Mühlenbachs, einer kurzen Ahrschleife. 

Wir ließen die heutige Wanderung mit einem Blick in die historische Kirche St. Laurentius ausklingen. Die Kirche ist die älteste gotische Hallenkirche ( 1269) des Rheinlandes mit vielen Wandmalereien aus verschiedenen Jahrhunderten.

Mit der Ahrtalbahn kehrten wir nach Bonn zurück