Wanderung am 01.11.20 zum Rheidter Werth

 

'Corona' veranlasste uns, die November - Wanderung um eine Woche vorzuverlegen. Mit geringer Personenzahl und  allen Vorsichtsmaßnahmen starteten wir unsere Wanderung.

Die Wanderroute verlief vom Konrad Adenauer Platz aus in nördlicher Richtung über den Hochwasserdamm des Rheins.

Schnell hatten wir das Beueler Wohngebiet verlassen, und uns bot sich der unverstellte Blick über die Wiesen der Rheinauen, den Fluss und die Nordbrücke. Im  Bereich Gensem /Schwarzrheindorf trafen wir auf das Wegesystem 'Grünes C' und bezogen die Infos der Tafeln gerne in unsere Wanderung ein.

So erfuhren wir, daß 'Gensem' entweder ein ehem. Ortsteil wie Schwarz- oder Vilichrheindorf war. Oder es bedeutet einfach 'Genswasen' =Gänsewiese. 

Wir erblickten das 'Römerdenkmal'. Die Erklärung zu dem ungewöhnlichen Standort der 4m hohen Statue steht in der Chronik des 'Denkmal - und Geschichtsverein Bonn Rechtsrheinisch e. V.' :

Das Caesar - Denkmal wurde im Jahr 1898 zur Einweihung der ersten Bonner Rheinbrücke linksrheinisch in den Abgang zur Rheinpromenade (heutigen Bereich der Oper) gestellt.

1945 kriegsbedingt beschädigt, verloren geglaubt und wieder aufgefunden, fand die Statue anlässlich Bonns 2000 Jahrfeier seinen neuen Standplatz auf dem Beueler Rheindamm.

Diese Stelle auf dem Deich bot sich an, ermöglichte doch seit historischer Zeit bis ins Mittelalter hinein eine Furt im Rhein die Querung des Flusses. Eine Handelsstrasse führte vom Siegerland aus durch das linksrheinisch gelegene Römerlager. 

Die Statue zeigt den röm. Feldherrn Julius Caesar, den Blick nach Osten gegen das noch zu erobernde Germanien gerichtet - in seiner Hand Konstruktionenspläne für einen Brückenbau.

Daß Julius Caesar als erster je eine feste Brücke über den Rhein geschlagen haben soll, steht in lateinischer Sprache mit der Jahreszahl 55 n. Chr.  auf der Rückseite des Militärstuhls.

Unser weitere Weg führte durch bewirtschaftete Ackerflächen, unterquerte die A 565 und überquerte auf der L268 die Sieg. Unser Ziel war das 'Naturschutzgebiet untere Sieg', das sich von der Ortschaft Troisdorf - Bergheim bis zum Mondorfer Hafen erstreckt. Die waldreiche Auenlandschaft wird von einem Altarm der Sieg und Stillgewässern geprägt. Ein Paradies für Vögel! 

Kleine Holzbrücken bereichern den idyllischen Weg entlang der Gewässer nach Niederkassel-Mondorf. 

Auch der heutige Hafen in Mondorf nutzt einen alten Siegarm (Diescholl genannt), auf dem wir die neueste Errungenschaft des Fischereimuseums, den Aalschocker von weitem bewunderten. 

Die Mündung der Sieg in den Rhein bietet nicht nur einen reizvollen Blick, sondern hat auch geografische Bedeutung:. Mit der Siegmündung geht der Mittelrhein in den Niederrhein und das Norddeutsche Tiefland über. Die Deiche liegen nun weiter zurück und bieten dem Rhein großzügige Hochwasser- Ausdehnungsflächen.

Nach einer kurzen Trinkpause umrundeten wir den Mondorfer Hafen. Die Uferpromenade läuft in einen Trampelpfad und später in einen Wirtschaftsweg durch das Hochwasser - Ausdehnungsgebiet über. 

Mit Blick auf das  Naturschutzgebiet 'Herseler Werth', eine dichtbewaldete, unzugängliche Insel,  wanderten wir unserem Ziel entgegen. Hinter dem Rheindamm lugten die Dachfirste der Gemeinde Niederkassel und dem südlichen Ortsteil Rheidt hervor. 

Wir erreichten das 'Rheidter Werth'. 

Noch im 18.Jahrh. war das 'Rheidter Werth' eine Insel wie das 'Herseler Werth'. Durch Verlandung schnürte sich ein Altarm des Rheins selbst ab (und die Bauern halfen wegen der Landgewinnung kräftig mit). Es entstand das 'Rheidter Laach' und aus der Insel eine sichelförmige Halbinsel. 

Befestigte Wege und zahlreiche Bänke laden zum Spaziergang ein. Alter Baumbestand und offene Uferbereiche machen den Reiz des Naturschutzgebietes aus. 

So machten wir an der nördlichsten Spitze der Halbinsel mit dem vermeindlich schönsten Blick über den Rhein nach Urfeld eine weitere Rast. 

Der Rückweg führte uns leider nicht zu unserer Schlußrast. Wir haben aus Vorsichtsmaßnahmen auf die Einkehr verzichtet und fuhren mit dem Bus Linie 550 nach Bonn zurück. 

Gisela Schneider